Tour 2005 Support: Alexis on Fire und Red Lights Flash
„SOLD OUT!“
Von diesem Schriftzug wurde man begrüsst, als man vor dem Prime Club eintraf. Rise Against gaben sich heute die Ehre und haben Alexis on Fire und Red Lights Flash mit im Schlepptau um den Club ordentlich durchzurütteln. Genau das wollten die Fans, waren doch die Karten wie zu sehen bereits im Vorfeld ausverkauft.
Nachdem sich der Einlass ein bisschen nach hinten verschob, sicherte ich mir schon mal einen guten Platz vor der Bühne und traf dann noch 2 nette Menschen aus einem Musikforum und wir warteten zu 3 dritt auf den Auftritt von Red Lights Flash.
Der fand ein wenig befremdlich statt, kam doch zuerst ein Mann mit Krücken auf die Bühne gehumpelt und setzte sich auf einen Stuhl, während er an einer Gitarre rumschraubte. Dieser Mann war Christoph, Gitarrist der Band aus Österreich. Kurz darauf wurde aufgeklärt was denn mit dem armen Kerl passiert war, er hatte sich 1 Tag vorher beim Berliner Konzert den Miniskus gerissen..autsch! Aber man wollte die Tour nicht sausen lassen und deswegen hat der gute die Zähne zusammengebissen und spielt im Sitzen weiter, dann nenn ich mal Einsatz.
Und vom Einsatz bekam man dann auch eine volle Breitseite um die Ohren gebretzelt. Die Jungs legten sich von der ersten Sekunde an ins Zeug, als wenn es keinen Morgen geben würde. Das Publikum wippte bei den ersten Liedern erstmal nur zaghaft mit, aber nach der hälfte des Sets und zu krachern wie „Saving My Time“ und „Boost the Economy“ bildete sich dann auch ein Moshpit und alle anderen hüpften und tanzten begeistert. Der sehr politisch orientierte Punk/Hardcore Mix wusste sehr zu begeistern, ich denke von den Jungs hören wir noch öfter, grandiose Show. Zumal die ganze Band ein dauergrinsen auf dem Gesicht hatte während sie sich körperlich alles abverlangten und Christoph auf einem Bein über die Bühne hüpfte um mit seinen Jungs zu feiern und das Publikum anzuheizen.
Nach einer recht kurzen Umbaupause kamen dann auch Alexis on Fire auf der Bühne. Die Band aus Kanada hat mich mit ihrem aktuellen Longplayer „Watch Out“ extrem begeistert und ich hatte sehr hohe Erwartungen. Die wurden auch prompt erfüllt, mit „Accidents“ ging es direkt mit der Wucht einer Dampframme nach vorne. Die Kanadier zeigten sich ebenfalls extrem gut gelaunt und turnten über die Bühne wie Derwische. Das Publikum wurde mit lustigen Witzen und Anekdoten wunderbar in die Show eingezogen. Mit klasse Songs wie „White Devil“ und „That Girl Possessed“ brannte man ein Musikalisches, hartes Feuerwerk herab.
Zum glück waren auch ein paar Songs von der wesentlich raueren Debut CD wie zb. das geniale „.44 Caliber Love Letter“ und „Polaroids of Polar Bears“ mit an Bord. Gegen Ende sprang Schreier George noch in die Menge und man liess das gelungene Set mit „Happiness Bye The Kilowatt“ ausklingen. Man bedankte sich ausgiebig für die Begeisterung der deutschen Fans und machte dann Platz für die letzte Umbau Pause.
Vorne drängte sich alles dicht an dicht und man wartete gespannt auf den Headliner Rise Against. Die kamen dann auch nach knapp 30 Minuten auf die Bühne und machten da weiter wo Alexis on Fire aufgehört haben.
Direkt beim ersten Song explodierte die Menge förmlich und es war noch mehr Bewegung im Spiel als bei Alexis (was gar nicht so leicht zu toppen war). Nach den ersten Songs nahmen dann auch einige Leute die abürzung über die Bühne um aus der wirbelnden Masse zu fliehen und Luft zu schnappen. Sänger Tim Mcllrath bot dann auch den übrigen anwesenden an einfach auf die Bühne zu kommen falls man sich unwohl fühlen sollte oder einem Schwindelig werden sollte.
Der Schwerpunkt an diesem Abend lag Musikalisch ganz klar bei Rise Against neuer CD „Siren Song of the Counter Culture“, was vom Publikum auch sehr begeistert aufgenommen wurde, gespickt mit dem ein oder anderen Klassiker.
Songs wie „Like The Angels“, “Black Masks and Gasoline” und “State of the Union” liessen die menge ausrasten und ich kam mir vor als wenn ein reissender Strudel mich in einem Fluss nach untenziehen wollte. Man konnte einfach nicht anders als mitzuspringen und die Faust nach oben zu Recken. Sänger Tim sprach auch extrem ausgiebig mit dem Publikum, der gute George Bush bekam sein Fett wett und man machte auch eine menge, lockerer Witze. Zb. machte man die „dummen“ Kanadier von Alexis on Fire scherzhaft dafür verantwortlich den Verstärker kaputt gemacht zu haben. Nach gut 60 schweissgebadeten Minuten war dann aber noch nicht Schluss.
Die Band verliess die Bühne, kam aber für 3 Zugabe Songs noch mal zurück. Mit dem wunderschönen Akkustik Song „Swing Life Away“ gab Tim einen Song für die ruhigeren Momente des Lebens, der aber trotzdem nachdenklich stimmte, zum besten.
Danach gab es noch „Life Less Frightening“ zu hören und den absolut genialen Song „Give It All“, den man auch direkt wörtlich nahm. Mein interner Akku war dann auch aus, genau wie der Spektakuläre auftritt der Chicagoer Band und ich war froh draussen an die Kühle Luft zu kommen und ein kaltes Bier zu trinken.
Im Herbst wollen sie wiederkommen, meinte Tim. Soviel steht fest, ich bin dabeiÂ…schliesslich war dies eines der besten Konzerte in meinem Leben.