Rock am Ring 2008
Am 04.06.2007 dachten sich circa 85.000 Rock am Ring Fans „Noch 356 schier endlose Tage bis Rock am Ring 2008!“ und plötzlich war es soweit. Das Festival 2008 näherte sich Anfang Mai rasant dem Ausverkauf. Das Angebot der Headliner überschlug sich förmlich und ehe man es sich versah, hieß es auch schon Zelte, Fahnenstangen und Gummipuppen packen, die Fahrt geht Richtung Nürburgring.
Bereits im vergangenen Jahr jagte ein Rekordergebnis das nächste. Dieses Jahr war damit noch lange nicht Schluss. Schon mittwochs vor dem offiziellen Festivalstartschuss war der Andrang der Anreisenden so hoch, dass mitten in der Nacht die ersten Parkplätze geschlossen werden mussten, um die Menschenmassen ausgewogen verteilen zu können und einen Überblick zu gewinnen. So hieß es für einige, die an ihrem Stammplatz parken und zelten wollten, gut und gerne 3 Stunden Wartezeit bis zum Morgengrauen. Doch der geschulte Rock am Ring Besucher lässt sich durch nichts die Laune verderben und steht auch das durch. Immerhin verhielt sich das Wetter in diesem Jahr mit den Temperaturen gütig und somit verflog auch die Wartezeit.
Die Zeltplatzordnung schien dieses Mal geordneter als zuvor. Es gab sogar unglaublicherweise 1-2 Stunden Ruhe pro Nacht, was die übrigen Jahre nicht denkbar gewesen wäre. Für gewöhnlich liefen Generatoren und Musik rund um die Uhr… und war dies nicht der Fall so packte mit Sicherheit einer der Nachbarn seine Klampfe aus und grölte betrunkenerweise Deutschrock bis zur kompletten Heiserkeit. Auch der Altersdurchschnitt schien wieder angestiegen zu sein. Vielleicht lag das an den Urgesteinen der Rockmusik, die in diesem Jahr im Line Up vertreten waren.
Der Freitag begann mit einem enormen Publikumsansturm, wie bereits im letzten Jahr. Die Zeiten des gemütlichen Festivalbeginns sind offensichtlich endgültig Geschichte. Das Programm startete mit ein paar bekannten Gesichtern, fast könnte man sagen Wiederholungstäter am Ring. Animal Alpha aus Norwegen wirbelten einmal mehr über die Bühne und hatten dabei nichts von ihrer außergewöhnlichen Energie und dem Stimmvolumen verloren. Ebenso rockten Silverstein, die sich bereits 2007 die Ehre gaben, die Alterna Stage.
Auf der Center Stage spielten derweil From First To Last vor einem für 14.30 Uhr sehr beschaulichen Publikum. Die Band, die nach dem Ausstieg von Frontmann Sonny entschloss alleine weiter zu machen präsentierte eine Mischung alter und neuer Songs. Etwas gewöhnungsbedürftig war das Ganze trotz guter Qualität. Der Bandname rief einfach stets Sonnys eindrückliche Stimme in den Kopf und die jetzigen Vocals von Matt Good (Gitarrist und Ex-Background-Vocals) erklang doch komplett anders als die Sonnys. Schaffte es der Hörer jedoch, nach ein paar Minuten den Knopf, der diese ständige Assoziation mit Sonny herstellte, auszuschalten konnte man erkennen dass From First To Last auch in neuer Formation rockten und sich selbst als auch ihren Fans etwas Gutes taten, indem sie sich dazu entschlossen nicht aufzugeben.
Für etwas musikalische Abwechslung sorgten Culcha Candela, die an der Center Stage mit ihren Beats die Hüften in Bewegung brachten. Gavin Rossdale war natürlich auch ein Muss für sämtliche weiblichen Festivalbesucher und Bush-Fans. Beide kamen vollends auf ihre Kosten, da Mr. Rossdale überwiegend Songs aus seinem alten Bush-Repertoire auspackte.
Von Serj Tankian über Bad Religion landeten die Meisten an diesem Tag bei Incubus und lauschten Hits wie „Drive“, „Megalomaniac“ oder „Nice To Know You“. Nur eine Band konnte diesen Menschenauflauf noch toppen und das war der Hauptact Rage Against The Machine, die nach jahelanger Abstinenz wieder live zu sehen waren. Etwas, das kaum jemand für möglich gehalten hätte spielte sich nun vor den Augen zig-tausender Menschen ab. Wer hätte schon gedacht einmal „Killing In The Name Of“, „Bulls On Parade“ oder „Bombtrack“ live zu hören. Doch als der rote Stern auf der Centerstage aufging, gab es keinen Zweifel mehr, dass eine der prägendstens Bands der 90er Jahre zurück ist. Nach wie vor ist ihre Energie auf der Bühne und die sie auf das Publikum auswirken, ebenso wie ihre Musik überhaupt, schier unerreicht. Sie vereinten an diesem Abend die jüngsten Rock am Ring Zugänger mit alteingesessenen Besuchern und gemeinsam konnte man beobachten, wie die Masse ausflippte. Da wurden Running Circles gebildet und sogar (verbotenerweise) rote Leuchtfackeln entzündet, die das Geschehen infernal erscheinen ließen. Ein sehr eindrückliches Spektakel.
Wer nun neben einer Band wie RATM auf einer anderen Bühne spielen musste, hatte wahrscheinlich kein glückliches Los. Doch Bullet For My Valentine, durften sich auf der Alterna Stage über eine ziemlich große Anhängerschaft erfreuen und das trotz RATM auf der Centerstage. Das hatten sich die Jungs auch verdient. Eine der wenigen jungen Bands, die es geschafft hat bald Stadioncharakter zu erreichen, wie viele ihrer großen Vorbilder. Sichtlich erfreut über die vielen Zuhörer spielten sie in gewohnter Topform und Top-Qualität.
Wer nach RATM und Bullet For My Valentine noch nicht genug hatte, konnte sich danach Motörhead ansehen. Leider setzte danach ein starker Regenschauer ein, der das Warten auf The Prodigy erschwerte und die Pause schier endlos erscheinen ließ. Doch pünktlich zum Startschuss der Elektropunks flaute der Regen ab um nach den ersten Songs komplett zu versiegen. Somit kamen die Tanzwütigen aus ihren Ecken und Verstecken und wüteten mit Keith Flint und Maxim Reality um die Wette. Auf der Bühne hatten The Prodigy dieses mal etwas mehr an Lichttechnik aufgefahren und dämonische Cartoonaugen leuchteten in unterschiedlichem Farbwechsel im Hintergrund. Eigentlich war der Regen vor der Show sehr praktisch. Die Abkühlung erleichterte das Durchtanzen zu „Poison“ und „Voodoo People“. Keith Flint, der sich dieses Mal leider nicht ins Publikum begab wie das letzte Mal bei Rock am Ring 2005, und Maxim machten vor wie es ging und heizten den Leuten mehr und mehr ein. The Prodigy, wie immer ein einwandfreies Late Night Special, das den Festivalgängern noch die letzten Reserven abverlangte. Doch es lohnte sich immer wieder.
Dies war erst der Freitag – erster Tag des Festivals und somit begab man sich nach The Prodigy auch ins Bett oder noch in eines der Disco Zelte zum Feiern. Es hieß noch 2 weitere Festivaltage zu überstehen.
Am Samstag öffnete der Coca Cola Soundwave Clash seine Tore. Die Gewinner des Coca Cola Soundwave Onlinevotings traten ab 13 Uhr im Coca Cola Club Tent gegeneinander auf. Leider eine wirklich frühe Stunde für Rock am Ring Verhältnisse. Und nebenbei mussten die Newcomer auch noch einen Großteil des potentiellen Publikums an ihre große Konkurrenz von Infadels oder Alter Bridge abtreten. Trotzdem ließen sich einige Zuschauer im Zelt blicken und für 10 der 20 Bands geht es nach Rock am Ring weiter an die nächsten Festivals.
Der frühe Vogel fängt den Wurm, das dachten sich auch einige Ringrocker und Hot Chip konnten sich über ein ansehnliches Publikum bei ihrer Show erfreuen. Da wurde bereits um 15.50 Uhr das Tanzbein geschwungen. Es war auch schwer sich den lockeren Electronic Beats der Londoner zu entziehen. Doch der erste richtig große Höhepunkt des Samstags wurde um 16.20 Uhr an der Center Stage erreicht. Disturbed aus Chicago, die kurz vor Beginn des Festivals ihr aktuelles Album „Indistructable“ veröffentlichten, bewiesen dass sie in der Tat unkaputtbar waren, wie ihr Albumtitel versprach. Frontmann David Draiman shoutete sich die Seele aus dem Leib und war gut gelaunt zu einigen Scherzen aufgelegt. Einzig anstrengend waren die vermehrten Hinweise auf den Erwerb des neuen Albums. Wem bis zu Rock am Ring noch nicht klar war, dass Disturbed ein neues Album namens „Indistructable“ auf dem Markt haben, der wusste spätestens nach deren Auftritt bescheid. Und wer so laut gegrölt hat, als David nachhakte, wer sich denn das neue Album noch besorgen würde, soll nun auch bitte Wort halten.
Weiter ging es mit In Flames über zu Nightwish. Dass die Finnen grundsätzlich technische Probleme auf der Center Stage haben, ist kein Geheimnis. Es ist wie verhext. Auch vor Nightwish machte dieser Fluch kein Halt. Da flogen zwar die Pyros und Goldregen ohne Ende, doch leider kamen andere Fehlerteufel dazwischen, sodass Sängerin Anette Olzon nach einiger Zeit leicht angesäuert die Bühne verließ, bis das Problem behoben war. Ziemlich geknickt erschienen Nightwish nach wenigen Minuten wieder auf der Bühne, doch leider hatte auch die Stimmung im Publikum ein wenig eingebüßt. Es dauerte ein paar Takte, bis sich alles wieder fügte und dann immerhin reibungslos zum Finale führte.
Für die im Anschluss erscheinenden The Offspring lief dafür alles glatt. Nach langer Zeit hatten die Jungs um Dexter Holland mal wieder ein Album im Kasten. Dies war zwar noch nicht auf dem Markt, doch die Gerüchte besagten, dass The Offspring an diesem Tag das ein oder andere Stück zum Besten geben sollten. Doch die Show eröffnete ein alter Hit des Durchbruchalbums „Smash“. Und zur Freude vieler war das nicht etwa einer der weit verbreiteten Hits, sondern „Bad Habit“ – eher ein Geheimtip mit langsamen Einstieg, der nach der ersten Strophe schnell und aggressiv losbrettert. Und das Publikum bebte von der ersten Sekunde an mit, grölte Songs wie „Gotta getaway“ oder „What happened to you?“ und sogar die neue, zu dem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichte Single „Hammerhead“ mit – myspace machts möglich. Die Heiserkeit ließ grüßen und auch blaue Flecken hagelte es zu dieser Show massenweise. Seit mehr als 20 Jahren sorgten The Offspring nun schon für Furore und bewiesen, dass sie kein Stück gealtert waren... in musikalischer Hinsicht versteht sich. Die Energie und Aggressivität der Stücke waren nach wie vor präsent wie am ersten Tag.
Und dann... alle Jahre wieder... zog es die Massen zu den alten Herren von Metallica. Was soll man dazu noch sagen?! Jedes Jahr bekommen die Jüngsten die Gelegenheit diese großen Idole live zu sehen und alteingesessene Fans können aufs neue – wieder und immer wieder – ihre Heroen feiern. Und so verhielt es sich auch dieses Mal. Verdienterweise zeigten tausende Anhänger ihren Respekt. Multi-Platin-Status nennt sich das, was Metallica mit einigen ihrer Verkäufe bereits erreicht haben und der Multi-Platin-Status würde ihnen sicherlich auch bei Rock am Ring verliehen werden, wenn es solch einen Status hinsichtlich Show-Qualität, Fan-Magnetismus und Publikums-Euphorie gäbe. Eine Band die ihre Fans zelebriert und umgekehrt.
Wer sich von dem Metallica-Spektakel abseilen konnte, begab sich mit Sicherheit zu Jonathan Davis. Der Frontmann von KoRn, schien mittlerweile auch schon zur Rock am Ring Grundausstattung zu zählen – ob mit oder ohne Band. So zuckte und headbangte er auf einem beeindruckenden Thron auf der Bühne des Coca Cola Soundwave Club Tent, wie kein anderer. In seinem Anzug mit Weste vermittelte Davis einen fast souveränen Eindruck und gab auch ein paar KoRn Hits zum Besten.
Rock am Ring 2008 schien das Jahr der wiedervereinten Bands. Nach RATM feierten zu später Stunde The Verve ihre Wiedervereinigung. Eine der wichtigsten Britpop-Bands aller Zeiten begeisterte mit ihren Hits wie „Bittersweet Symphony“, „Sonnet“ oder „The Drugs Don’t Work“ die Massen vor der Alterna Stage. An Charisma und Einzigartigkeit hatten die Briten kein bisschen eingebüßt. Von der aktuellen Single "Love Is Noise" durften sich alte und neue Fans hautnah überzeugen. Einziger Wermutstropfen war das Fehlen des ein oder anderen von Richard Ashcrofts Solosongs. Trotzdem stellte dieser Auftritt für viele ein überwältigendes Ereignis dar, denn nach Richard Ashcrofts damaligen Aussagen (Zitat: „Eine Wiedervereinigung der Beatles ist wahrscheinlicher als eine Wiedervereinigung von The Verve!“) hätte das kaum jemand für möglich gehalten... und schon gar nicht in solch einer Qualität.
Davon könnten sich so einige junge Bands eine Scheibe abschneiden... wie zum Beispiel die Babyshambles. Denn – mal wieder – erschienen die Burschen Stunden zu spät, so dass es viele vorzogen einem der letzten Konzerte von The Hellacopters beizuwohnen. Und das Publikum sollte es nicht bereuen. Ein Wirbelsturm war nichts im Vergleich zu den Schweden auf der Bühne. Und trotzdem brachten es einige von Strapazen und Alkohl erledigte Fans es, vor der Bühne im Sitzen fast einzuschlafen. Rock am Ring ist eben kräftezehrend. Doch wer aus diesem oder einem anderen Grund, die Show von The Hellacopters verpasste sollte sich nicht grämen. Im Spätsommer gibt es noch ein paar Gelegenheiten die Band auf ihrer Abschiedstour live zu erleben, bevor sie sich auflösen. Doch das Wochenende hatte sowieso bewiesen, dass „sich Auflösen“ im Musikbusiness nicht unbedingt auf Lebzeit bedeuten muss.
Somit näherte sich Rock am Ring 2008 dem dritten und leider letzten Festivaltag für dieses Jahr. Wer auch noch am Sonntag dazu in der Lage war früh das Zeltlager zu verlassen und das Festivalgelände zu besuchen, der konnte sich an der Alterna Stage von den Livequalitäten Kill Hannahs überzeugen. Die Chicagoer legten eine intensivere Performance an den Tag, als das Album vermuten ließ. Voller Energie und nicht gar so sanften Vocals wie auf Platte hatten die Jungs das kleine, aber aufnahmewillige Publikum im Griff. Hierzulande ist die Band zwar noch nicht so bekannt, doch sollten sich ihre Live- und Songqualitäten konstant halten, so könnte daraus einiges mehr werden.
Es folgte ein Programm mit bekannten Gesichtern. Denn danach ergriffen viele die Gelegenheit bei Lostprophets, die bereits einige Jahre zuvor bei Rock am Ring vertreten waren, weiterzurocken. Da wurde fleißig mitgesungen zu Hits wie „Last Train Home“ oder „Rooftops“. Auch den wiederholten Aufrufen zum Running Circle von Frontmann Ian Watkins wurde mit Begeisterung Folge geleistet. Die Meute vor der Center Stage geriet in Rage, während die Waliser in Topform und mit neuem Keyboarder mitrissen.
Die Finnen von Disco Ensemble waren den meisten auch nicht mehr fremd. Sie gaben trotz der Heiserkeit Frontmanns Miikka Koivistos alles und spielten von neuen Songs wie „Magic Recoveries“ natürlich auch die guten alten Sachen ihrer Alben „First Aid Kit“ und „Viper Ethics“. Spielten sie vergangenes Jahr noch im Coca Cola Soundwave Club Tent, so hatten sich die ausgiebigen Touren und das neue Album gelohnt, denn eine Beförderung zur Alterna Stage konnte sich sehen lassen! Wie gewohnt wirbelten die Jungs gut gelaunt über die Bühne und steckten das Publikum an.
Weniger gut gelaunt erschienen jedoch Filter, die etwas später auf der Alterna gastierten. Ein mürrisch dreinblickender Frontmann präsentierte seine Songs zwar in top Qualität, doch wo blieb die Freude an der Musik? Entweder musste dies eine coole Maske sein oder der Gute war an diesem Morgen mit dem falschen Bein aufgestanden. Das Wetter konnte jedenfalls nicht Schuld sein, schließlich verhielt sich das in diesem Jahr vollkommen zahm.
Und noch ein Wiederholungstäter konnte dieses Jahr willkommen geheißen werden. Kid Rock erschien mit neuem Album auf der Center Stage. Sein Mix aus Rock, coolem Country und Hip Hop lockte einige Menschen vor die Bühne. Mir persönlich blieb das Phänomen Kid Rock über die Jahre hinweg stets verschlossen und doch war es beeindrucken zu beobachten wie viele dem immer schmuddelig und ungepflegt wirkenden James Richie alias Kid Rock zujubelten. Naja, Daddy Rock oder besser gesagt DIE Daddy Rocks hatten ja schon die Tage zuvor gespielt.
Danach wurde mal wieder die Quote der einheimischen Bands angehoben. Fettes Brot und Sportfreunde Stiller spielten bevor passenderweise der Anpfiff zum EM Spiel: Deutschland vs. Polen erschallte. Aufgrund der Absage von 3 Doors Down hatte sich die Möglichkeit ergeben, das Spiel auf den Leinwänden der Center Stage auszustrahlen. Und viele Fussballbegeisterte nahmen diese Gelegenheit wahr. Darauf folgten quasi die Urgesteine von Rock am Ring. Wahrscheinlich die Band, die bis dato am häufigsten am Ring vertreten ward, hatte einmal mehr die Ehre die Centerstage des Festival zu Ende zu rocken. Mit einem gänsehautverursachenden Intro von „Wünsch dir was“ und unter tosendem Jubel enterten Die Toten Hosen die Hauptbühne. Campino ließ sich trotz Gipsbein und Krücken nicht davon abhalten aufzutreten und schon gar nicht die Boxen hinauf zu klettern. Das war ja nichts Neues, doch mit Gipsbein vergoss der ein oder andere Fan bestimmt ein paar Angstschweißtropfen, während Campino in schwindelerregenden Höhen umher turnte. Die Toten Hosen waren und bleiben einfach unbesiegbar. Die Fans konnten sich kaum mehr halten, die Party war riesig und ein Ende der Hosen-Ära ist hoffentlich nicht so bald abzusehen.
Während die Deutsch-Punks auf der Center gefeiert wurden, hatten sich HIM dieses Jahr auf die Alterna Stage verkrümelt. Man könnte vermuten, dies sei freiwillig geschehen, hatten sie doch in den letzten Jahren (wie bereits angedeutet) stets technische Probleme auf der Center Stage. Und sie taten gut daran nun auf der kleineren Bühne zu agieren. Ville as usual mit Fluppe im Mundwinkel und Mütze auf dem Kopf. Das Heartagram – ein weit verbreitets Markenzeichen der Band – prangte in tausendfacher kleiner Ausführung auf dem Banner im Hintergrund. Die Band präsentierte sich in Topform und spielte alte Klassiker, die schon lange nicht mehr live zu hören waren wie die Coverversion von Billy Idols „Rebel Yell“. Natürlich durfte auch „Join Me“ genauso wenig fehlen wie „Your Sweet 666“.
Zu guter Letzt fiel dann die Entscheidung zwischen Queens Of The Stone Age auf der Alterna Stage und Dimmu Borgir im Coca Cola Soundwave Club Tent. Wessen Wahl auf letztere fiel, der konnte sich auf ein pyroeffektreiches Gitarrengewitter gefasst machen. Einen besseren Abschluss konnte es für Rock am Ring kaum geben. Immer schön aus den Vollen nochmal Gitarren und optische Reizüberflutung zum Schluss, das kommt gut!
Und wieder: wer noch nicht genug hatte konnte sich danach in eines der Disco Zelte begeben. Doch den meisten war nicht mehr nach feiern zumute, schließlich stand tags darauf eine anstrengende Heimreise bevor ob man wollte oder nicht. Doch keine Bange, der Ring kommt wieder. 05.06. bis 08.06.2009 ist es wieder soweit, dann heißt es Zelte, Fahnenstangen und Gummipuppen packen, die Fahrt geht Richtung Nürburgring.