Open Air 2010 - Support: Alain Johannes
Dass es sich bei den Queens Of The Stone Age um wahre Urgesteine des Alternative-Stoner-Rock handelt, bringt nicht alleine schon ihr Name mit sich. Bereits seit dem Jahr 1997 gibt es das hochkarätige Musikkollektiv um Gründer und Bandkopf Josh Homme nun schon. Mit ihrem unverwechselbaren zähen Rock, der durch komplizierte Gitarrenriffs und minimales Schlagzeugspiel charakterisiert wird, haben sich die Queens schon gleich in ihren Anfängen einen Namen machen können. Zahlreiche Größen wie zum Beispiel Dave Grohl, bekannt durch die Foo Fighters und Nirvana, gastierten schon für die Queens, sowie unzählige ebenso erfolgreiche Projekte, um mit Them Crooked Vultures und Eagles Of Death Metal nur zwei zu nennen, hat Josh bereits ins Leben gerufen oder zumindest bei ihnen mitgewirkt. Und nicht zuletzt die ausgiebigen Tourneen und exzellenten Livequalitäten sorgten wohl schließlich dafür, dass sich die Queens Of The Stone Age auf dem Rockolymp einen festen Platz gesichert haben. Für lediglich drei Konzerte verschlägt es das Quintett nach Deutschland, da gilt der Auftritt im Hamburger Stadtpark natürlich als Pflichttermin.
Ein Eintrittspreis von 40 € hat es wirklich in sich, aber von so was lassen sich die Fans nicht aufhalten. Es sind eben die Queens, und so ist das Konzert bereits seit zwei Monaten ausverkauft! Und weil es eben die Queens sind, scheinen sie ebenso gutes Wetter für sich gebucht zu haben. Dass es morgens noch wie aus Kübeln regnet, davon ist am Abend nichts mehr zu spüren, und zarte Sonnenstrahlen kitzeln einem das Gesicht, während man voller Vorfreude dem Konzert entgegenblickt. Ein bisschen wärmer hätte man es sich vielleicht gewünscht, doch immerhin soll man an diesem Abend musikalisch ordentlich eingeheizt werden.
Als Support steht heute Alain Johannes auf der Bühne, seines Zeichen nicht nur Singer und Songwriter sondern auch Produzent und Studiomusiker. Er arbeitete bereits an zahlreichen eigenen Projekten sowie mit diversen namenhaften Bands zusammen und erlangte nicht zuletzt durch die Arbeiten mit den Queens Of The Stone Age selbst an Bekanntheit und vor allem auch an Bedeutung. So harmonisch die Stimmung bereits vor der Stadtparkbühne ist, so richtig lassen sich die Zuschauer nicht auf die ruhigen Melodien ein, die Alain zum Besten gibt. Und dabei zeigt er wirklich gekonnt, dass man durch ein flinkes Fingerspiel an der Gitarre durchaus so klingen kann, als sei mehr als ein Musiker auf der Bühne. Applaus bekommt er natürlich trotzdem vom Publikum, und das auch äußerst verdient.
Wie das bei Stadtpark Konzerten so ist oder besser aufgrund der umliegenden Wohnhäuser sein muss, beginnt das Konzert der Queens pünktlich um 20 Uhr und somit noch bei Tageslicht. Selbstverständlich werden die fünf Amerikaner mit euphorischem Applaus begrüßt und auch nach jedem Song damit belohnt, jedoch so richtig Stimmung kommt erst auf, nachdem die Sonne der Dunkelheit gewichen ist. Erst dann entfalten die Lichteffekte ihre Wirkung, erst dann scheinen sowohl Band als auch Publikum richtig angekommen zu sein. Leider ist zu dem Zeitpunkt ungefähr die Hälfte des Sets schon verstrichen. Meinerseits wird die Stimmung eindeutig durch die zahlreich fliegenden, wohlgemerkt gefüllten, Bierbecher getrübt. Nachdem dann der fünfte Schwung Bier über die Klamotten fließt, fragt man sich doch wirklich, warum die Leute 3 € für ein Bier bezahlen, wenn sie es dann doch nur über die Menge schmeißen. Man versucht sich davon jedoch nicht beirren zu lassen. Fleißig wird zu der hervorragend ausgewählten Setlist getanzt und wie sollte es auch anders sein, selbstverständlich werden die Songs auch textsicher vom Publikum begleitet. Josh findet auch ein paar dankende Worte für seine Fans und beeindruckt ansonsten mit seiner ausdrucksstarken Stimme zum dynamisch flirrenden Gitarrensound.
Nach insgesamt eineinhalb Stunden verlässt das Quintett um Josh Homme die Bühne. Ein bisschen Missmut bekommt man hier und da schon zu spüren: Ein bisschen kurz, sie haben nicht zu alter Form gefunden und sich oft verspielt, da erwartet man für den Eintrittspreis dann doch ein wenig mehr. Dennoch guckt man in viele ebenso glückliche Gesichter und auch der Merchandisestand wird nach dem Gig gestürmt. Das schlechteste Konzert kann es folglich nicht gewesen sein. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass es insgesamt ein gelungener Abend war, umgehauen hat es mich jetzt aber auch nicht. Vielleicht sollte so ein Konzert das nächste Mal doch wieder in eine Halle verlegt werden, alleine schon um dem Tageslicht zu trotzen. Ich würde ein Konzert von ihnen dennoch jeder Zeit wieder besuchen, die Queens sind eben die Queens!
Setlist:
Feel Good Hit Of The Summer
The Lost Art Of Keeping A Secret
3's & 7's
Sick, Sick, Sick
Misfit Love
Monsters In The Parasol
Leg Of Lamb
Burn The Witch
Into The Hollow
Long Slow Goodbye
Battery Acid
Little Sister
Turnin' On The Screw
Go With The Flow
No One Knows
A Song For The Dead
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Tangled Up In Plaid
I Think I Lost My Headache