Herbsttour 2011
Anfang des Jahres legte Oberindianer Rainald Grebe sein erstes Album mit Orchesterbesetzung vor. Zehnköpfig manövrierte sich "Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung" durch die neuesten Werke des Mannes, der kürzlich die Waldbühne fast ausfüllte. Mit "Zurück zur Natur" ging der Berliner Anfang September dann wieder zurück zum Kapellen-Status, aber eine Orchester-Tour darf mit einem dermaßen gelungenen Album im Gepäck natürlich nicht fehlen. Nicht nur am Samstag in Bremen, sondern auch in diversen anderen Tourstädten, waren dementsprechend nicht nur die Publikumsreihen gut gefüllt, auch die Bühne meldete Vollbesetzung.
Quer durch seine reichhaltiges Repertoire, und trotzdem immer mit den aktuellen 2011er Platten im Hinterkopf, führt Grebe dabei seine Zuschauer spitzbübig an der Nase herum. Waghalsiger Humor wechselt sich mit Kalauern und großartigen Pointen, die manchmal auch im Hals stecken bleiben, ab. Niemand meistert das süffisante Chaos so zielstrebig und freundlich absurd wie der 40-jährige Kabarettist und Teilzeit-Rock’n’Roller.
Das beweisen der Meister und seine neun Meisteretten auch im Bremer Musical Theater. Einen Dampfhammerhinweis auf die 0:5-Niederlage von Werder in Gladbach lässt sich der Wahl-Berliner ebenso wenig nehmen, wie das fast unausweichliche "Der Präsident" und die ironischen Einblicke in die Ost-Landschaften der Republik, die Grebe berühmt gemacht haben. "Dörte" teast die Band zwar nur, aber das ist man mittlerweile ja gewohnt.
Fast drei Stunden nehmen Rainald Grebe und sein Orchester ihr Publikum mit auf die wilde Fahrt namens „Herbsttour". Wir will, kann auf der Bühne mit Handtaschen tanzen oder den vom heimlichen Star des Abends, einem Streicherquartett in den besten Jahren, vorgetragenen Vivaldi-Stücken lauschen. Diese Verschnaufpausen sind auf alle Fälle gut verteilt und an einer Hand abzuzählen. Denn wenn Rainald Grebe in die Stadt kommt, wird nicht gezögert und nicht an Political Correctness appelliert, dann wird gerockt!
Das Orchester der Versöhnung:
Rainald Grebe (Klavier, Gesang, KopfschmuckÂ…)
Martin Brauer (Schlagzeug, Häschen, Pferdemaske)
Marcus Baumgart (Gitarre, Banjo, Bananengürtel)
Buddy Casino (Orgel, Kickboard)
Serge Radke (Bass, Tuba, Brautkleid)
Smoking Joe (Turntables, Hasselhoff-Posen)
Streicherquartett: Helmut Katzer, Horst Krause, Erhard Starke, Ludwig Geisler.
Die restlichen Termine:
21.11.11. - Hamburg
22.11.11. - Dresden
24.11.11. - Schwerin
25.11.11. - Köln
26.11.11. - Nürnberg
27.11.11. - Mannheim
09.-12.01.12 - Berlin