Qstock
Qstock Festival mit Poets Of The Fall, Entwine, Amorphis, Manic Street Preachers, Reflexion, Sturm Und Drang, Within Temptation uvm.
25.07.2008 Kuusisaari / Oulu
Von: Diana Hartmann

Zum sechsten Male fand in der beschaulichen nordfinnischen Stadt Oulu am letzten Juli-Wochenende 2008 das Rockevent des Jahres statt: Qstock. Ein Festival mit Tradition, welches in diesem Jahr sage und schreibe 22.000 Besucher anlockte.
Für Qstock 2008 gab es erstmalig signifikante Veränderungen im Grundriss des Festivalgeländes, denn der Sportplatz auf Raatinsaari wurde dem ursprünglichen Festivalgelände auf Kuusisaari noch hinzugefügt. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, auf insgesamt fünf Bühnen über 50 Künstlern einen Auftritt bei Qstock zu ermöglichen und die Service-Qualität des Festivals zu verbessern.
Kuusisaari selbst ist eine der Stadt Oulu vorgelagerte Insel, die locker in 10 Minuten zu Fuss vom Stadtzentrum aus zu erreichen ist. – Oulu ist ein ziemlich kompaktes Städtchen, in dem alles nah beieinander liegt und in welchem man sowohl eine wunderschöne Natur als auch ordentliches Nightlife erleben kann.
Die Ticketpreise für Qstock waren, wie derzeit auch für die meisten anderen finnischen Festivals, für finnische Verhältnisse gesehen doch relativ hoch, was auch erklären würde, warum es sich jede Menge Musikfans im Park rund um das Festivalgelände bequem gemacht hatten – schliesslich konnte man die Musik sogar noch am Marktplatz hören. Nichtsdestotrotz – wahre Festivalliebhaber liessen sich auch von den Preisen nicht abschrecken, und wie schon in den Vorjahren waren die Tagestickets bereits weit im Vorfeld ausverkauft.
Der Freitag stand ganz im Zeichen der Manic Street Preachers – bevor diese jedoch den Festivaltag ausklingen lassen sollten, waren noch eine Menge andere Künstler an der Reihe – nämlich die, die wir im nachfolgenden etwas ausführlicher betrachten wollen sowie andere bekannte finnische Bands, wie z.B. MOKOMA, ISMO ALANKO TEHOLLA, 22 PISTEPIRKKO, DIABLO und THE SUN aus Estland, um mal einige zu nennen.
Nachdem wir unsere Pressepässe abgeholt hatten, machten wir uns gleich daran zur Hauptbühne zu eilen, um dem Auftritt der POETS OF THE FALL unter strahlend blauem Himmel beizuwohnen. Die Poets klingen doch sehr ähnlich Sunrise Avenue, wenn auch vielleicht ein bisschen heavier und reifer. Live klingt das ganze meiner Meinung nach noch viel besser als auf CD. Nicht umsonst haben die Poets in ihrem bislang fünfjährigem Bestehen so einige Awards in ihrem Heimatland Finnland abgeräumt und auch erfolgreich die nordischen und baltischen Staaten sowie Deutschland betourt.
Sänger Marko ist auf jeden Fall ein gesanglich starker und auch aktiver Fronter, der gerne mit seinem Publikum interagiert und es locker in der Hand hat. Mit Ohwürmern wie
Sorry Go ‘Round, More, Lift und dem 2006 am meisten in Finnland gespielten Song
Carnival Of Rust war das Qstock-Set ein guter Querschnitt des Poets Of The Fall Repertoires. Aber auch an langsameren Sachen fehlte es nicht, so zum Beispiel die Ballade
Illusion & Dream mit einem sehr guten Gitarrensolo, und
Late Goodbye, welches das einstündige Set wie immer beendete – allerdings fand ich eine so langsame Ballade als letztes Stück in diesem Falle eher ungeignet, weil es doch irgendwie die positive Energie, die man das Konzert über sammelte, wieder verschwinden liess. Aber Meinungen sind ja verschieden. Auf jeden Fall eine sehr gute Show, die trotz der Nachmittagsstunden auch beim Publikum sehr guten Anklang fand.
Dann wurde es Zeit für eine der Bands, für die ich den langen Weg nach Oulu mehr als gern auf mich nahm – ENTWINE. Aber erst einmal muss ich ein bisschen meckern. Und zwar darüber, was die Festivalorganisation aus dem eigentlich so tollen Paviljonki gemacht hat. Paviljonki, wo Entwine auftraten, ist ein ziemlich altes hölzernes Gebäude, erinnert fast schon ein wenig an einen grossen Schuppen. Alles in allem ist es dort normalerweise sehr gemütlich. An einem sonnigen Tag wie diesem allerdings waren die Temperaturen alles andere als erträglich, besonders da es wirklich bis zum letzten Winkel hin vollgestopft war. Ich fragte mich im Vorfeld mehrmals, warum eine solche Band, die leicht ein grösseres Publikum als die 1000 zieht, für die im Paviljonki Platz ist, nicht auf einer der grösseren Freiluftbühnen auftreten konnte.
Desweiteren wurde ein Metallzaun aufgestellt, der den Front-of-Stage-Bereich in der Mitte teilte. Die linke Seite war somit für alle Altersklassen freigegeben, und rechts durften alle über-18-jährigen ihr Bierchen geniessen. Die Aufteilung hätte man aber wirklich anders gestalten können und müssen, so wie es bei normalen Club-Gigs dort üblich ist, denn der Zaun in der Mitte war nicht nur störend, sondern mit seinen scharfen Kanten auch eine ziemliche Gefährdung der Sicherheit.
Aber nun zum angenehmen Teil, welcher wäre… genau: die Band ;) Die fünf Rocker aus Lahti nahmen die Bühne mit Sturm zum Titelsong des letzten Albums,
Fatal Design, in Beschlag, und Sänger Mika, seines Zeichens ein unglaublicher Wirbelwind und der geborene Frontman, brauchte keine 10 Sekunden, um das Publikum auf seiner Seite zu haben und es abrocken zu lassen. Die Bude war sprichwörtlich voll, es war heiss wie in der Sauna und die Jungs taten ihr bestes, um das ganze noch heisser zu machen!
Vergessen war das Gemecker über den etwas misslungenen Veranstaltungsort, denn die Stimmung im Raum war einfach fantastisch, und das von Anfang bis Ende. Entwine spielten einen Querschnitt aus hauptsächlich den letzten beiden Alben, und natürlich fiel das Set aufgrund der Spielzeiten bei Festivals auch relativ kurz aus. Der Sound war kristallklar, die Lightshow setzte der Atmosphäre noch eins oben drauf, die Band war in Superstimmung und alles lief wie am Schnürchen. Das Publikum war total dabei, rockte mit was das Zug hielt, mit den Händen in der Luft und lautstark applaudierend. Sagte ich vorhin etwas von 1000 Leuten? Demnach zu urteilen, wie das Publikum nach mehr schrie, hätte man eher denken können, man war in einem Stadion…
Entwine kamen natürlich noch einmal für zwei Songs zurück: zuerst das melodische
Nothing’s Forever, und abschliessend überraschenderweise
Twisted – aber das passte in dem Fall wie Deckel auf Topf, denn Oulu hat schon etwas von einer Stadt mit Heavy/Dark Metal-Charakter. Eine fantastische Show, eine der besten, wenn nicht die beste, die ich von Entwine bislang gesehen habe – und das waren so einige. Die Festivalbewertung hätte ich nach diesem Gig jedenfalls gleich schreiben können, denn meine persönliche ‘Band des Festivals’ hatte ich mir da schon auserkoren – und um etwas vorzugreifen: diesen ‘Titel’ haben Entwine mit diesem Glanzauftritt auch bis zum Ende des Festivals behalten können.
Die nächste Band, die ich mir (mit leichter Verspätung) anschaute, waren AMORPHIS, die sagenhafte Massen an Publikum vor die zweite Hauptbühne zogen. Amorphis zu kategorisieren, ist nicht einfach, dann sie klingen nicht wie irgendjemand. Da ist jede Menge Metal im Spiel, aber auch Progressive Rock, noch etwas Goth und ein bisschen was Ohrwurmmässiges dazu – die Mischung macht’s halt. Die Texte dazu sind weitestgehend von finnischen Volkssagen sowie oft auch vom Nationalepos Kalevala inspiriert. Die sechsköpfige Band aus der finnischen Hauptstadt erfreut sich offensichtlich einer sehr begeisterten Anhängerschaft, und wird im Herbst auf einer dreiwöchigen Club-Tour in den USA und Kanada unterwegs sein.
Mit
I Of Crimson Blood vom letzten Album Silent Waters eröffneten Amorphis ihr Set und melodischere Klassiker wie
Alone und der Titelsong
Silent Waters, die mir persönlich eigentlich am besten gefallen, durften nachfolgend natürlich auch nicht fehlen. Sänger Tomi kann nicht nur extrem lange Dreadlocks zum Headbangen, sondern auch eine fantastische und vielseitige Stimme sein eigen nennen, welche live ausgesprochen gut zur Geltung kommt. Mit der Hitsingle
House Of Sleep ging ein brillianter, einstündiger Gig zu Ende, der von mir aus ruhig etwas länger hätte dauern dürfen.
Amorphis sind nicht unbedingt eine Band, die ich mir persönlich stundenlang im Player anhören muss, denn dazu sind sie mir ab und an doch etwas zu heavy. Live allerdings sind sie durchweg fantastisch und waren beim Qstock definitiv ein Must-See.
Die Headliner des Freitags waren eine der grössten britischen Bands: die MANIC STREET PREACHERS – die wohl sicher keiner grossen Vorstellung bedürfen. Zumindest vom Namen her kennt sie jeder und man assoziiert sie automatisch mit ihrem Megahit
If You Tolerate This Then Your Children Will Be Next.
Tatsächlich ist ihr 1998er Album This Is My Truth Tell Me Yours ihr erfolgreichstes Album: es verkaufte dreimal Platin in Grossbritannien und ist wohl auch das Album, für welches sie immer noch am bekanntesten sind. Seitdem verwandelten sie sich von der eher radikalen Underground-Band in eine Mainstream-Stadion-Band. Viel Spektakuläres von den Manics gab es seit den späten 90ern ja nicht unbedingt, und auch wenn die Band zumindest in Grossbritannien bekannt dafür ist, sehr wenig Promo zu machen – sie sind immer noch in der Lage, locker Stadien auszuverkaufen.
Die Stimmung war im Vorfeld schon ziemlich gut und ein ziemlich grosses Publikum fieberte der Show ungeduldig entgegen. Mit einiger Verspätung fegten die Manics auch auf die Bühne und boten einen Querschnitt ihres Erfolgs dar. Die am erfolgreichsten Hitsingles wie
Design For Life, If You Tolerate This Then Your Children Will Be Next und
You Stole The Sun From My Heart durften da genausowenig fehlen wie das Rihanna-Cover
Umbrella und die traditionelle Solo-Akustik-Einlage von Leadsänger und Gitarrist James Bradfield. Diese Akustik-Darbietung von
Everlasting war wohl mein persönliches Highlight der Show. Es war schlichtweg ergreifend, zu sehen und zu hören, wie ein Mann mit Akustikgitarre das Publikum so hochfliegen lassen konnte. Der Mann hat eine echt fantastische Live-Stimme. Gänsehaut-Feeling pur!
Die Manics machen das, was sie tun, sehr gut, ohne dabei das Rad neu zu erfinden. Sie zogen nicht gerade eine preisgekrönte Bühnenshow ab, aber das war in ihrem Falle auch nicht notwendig, denn die Leute liebten sie auch so. Anzumerken wäre noch, dass Bassist Nicky Wire optisch gesehen mit seinem Glam-Look in pinken Hosen, Glitter-Makeup und Federboa allerdings nicht so zum Rest der Band passte.
Trotz begeistertem Applaus kamen die Manics jedoch nicht für eine Zugabe zurück – aber es kann durchaus sein, dass die Spielzeit durch den verspäteten Beginn schon überschritten war, immerhin liegt das Festivalgelände mitten in der Stadt und es war schon weit nach Mitternacht.
Bevor wir zum nächsten Tag übergehen, werfen wir erst einmal noch einen kurzen Blick auf das Festivalgelände und die angebotenen Dienstleistungen. Das diesjährige Festivalgelände umfasste zwei grössere Hauptbühnen sowie die etwas kleinere Rockpolis-Bühne im Freien, und weiterhin zwei Indoor-Bühnen, jeweils im Paviljonki und in einem Zelt. Alles lag sehr kompakt nebeneinander, und selbst die neue Hauptbühne auf dem Raatinsaari-Sportplatz war nicht mehr als einen flotten dreiminütigen Fussmarsch vom Rest des Geländes entfernt. Der Sound auf allen Bühnen war hervorragend; weniger hervorragend waren allerdings die Schlangen zu den doch eher wenigen Toiletten…
Zu Futtern gab es auch mehr als genug, mit einer guten Mischung aus verschiedenen internationalen Speisen, die auch eine Auswahl für Vegetarier boten. Weiterhin gab es einige Verkaufsstände und eine Beach-Disco, welche aber in meinen Augen ein wenig überflüssig war. Ein Teil des Festivalgeländes ist ein Stück Sandstrand, der wirklich unmittelbar neben zwei der Bühnen liegt. Aus Sicherheitsgründen wurden auch Zäune aufgestellt, so dass keiner der überalkoholisierten ausversehen im Wasser landen konnte. Der Sandstrand war eigentlich ein schönes Plätzchen, um die Sonne zu geniessen, die an diesem Wochenende unaufhörlich schien, und man hätte sogar dort auch noch die Musik geniessen können, wäre da nicht die Beach-Disco gewesen, deren permanentes Dance-Gedudel die Rockfestival Stimmung am Strand leider zunichte machte.
Der Samstag sah, bei erneut wolkenlosem Himmel, ein noch grösseres Aufgebot an Künstlern, wie z.B. LAPKO, SCANDINAVIAN MUSIC GROUP, STAM1NA, YUP, KOTITEOLLISUUS, die schwedischen Nachbarn von DARK TRANQUILITY und WITCHCRAFT, sowie einige weitere Acts, auf welche wir im nachfolgenden etwas näher eingehen wollen.
Den Anfang unseres Samstags machten die Jungrocker von STURM UND DRANG. Diesmal zwar ohne pyrotechnische Unterstützung, aber das machte das Konzerterlebnis nicht weniger beeindruckend. Wie üblich sorgten die Jungs für den ersten Kreischalarm des Tages, bevor sie mit ihrer üblichen Energie und Bühnenpräsenz das für die Uhrzeit sehr zahlreiche Publikum in Erstaunen versetzten. Die Kids waren wie immer eine interessante Bereicherung des Festivaltages – sie haben einfach alles, was es braucht, um ordentlich Heavy zu sein.
Etwas später am Nachmittag gaben sich im Paviljonki die 80s-Rocker von LEVERAGE die Ehre. Fronter Pekka Heino hat sowohl Charm, Ausstrahlung als auch eine bombastische Stimme – und das zog natürlich die Massen an, so dass es im Paviljonki wieder ordentlich voll wurde. Mit ihrem typischen 80s Rock, nicht ganz so Glam wie Pekkas andere Band, Brother Firetribe, versetzten sie das doch etwas 'ältere' Publikum mit Leichtigkeit in Extase – man fühlte sich irgendwie wie in einem 80s-Movie-Soundtrack. Sowohl Band als auch Publikum waren super drauf und Pekka liess den Saal dann zu
Twilight Symphony mitträllern, bevor man sich nach
Dream World verabschiedete. Das Publikum sah das allerdings etwas anders und verlangte lautstark nach mehr, und so kamen Leverage noch einmal zurück, um mit ihrer ersten Promo-Single
Fifteen Years ihre Show gebührend zu beenden. Live sind Leverage auf jeden Fall eine Empfehlung wert, noch besser allerdings sind deren Alben auf voller Lautstärke im Autoradio! ;)
Von der nächsten Band, dem Girl-Duo PMMP, erwartete ich im Vorfeld nicht allzuviel, denn wenngleich ich auch einige ihrer Songs mag – live hatten sie mich mit ihrem Gekreische und dem albernen Herumgetanze noch nie wirklich begeistert. Nachdem beide Damen in den letzen Monaten Mamis geworden sind, begab sich die Band nach der bedingten Schwangerschaftspause rechtzeitig zu den Sommerfestivals wieder zurück ins Showleben. Vielleicht hat die Pause ganz gut getan, denn zum ersten Mal fand ich einen PMMP Gig recht gut. Wenngleich die Mädels bei weitem noch nicht die Attitude und bedachte Wortwahl bei der Kommunikation mit dem Publikum haben, wie man sie von jungen Müttern erwarten würde. Das Publikum jedenfalls liebte PMMP, die wohl fast das meistbesuchte Konzert des Wochenendes gaben. Und ich freute mich besonders über
Pikkuveli als Zugabe.
Nach einer kurzen Eispause ging es dann zurück zum Strand neben der Rockpolis-Bühne, wo man derweil den Oulu-Rockern von REFLEXION beim Soundcheck lauschen konnte. Oft bekommt man sie ja leider nicht zu sehen, denn selbst nach Veröffentlichung des fantastischen zweiten Albums Dead To The Past, Blind For Tomorrow im März dieses Jahres, gab es nur eine Handvoll Gigs in Finnland. Verstehen tue ich das ganze allerdings nicht, denn die Jungs stehen wirklich hinter ihrer Musik und sind ganz verrückt darauf, live spielen zu können. Kurz vor Qstock gab es im Bandcamp dann noch Aufregung, als Drummer Raymond sich die Hand brach, und man kurzfristig noch einen Ersatz finden musste. Der mit der Band befreundete Olli Estola übernahm Gottseidank den Part, und rettete somit die Qstock-Show für Reflexion.
Fronter Juha, auch bekannt durch sein Seitenprojekt For My Pain, könnte man am ehesten mit einem Duracell-Häschen vergleichen. Nunja, ein Duracell-Häschen mit langen roten Haaren, Rocker-Outfit und der entsprechenden Attitude ;) Die anderen Bandmitglieder gehen ihren Jobs eher ruhig im Hintergrund nach, was dem hyperaktiven Sänger sicherlich gelegen kommt, denn der rothaarige Wirbelwind nahm – wie immer – die Bühne von Anfang an voll für sich ein, schüttelte seine Mähne und stand keine Sekunde lang still.
Reflexion eröffneten ihre einstündige Show mit Dancing In The Air, einem der Ohrwürmer des neuen Albums. Weiterhin folgte eine Best-of-Mischung der beiden Alben, inclusive einer Überraschung am Ende, nämlich
The Thousand Nails In My Heart, welches ich bis dahin noch nicht live gehört hatte. Das zwar kleine, aber sehr begeisterte Publikum zeigte, dass es nicht nur Unterwäsche auf die Bühne schmeissen, sondern auch überzeugend nach mehr verlangen konnte, und so kamen die Jungs mit
Crashing Down noch einmal zurück und liessen sich wohl verdient feiern.
Nachdem die Jungs von Reflexion mit ihrer Show fertig waren, ging es im Eiltempo zur Hauptbühne, auf welcher WITHIN TEMPTATION das Qstock-Festival 2008 beendeten. Sooo rennen hätte ich allerdings nicht gemusst, denn das Intro ertönte erst einige Zeit später, zu welchem zuerst die Band und danach Sharon in einem weissen Rock und passender Korsage die Bühne einnahmen und mit
Jillian ihr gut 90-minütiges Set begannen. Sharon hat Stimme, Aussehen, Ausstrahlung, rockt trotz des eher klassischen Outfits, kommuniziert charmant mit dem Publikum, und lernte sogar einige Worte Finnisch – die perfekte Frontfrau. Und ich muss dazu sagen, die Frau ist wirklich bildhübsch – im Fotograben sieht man das ja am allerbesten. Within Temptation machten ihrer Aufgabe als Festival-Headliner alle Ehre und versetzten das Publikum mit ihrer akustisch und optisch perfekten Show in Erstaunen. Das Gelände war vollgepackt, die Leute waren richtig dabei und genossen die Darbietung in vollen Zügen. Mein persönliches Highlight des Sets war, wie erwartet, der Klassiker
Angels. Nach etwas mehr als seiner Stunde verliessen Within Temptation nach
Mother Earth die Bühne, wurden aber natürlich lautstark zurück beordert. Das grosse Finale aus
Deceiver Of Fools, Memories und dem unabkömmlichen
Ice Queen wird den Qstock-Besuchern wohl sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Mit dem anschliessenden wundervollen Feuerwerk über Oulu ging ein tolles Festival zu Ende, und wir fielen geschafft in unsere bequemen Hotelbettchen. Wir bedanken uns bei der Festivalorganisation für das interessante musikalische Angebot und den insgesamt reibungslosen Ablauf, und freuen uns schon auf Qstock 2009!
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