Revolverheld

Chaostheorie Tour - Support: Ich Kann Fliegen & Leo Can Dive

02.02.2008 Capitol / Hannover

Von: Melanie Schupp

Revolverheld Hannover

Es gibt Revolverhelden, die sich bei Sonnenaufgang in der Hauptstraße der Stadt vor dem Saloon duellieren. Sonnengegerbte Haut, rauchende Colts und die ferne Weite der Prärie in der ein einsamer Coyote des Nachts den Mond anheultÂ… Doch am 27. Februar 2008 liegt dem Publikum nichts ferner als der wilde Westen, denn die Revolverhelden des abends sind nicht mit Schießeisen bewaffnet. Ihre Waffen sind die Instrumente und der Schall der Musik schneller und effektiver als sämtliches Blei der Welt.

Doch bevor die musikalischen Revolverhelden ihr Pulver verschossen, lag es an einem Special Guest das Publikum aufzuwärmen. Die in Hannover heimischen „Ich Kann Fliegen“  machten den Auftakt und begeisterten die Anwesenden mit energiegeladenem deutschem Rock. Entweder hatten sich Ich Kann Fliegen bereits eine Schar an Fans mitgebracht, oder aber – was auch denkbar wäre, bei dem Einsatz und der guten Qualität auf der Bühne – das Publikum war schnell angesteckt von der guten Laune der Band. Es wurde fleißig applaudiert und Zuspruch gerufen. Der Auftritt der Jungs erschien sehr professionell und es würde mich wundern, wenn wir nicht bald mehr von ihnen hören würden.

Eine kleine Abwechslung zwischen den deutschsprachigen Acts bot der zweite Supportact Leo Can Dive. Obwohl aus Deutschland stammen entschied sich die Band zu englischen Lyrics. Das bereits gut in Rage gekommene Publikum wippte auch hier eifrig mit, wenn auch die Bandmitglieder on Stage ein wenig statisch wirkten. Doch Pop-Punk vom Feinsten aus Duisburg hielt alle bei bester Laune. Die Spieldauer von Leo Can Dive hielt sich in Grenzen und schien gut abgewägt, so dass trotz zwei Supportacts weder Unmut noch Ungeduld aufkamen.

Dann die zweite UmbaupauseÂ… die strapazierte dann doch so manchen Geduldsfaden. Die Anzahl der Supportbands ist dabei meist nicht dramatisch, man ist ja offen für alles und die Supports bieten oft ein interessanten neuen Einblick. Doch die Umbaupausen, die sich dadurch häufen, sind eher lästig. Jedoch – wie immer im Capitol – ging dies recht schnell von Statten und die Menge jubelte alsbald beim Erlöschen des Lichtes und dem etwas pompösen orchestralen Intro, das die Hamburger Jungs von Revolverheld ankündigte. Der Jubel schwoll an, als die 5 Herren die Bühne in Beschlag nahmen. Energiegeladen und bestens gelaunt starteten sie mit „Patient in meiner Psychiatrie“ durch. Die Krankheit von vergangenem November schien vollkommen ausgemerzt – Sänger Johannes gab alles. Ebenso wie seine Kumpels um ihn herum. Kein Wunder, dass das Publikum vom ersten Ton an in den Bann der Revolverhelden gezogen wurde. Die Menge sprang in die Höh bei „Generation Rock“, sang mit bei „Gegen die Zeit“ und hing an Johannes Lippen bei „Längst verloren“.

Dabei strahlten die Musiker eine solche Freude und Einsatzbereitschaft aus, dass es alles andere als schwer fiel die Band einfach zu mögen. Die Programmgestaltung an sich wurde auch möglichst abwechslungsreich und unterhaltsam gehalten. Neben immensem Körpereinsatz aller fünf Bandmitglieder griff Johannes auch gerne mal zu den Schellen oder wurde Drummer Jakob an den Bühnenrand geholt, um ein, zwei Songs publikumsnah (näher gings fast nicht) zu gestalten. Ganze 23 Songs boten sie diesen Abend quer durch ihre Alben „Chaostheorie“ und „Generation Rock“ führte die Setlist und stellte auch noch den Letzten im Saal zufrieden. Der tosende Applaus war mehr als gerechtfertigt und entlohnte die Jungs hoffentlich für sämtliche Bühnenaction.

Die Hamburger starteten vor wenigen Jahren eine steile Karriere und der Glücksfaden scheint nicht abzureißen. Umso mehr erfreut es, zu sehen wiesehr sie sich nach wie vor einsetzen und ihren Fans bei ihren Konzerten jeden Cent wett machen, den diese für die Konzertkarten gezahlt haben. Wir sagen: weiter so! Und drücken dafür die Daumen für die fleißigen und sympathischen Revolverhelden. Möge euer Stern noch lange am Rock-Pop-Himmel leuchten! Mögen die Fans mit euch sein.

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