Rock Hard Festival 2010 - mit Kreator, Rage, Accept u.v.m.
8. Rock Hard Festival, 21.-23. Mai 2010
Das tagelange Bangen um das Pfingstwetter hatte wenige Tage vor dem Rock Hard Festival ein jähes Ende. Bestes Festivalwetter bescherte Fans und Bands ausgelassene Stimmung im Gelsenkirchener Amphitheater. Allgegenwärtig ist nur nicht die Sonne, sondern auch der kürzlich verstorbene Sänger Ronnie James Dio.
Freitag, 21. Mai
Auch wenn der Freitag dunkel und düster startet, so ist das lediglich auf die Musik bezogen. Ketzer aus Bergisch Gladbach haben mit ihrem Blackened Thrash Metal die große Ehre der Festivaleröffnung und beweisen, dass auch Satansjünger keine Angst vor Sonnenschein haben. "My Triumph" ballert mir die Gehörgänge für das Wochenende frei und auch weitere Stücke ihres Debütalbums "Satan's Boundaries Unchained" beweisen, dass die Jungs nach mehreren Demoaufnahmen als Nachwuchstalente gehandelt werden und ihre Wurzeln auch von Black Sabbath stammen – just widmen sie einen Song der Legende Dio und sammeln Pluspunkte beim trauernden Publikum.
Weiter geht es mit den Berlinern von Necros Christos, die alleine schon deswegen eine Attraktion sind, weil sie selten genug live zu sehen sind. Die melodischen Töne werden mir allerdings recht schnell von der Monotonie der Songs wie "Black Mass Desecration" zunichte gemacht, denn auch wenn das Motto der Band nicht 'schneller, höher, weiter' lautet, so könnte doch etwas mehr Abwechslung von der Musik und etwas mehr Ausstrahlung von den Musikern zu erwarten sein. Da hilft auch kein Römerkragen, Knochenkette und Volkstracht als Verkleidung. Vielleicht fehlt ja doch die Bühnenerfahrung?
Dann endlich Katatonia! Sie sind für mich der Beweis, dass sich düsterer Metal und Melodien nicht widersprechen und die Band mit ihrer Musik trotzdem ordentlich Druck erzeugt. Die progressiven Einflüsse erinnern mich an Opeth, trotzdem scheinen Katatonia keine Kopie zu sein und spielen mit Songs wie "My Twin", "July" und der neuen Single "The Longest Year" sphärisch und musikalisch einwandfreie Songs. Sänger Jonas versteckt sich zwar hinter seinen langen Haaren, stimmlich hat er jedoch überhaupt keinen Grund dazu. Ein Konzerterlebnis, welches (mir) unter die Haut geht!
Sabaton spalten als nächste Band die Festivalgemeinde ungemein. Die einen schimpfen über den lustig zu nehmenden Power Metal, der textlich mit Kriegs- und Schlachtpassagen aufwartet, die anderen sind begeistert von der Gitarrenfrickelei, starkem Keyboardsound, den eingängigen Hymnen und Chören und der kräftig-düsteren Stimme von Sänger Joakim. Allesamt in Tarnhosen gekleidet bilden die Jungs zunächst ein lustiges Bild auf der Bühne, beweisen jedoch schnell, dass sie sich über die Jahre hinweg einen Namen erspielt haben. Die ersten Crowdsurfer reiten auf den Armen der Menge zu Songs wie "Metalizer", "Metal Machine", "40 1" und dem Wishmaster-Cover anmutenden "Attero Dominatus". Nicht ganz coverfrei ist auch "Cliffs of Gallipoli", welches schwer nach Savatage klingt. Vielleicht hat es die Band gerade wegen den Covervorwürfen bei der kritischen Festivalgemeinde schwer und wird eher belächelt und als Spaßband gehandelt. Statt lautstarker Sabaton-Rufe schallt es 'noch ein Bier'-Chöre aus der Menge und Joakim kann immerhin in einwandfreiem Deutsch 'ich habe kein Bier hier' antworten und lässt sich eine Dose anreichen. Auch das neue Album "Coat of Arms" bietet straffe Riffs und viel Double Bass mit Songs wie "Sabateurs" und Joakim staunt nicht schlecht, dass trotz der heutigen Albumveröffentlichung Songs schon mitgesungen werden. Ja ja... die Internetsauger...
Alles Gute kommt aus Schweden, Teil drei: Bloodbath, zusammengewürfelt aus Teilen der Bands Katatonia und Opeth, zeigen bei seit ihrer Gründung im Jahr 1998 heute erst vierten Live-Show überhaupt, wo der Hammer hängt, um so richtig fett auf die Birne zu kriegen. Brachial, blasphemisch, brutal – all das, was bei Opeth und Katatonia nicht ausgelebt werden kann, wird bei Bloodbath umgesetzt. Sänger Mikael Akerfeldt, der in seinen Ansagen so unglaublich charismatisch, sympathisch und humorvoll rüberkommt, krächzt und grunzt sich bei Songs wie "Process of Disillumination", "Mass Strangulation" und "Mock the Cross" die Seele aus dem Leib. Songansagen wie 'This song is about the bastard son of God' zum Song "Iesous" lassen glauben, dass Mikael mit purer Überzeugung dabei ist und mit Sprüchen wie 'I have dressed up as a metal dude. All it takes is this leather jacket' hingegen geht er glatt als netter Schwiegersohn durch. Auch die Spitznamen der Bandmitglieder haben es in sich: Sodomizer (Gitarrist Per Eriksson) oder Lars (Mikael Akerfeldt). Altes Material wie "Breeding Death" der ersten EP kommt bei der Menge ebenso gut an wie neuere Songs "Mouth of Empty Prayer" oder "Eaten" (inspiriert durch den Menschenfresser von Rotenburg). Kaum zu glauben, dass die Show noch von einem Headliner getoppt werden soll... Götz erklärt die Running Order: nach Devil´s Blood KANN einfach keine andere Band auf der Bühne auftreten und Bloodbath selbst haben sich diese Konstellation gewünscht. Wir sind gespannt...
Doch vor dem Abschluss des Abends die Würdigung, auf die alle gewartet haben: in den Umbaupausen schallte es zwar immer wieder Stimmgott Dio aus den Boxen, doch vor dem Headliner sind alle, aber auch wirklich alle für 60 Sekunden still. Die Gedenkminute zu Ehren von Dio - sogar Götz ist stilsicher im Vintage-Shirt gekleidet.
Von rotem Licht und vielen Nebelschwaden eingetaucht, erscheinen die von Bühnenblut verschmierten und triefenden Mitglieder von Devil´s Blood. Man mag meinen, dass in der nächsten Minute eine Opfergabe erfolgen wird, so wie Sängerin Farida 90 Minuten in einer einzigen Position verharrt – die Hände seitlich vom Körper weggestreckt, ohne jegliche Interaktion mit dem Publikum, starrt sie in die Luft und spult fast benommen (oder besessen?) das Programm ab und versprüht dabei einen Hauch von Okkultismus oder Hexenhaftes. Einzig die drei (!) Gitarristen können ihr stimmliches Gejaule herumreißen. Melodischer 70er Jahre-Rock, zu dem man die Lust auf einen LSD Trip verspürt, gepaart mit drei Backgroundsängerinnen und Gegenwarts-Black Metal. Mir ist es leider zu viel Show, zu psychedelisch, zu okkultistisch.
Samstag, 22. Mai
Leicht verspätet erscheine ich an diesem sonnigen Pfingstsamstag zur Rede von Bulldozer-Kopf Alberto, der von seiner Redekanzel aus als AC Mailand Fan natürlich den Bayern zur Champions League die Daumen drückt und mit Bayern-Rufen die Menge anfeuert. Eine DER Bands des italienischen Metal sind also zurück und tun damit auch noch etwas Gutes: einen Teil der Gage spenden die Italiener an Unicef, daher prangt auch die hellblaue Flagge am Schlagzeug. Gesellschaftskritische Songs wie "Micro VIP" (Lied über Social Networks im Internet) und "Minkions" sind die Spezialität der Band. Überwiegend Stücke des wohl erfolgreichsten Albums der Band "Neurodeliri" werden gespielt, u.a. auch "Willful Death", welches dem Selbstmord begehenden Bandkollegen Dario gewidmet ist.
Als Nächstes dreschen Artillery mit der starken Rifflastigkeit der Gitarren auf das Amphitheater ein. Zum neuen "When Death Comes" folgen noch wenige dem Circle Pit Aufruf von Frontmann Soren, aber auch Songs wie "By Inheritance", das Geschreddere zu "10.000 Devils" und "Into The Universe" überzeugen noch nicht die breite Masse und so begebe ich mich auf die erste Erkundungstour des Festivalgeländes und beobachte wie die ersten Sonnenstiche einsetzen. Da werden Girlie-Shirt und T-Shirt untereinander getauscht oder die Krokodilvollmontur bei 24 °C angezogen. Das Fernsehteam vom WDR Rockpalast hält alles fest und ist mit dem Kamerateams allgegenwärtig. In der Umbaupause wird auf der Karaoke-Bühne zum x-ten Mal "Painkiller" verhunzt und ich frage mich, wann die Liste an Songs endlich überarbeitet wird, um – Dio hin oder her – nicht zum wiederholten Male "Holy Diver" zu hören. Eine Minibühne weiter findet zum ersten Mal der Pedal Contest weiter, wo Schlagzeuger und solche, die es werden wollen, ihre Double-Bass-Geschwindigkeit messen lassen können. Natürlich darf auch dieses Jahr der Metal Markt nicht fehlen, der abends zur riesigen Disco und Strip-Show umfunktioniert wird.
Zwar auch Gallagher mit Nachnamen wie Möchtegernrocker von Ex-Oasis, aber dafür mit mehr Klasse und Können: die drei britischen Rockveteranen von Raven, mittlerweile ca. gefühlte 55 Jahre alt, gehen auf der Rock Hard Bühne ab wie in alten Tagen... Kein Wunder, dass sich das Rock Hard Magazin in den 80er Jahren solch einen Namensgeber (der Song Rock Hard erschien auf der 1982-er EP) rausgesucht hat! Johns Stimme ist nach wie vor zum Gläserzerbersten hoch und schrill und die erstaunliche Energie, die er mit seinem Bass umherwirbelnd und gleichzeitig singend zu Tage bringt, ist unfassbar. Keinerlei Ermüdungserscheinungen sind bei Songs wie "Take Control", "All For One" (One For All!) und "On And On" mit seinen 'catchy tunes' zu bemerken. Und sogar Zeit für Blödeleien bleibt – ein kleines Rumgespiele auf seinem Bass zum Fingerentspannen nennt er 'Bullshit in E minor'.
Ein wohl kaum derberer Gegenspieler ist als nächste Band kaum vorstellbar: Exhorder spielen seit 18 Jahren wieder zum ersten Mal auf deutschen Bühnen, da das Rumgeschreddere jedoch überhaupt nicht mein Geschmack ist, enthalte ich mich lieber.
Als die ersten Töne von "Metal Heart" erklingen, werden einige nicht schlecht gestaunt haben, wie sehr U.D.O. abgenommen hat und nun in offener Lederweste braungebrannt und 50 Pfund leichter auf der Bühne steht. Wunschdenken, welches jedoch gar nicht so entfernt von der Wirklichkeit liegt – zumindest stimmlich! Erstaunlich ähnlich klingt in vielen Textpassagen der Accept-'Ersatzsänger' Mark Tornillo, der mit den alten Klassikern alle zum Mitsingen kriegt. Da dürfen "Restless And Wild", "Losers And Winners" und "I´m A Rebel" natürlich nicht fehlen. Straighter Rock und eine Band ohne großen Firlefanz, die auf der Bühne lediglich mit einem Backdrop auskommt. Als "Balls To The Wall" ertönt hält es niemanden mehr sitzend auf den Steinstufen. Mit lauten Chören wird die Band zu "Princess Of The Dawn" auf die Bühne zurückgerufen und bei den ersten Heidi-Tönen werden die langen Haare im Publikum nur so geschüttelt. Alle wissen was nun als Abschluss folgt: "Fast As A Shark" – eine leider viel zu kurze Show einer spielfreudigen Band! Die Zugaberufe dürften Tornillo Beweis genug sein, dass er seinen Job gut gemacht hat.
Und dann die unbarmherzigste Show des Abends schlechthin... nicht auf das im Zelt live übertragene Champions League Fußballspiel bezogen, sondern auf Kreator, die alles in Schutt und Asche zerlegen, was sich ihnen in den Weg stellt. Lediglich gegen die Tücken der Videoeinspielung auf der Leinwand kommen sie nicht an... doch der Reihe nach.... bereits vom ersten "The Pestilence"-Ton wird gemosht, was das Zeug hält und freudig strecken die Fans Ihre Pommesgabeln Mille entgegen, sobald er drei Wörter ins Mikro grölt: ROCK HARD MOSHPIT! Mit dem aktuellen "Hordes Of Chaos" und dem alten "Phobia" ballern die Essener meine verstaubten Hörgänge wieder frei. Da ist es schon fast ungewöhnlich Mille neben all seinem Fauchen von seiner Kindheit erzählen zu hören, wie er zum Beispiel im Rhein-Herne-Kanal geschwommen ist. Hat er also doch ein Herz, "Impossible Brutality" und "Pleasure To Kill" (mit den immer gleichen Ansagen) hin oder her – auch Mille geht der Tod von Peter Steele und Dio nahe. Stolz schwenkt ein Fan in der Menge seine 'Flag Of Hate' zu den weiteren Songs "Extreme Aggression", "Coma Of Souls" und einem "When The Sun Burns Red", welches die Bühne in herrliches Rot eintaucht. Für mich haben Mille und Co. es bewiesen: – The Kreator Has Return
Sonntag, 23. Mai
Der frühe Vogel fängt den Wurm... 12 Uhr und ich stehe tatsächlich zur ersten Band Sacred Steel im Amphitheater und beobachte Sänger Gerrit, der sich mit seinem Mirko munter während des Auftritts unter die Menge mischt und sich bis zur Absperrung seinen Weg bahnt, um die restliche Band auf der Bühne anzufeuern. Das ist natürlich auch Qualitätskontrolle, wie die Band so ankommt... Ob True Metal so sehr schlaucht, dass sich Gerrit nach "Maniacs Of Speed" und "Heavy Metal To The End" erst mal auf dem Steinstufen singend ausruhen muss (und dort schnell von aufdringlichen und fotografierenden Fans umzingelt wird), bleibt ungeklärt. Ehrlich verabschiedet sich Gerrit jedoch mit den Worten 'Wir wollten nur halb so gut sein wie Raven und haben dies knapp verfehlt!' Zumindest hatte die Band sichtlichen Spaß auf und vor der Bühne!
Der heutige Modetrend im Amphitheater geht eindeutig in den Glam-Bereich. Da glänzen pinke Leoparden-Spandex (bei Männern!), Cowboy-Stiefel, Schweißbänder, blonde Langhaar-Perücken und ein paar junge Teenies in den ersten Reihen glauben 'oh so glam' mit ihren leicht zerrissenen Strumpfhosen zu sein. Egal, ich freue mich mit viel Glam, Haarspray und schlechten Tattoos zurück in die 80er Jahre versetzt zu werden mit Crashdiet, die in Schweden bereits eine große Nummer sind. Die dicke Lippe riskiert nicht nur Sänger Simon, sondern auch wortwörtlich durch das viele Make-Up Gitarrist Martin Sweet. Zum ersten Deutschlandkonzert überhaupt präsentieren 'Sie' auch das kürzlich erschienene Album Generation Wild mit "So Alive". Melodische Gitarrentunes, klasse backing vocals – das Poser-Revival finde ich durchaus unterhaltsam und mal was anderes zwischen den zahlreichen Thrash und Death-Metal Bands... Skol!
Mal schauen, wieviele Songs ich der isralischen Band Orphaned Land noch zuordnen kann... mit ihrem durch sämtliche (Mittelmeer-)Kulturen beeinflussten orientalischen Sound und ihren Gesängen und Chören aus dem Nahen Osten, bildet die Band mit den Doom und Death Metal Wurzeln die Position des Exoten auf diesem Festival. Sänger Kobi stellt vor: We are Orphaned Land and no, I am not Jesus – und hat die Lacher auf seiner Seite. Obwohl der Jesus-Look ihm mit dem weißen bodenlangen Gewand und dem Barfuß-Look durchaus steht. Nicht nur eine Bauchtänzerin bereichert das Set der Israelis sondern auch der Song "Nora el Nora", denn man merke: bei diesem Song springt jeder und bei mir zumindest der Funken über. Bei dieser Band lohnt es sich nochmals in Ruhe in eine CD zu horchen.
Back to the roots heißt es auch beim nächsten Mann – David DeFeis, Kopf von Virgin Steele und Begründer des mythologischen Power-Metals. Er beherrscht sein Handwerk noch immer und wirft sich in voller schwarzer Ledermontur in die typischen Metalposen und schreit uns seine Songs entgegen was das Zeug hält. Stimme hat er ja, der Gute, nur die besten Zeiten leider schon hinter sich.
Diese haben Nevermore anscheinend noch vor sich, denn für mich sind die Amerikaner der Abräumer des Tages. Vom ersten Augenblick an hat Sänger Warrel Dane mit seiner kräftigen Stimme das Publikum fest im Griff, zudem ist die Unterstützung durch eine zweite Live-Gitarre durch den Ungarn Attila Vörös schlicht Gottes Segen. Allein "This Godless Endeavor" und "Poison Godmachine" waren absolute Donnerschläge! "Heart Collector" hätten sich Nevermore schenken können, weil es der Stimmung einen kleinen Abbruch tat und dafür eher mit "Nacrosynthesis" ersetzen sollen. Das neue Album "The Obsidian Conspiracy" zumindest scheint um einiges druckvoller und aggressiver zu sein als die Vorgänger. Kaufen!
Für Sonata Arctica ist es ein Ding der Unmöglichkeit als nächste Band gegen diesen Erfolg anzukommen. Das Amphitheater ist plötzlich halb leer, Sänger Tony hat hörbar Soundprobleme, denn seine Stimme kommt piepsig Micky Mouse-lastig aus den Boxen. Hier und da sah ich die Band bereits auf Konzerten und Festivals und Songs wie "Black Sheep" und "Paid In Full" kamen mir noch nie so peinlich rüber wie heute... leider absolute Fehlbesetzung des Festivals. Sichtlich unwohl fühlen sich die Finnen auf der Bühne mit so wenig Akzeptanz, so scheint es mir.
Mambo Kurt soll es da einfacher haben, zumindest mit einem gewissen Alkoholpegel lässt sich seine Orgeldarbietung gut ertragen und auch noch Spaß dabei haben. Die Zeit des Umbaus für den großen Headliner Rage mit Lingua Mortis Orchester vergeht zumindest recht schnell. Trotz langem Soundcheck ist das Orchester viel zu leise und so kommt die Symbiose aus melodischem Power Metal kombiniert mit klassischen Elementen kaum zur Geltung. Peavey hingegen ist stimmlich nicht immer sauber und ich befürchte, dass lediglich Gitarrist Smolski die Band noch zusammenhält. Stimmlich und optisch wird der Auftritt übrigens noch von seiner hübschen Freundin unterstützt. Nach ein paar Songs fühle ich mich gelangweilt und empfinde Rage als Abschlussheadliner eher fehlplatziert – hier hätte ein richtiger Kracher hingemusst! Accept oder Kreator wären da schon für mehr Stimmung zum krönenden Abschluss verantwortlich gewesen!
Die über allem thronende Bilanz des Festivals: AUSVERKAUFT! Doch Götz nimmt alle Befürchtungen. Auch wenn das Festival sich mittlerweile einen sehr guten Namen durch die gute Organisation, durch das tolle Security-Team und die einmalige Location gemacht hat, wegen der die Mehrheit der Festivalbesucher kommt – das Festival soll nicht weiter wachsen, dafür aber weiterhin so gemütlich bleiben. See you next year – rain or shine! Oder so ähnlich… und für alle anderen heißt es: WDR Rockpalast vom 25. auf den 26. Juli für ein Rock Hard Special im TV einschalten!