Robert Forster

Tour 2008

05.10.2008 Gloria Theater / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Robert Forster Köln

Robert Forster sollte den meisten vor allem als Mitglied der Go-Betweens bekannt sein. Zusammen mit Grant McLennan veröffentlichte er zwischen 1981 und 1988 sieben Alben, bevor sich die Band auflöste. Im Jahr 2000 reformierten Forster und McLennan die Go-Betweens dann offiziell wieder und es folgten noch vier weitere Studio- und ein Live-Album. Doch damit genug des Exkurses. 

Denn heute abend ist Robert Forster nach Köln gekommen um sein Soloalbum „The Evangelist“ live vorzustellen, sein insgesamt fünftes und das erste seit zwölf Jahren. Knapp 400 meist ältere Menschen sind gekommen, um diesem Ereignis beizuwohnen. Kurz nach neun betritt der immerhin auch schon 51jährige Australier, die Westerngitarre um den Hals, die Bühne des Gloria Theaters, ordentlich im Anzug, wie es sich für einen älteren Herren geziemt und spielt zunächst einmal vier ruhige Songs.

Forster wirkt dabei sehr steif und auch sein Gitarrenspiel kommt kaum über mechanisches Geschrammel hinaus, zudem kann man ihn auch kaum als glänzenden Sänger bezeichnen. Allerdings hat er durchweg gute Songs am Start, die diese Mankos leicht vergessen lassen. Die Zuschauer sind trotz allem sichtlich zufrieden und beklatschen jedes einzelne Lied begeistert.

Zum Opener seines neuen Albums „If It Rains“, gesellt sich eine Bassistin zu ihm auf die Bühne und zwei Stücke später kommt auch noch ein Gitarrist/Keyboarder hinzu. Als sich dann auch noch Matthew Harrison hinter sein Ludwig-Schlagzeug setzt, ist das Quartett perfekt. Der Vortrag bleibt leider trotzdem weiterhin sehr statisch, auch wenn Robert Forster versucht, durch kleine Anekdoten (z.B. über eine Ex-Beziehung) so etwas Ähnliches wie Kontakt zum Publikum herzustellen. Die nach 45 Minuten ausgerufene Pause lässt dieses kleine Pflänzchen jedoch schnell wieder eingehen.

Während des darauf folgenden zweiten Teil des Sets legen die Musikanten dann aber Gott sei Dank doch noch die Rheumadecken ab und Robert Forster versucht sich in Ausdruckstanz und lässt sich einfach von seiner Musik treiben. Die Schwierigkeiten, die er offensichtlich im Live-Vortrag seines Albums „The Evangelist“ hat, sind sicherlich auch dem darin verarbeiteten Abschied von seinem langjährigen Weggefährten Grant McLennan geschuldet, der am 6. Mai 2006 mit 48 Jahren tot in seiner Wohnung aufgefunden worden war. Forster wollte danach eigentlich nie wieder Songs veröffentlichen, geschweige denn Konzerte geben. So gibt es bezeichnenderweise am Merchandise-Stand des Abends nur T-Shirts mit der Aufschrift „McLennan“ zu kaufen.

Fazit: Je später der Abend, desto sicherer wurden die Akteure und nach einigen schnelleren Nummern ließ sich Herr Forster dann sogar noch zu zwei Zugabenblöcken zurück auf die Bühne bitten und bescherte so allen Beteiligten, nach dem doch sehr schwachen Anfang, noch ein sehr versöhnliches Ende des Abends.

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