Queens Of The Stone Age

Tour 2005

27.06.2005 Palladium / Köln

Von: Willi Nickolaus

Queens Of The Stone Age Köln

Josh Homme hat einmal gesagt, dass die Wüste für ihn ein heiliger Ort wäre. Man müsse sich aus der Wüste entfernen, sonst würde sie einen aufbrauchen. Von Aufbrauchen kann an diesem Abend im Kölner Palladium wirklich nicht die Rede sein. Der Rotschopf aus Palm Desert/Kalifornien, der die Wüste als größte Inspirationsquelle bezeichnet, fühlt sich nach dem Ausscheiden von Nick Olivieri und dem Teil-Ausstieg von Marc Lanegan (Screaming Trees) sichtlich wohl in seiner Rolle als Patriarch des Steinzeit-Alters. Schnörkellos peitscht er sein hochkarätiges Musikerkollektiv nach vorne und spornt es zu psychedelischen Höstleistungen an.

Das Publikum, das sich vorher an Hommes Nebenprojekt Eagles Of Deathmetal, mit Ex-Hole-Schlagzeugerin Samantha Maloney am Kit, aufwärmen konnte, geht vom ersten Moment an begeistert mit. Es honoriert den kompromisslosen Schlagabtausch zwischen den wummernden Bass- und Gitarrenläufen und dem knallharten Schlagzeug. Ex-Danzig Drummer Joey Castillo würde an jeder Hantelbank eine gute Figur abgeben, so sehr drischt er auf sein Instrument ein. So gerne ich an diesem Abend auch Dave Grohl an den Sticks gesehen hätte - das kann man wirklich nicht besser machen.

Überhaupt scheint die Band jede Menge Spaß zu haben und zeigt sich überaus experimentierfreudig. Aus dem "Rated R"-Hit "The Lost Art Of Keeping A Secret" wird eben mal so eine 12 Minuten-Version. Die Queens legen sich also mächtig für ihr Publikum ins Zeug, erlauben ihm sogar per Ansage Fotos zu schießen und mitzufilmen. Joshes Order an die Security: "Das sind meine Freunde, und wir wollen hier eine Party machen. Alles ist erlaubt". Versöhnliche Worte eines Mannes, dem Dwarves-Sänger Blag Dahlia nach einer Bierflaschen-Attacke eine ordentliche Platzwunde und einen Krankenhausaufenthalt zu verdanken hat. Dafür gab’s kürzlich eine dreijährige Bewährungsstrafe. Höhepunkt der über 1 ½-stündigen Show ist jedoch Joshs Solo-Einlage bei "No One Knows“. Mit offenen Mündern verfolgen die ersten Reihen Joshs tanzende Finger auf den Gitarren-Saiten und goutieren die Performance mit frenetischem Applaus.

Großes Kino, das den Fans an diesem Abend geboten wird. Hervorragender Sound von erstklassigen Musikern. Hoffen wir auf viele weitere gute Platten und Auftritte! "In My Head", die zweite Single aus dem aktuellen Album "Lullabies To Paralyze", erscheint übrigens am 04. Juli. Das Video zu "Everybody Knows That You're Insane" kann man auf der Homepage von Universal begutachten. Gedreht hat es Terry Richardson, das selbsternannte Enfant Terrible der Modefotografie. Der Künstler aus New York schockt derzeit die gesamte Modewelt mit seinen humorvoll-trashigen Sex-Fotos. Wer also Lust auf einen Cllip hat, in dem ein Japaner auf seinem besten Stück Gitarre spielt, nachdem er sich nackt im Schnee gewälzt hat, dem sei das Video ans Herz gelegt.

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