Rock Me Amadeus

Tour 2008

22.02.2008 Theater am Aegi / Hannover

Von: Melanie Schupp

Rock Me Amadeus Hannover

20 Jahre jährt sich der Tod eines der größten deutschsprachigen Musikern und Idolen der 80er in diesem Jahr. 50 Jahre wäre Falco alias Johann Hölzel dieses Jahr geworden. Seine Karriere weist immense Höhen als auch dunkle Tiefen auf und bis heute bleibt der österreichische Künstler unvergessen. Dies bewies der Top 2 Erfolg der kürzlich veröffentlichten DVD „Hoch Wie Nie“ als auch der Andrang bei dem Musical „Falco Meets Amadeus“.

Aus diesem Grund als auch mit dem Ziel einer der beeindruckendsten Musikern am Leben zu erhalten, entschied sich das Falco-Management in Kooperation mit der Falco-Stiftung die Rock-Show „Rock Me Amadeus“ ins Leben zu rufen.

Falco erging es wie vielen talentierten Musikern, die zu früh verstorben sindÂ… sein posthumales Wirken übersteigt beinahe seine früheren Erfolge. Man erkannte dies auch am Andrang der Menschen am Theater am Aegi: Weder das Verschieben des Showtermins, noch der Streik der öffentlichen Dienste Hannovers hielt Falco Fans davon ab, die „Rock Me Amadeus“ Show zu besuchen und ihrem Idol Respekt zu zollen. Die Reihen füllten sich schnell und erstaunlich viele junge Gesichter ließen sich blicken. Was das Publikum erwarten würde, war uns zumindest nicht ganz klar. Doch das Geheimnis sollte sogleich gelüftet werden. Pünktlich um 20 Uhr erklang der Gong und das Licht wurde gelöscht. Eine Videoprojektion an der Rückwand der Bühne kündigte den großen Falco in Form eines Popsongs an. Doch das Publikum war schließlich nicht gekommen um einen Film zu sehen und kaum trat eine Gestalt in schwarzem Anzug mit schwarz-roten Turnschuhen ins Rampenlicht, schwoll freudiger Applaus an. Es erweckte fast den Eindruck, als sei Falco höchstpersönlich erschienen. Leider war dies kaum möglich, doch Falco Darsteller Michael Patrick Simoner beherrschte seine Rolle bis zur Perfektion. Der unvergleichliche wiener Dialekt, das arrogante, herablassende und doch charmante Gehabe Falcos – alles hatte sich Simoner 1:1 angeeignet.

Das Bühnenbild präsentierte sich ohne großartige Klischees. Ein paar Scheinwerferlichter, wie bei einem ganz normalen Konzert, sowie  Videoprojektionen, die Falco live oder seine Musikvideos zeigten und oftmals Simoner und Falco im Duett singen ließen, verstärkten die Illusion zurück in die 80er teleportiert worden zu sein und einem echten Falco Konzert beizuwohnen. Tänzerinnen untermalten die Hits des Österreichers manchmal weniger, doch meist sehr passend. Falco umgarnt von Frauen! Ein Bild wie man es sich leichtens vorstellen kann.
Besonders emotional beeindruckend waren natürlich Songs wie „Nachtflug“ - einer von Falcos persönlichen Lieblingssongs - oder „Titanic“. Auch „Rock Me Amadeus“ der absolute Klassiker, der Falco den Durchbruch weltweit verschaffte wurde visuell durch postapokalyptische, futuristische Damen unterstützt, die nur noch durch ihre Perücken an die Damen aus Falcos ursprüngliches Musikvideo erinnerten.
Da der Konzertcharakter in dem gestuhlten Saal noch nicht ganz übergriff brachte „Falco“ das Publikum dazu, nach ein paar Songs aufzustehen. Zögerlich kam es seiner Aufforderung nach und zum Ende hin bewiesen die Anwesenden diese Geste des Respekt-Zollens auch ohne Aufforderung. Viele Songs gingen viel zu nahe, um sie im Sitzen anzuhören.
Es wurde sicherlich den meisten an diesem Abend aufs Neue bewusst, was für ein Musiktalent vor 20 Jahren aus der Welt getreten war. Umso freudiger die Tatsache, dass den Fans mit dieser Show zumindest ein kleiner Eindruck eines Liveauftritts vermittelt werden konnte. Somit hatten die Anhänger die Möglichkeit von Falcos Musik ihr Idol gemeinsam feiern und dafür sorgen, dass er nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

Bevor die Leute nach einer voll geladenen Setlist entlassen wurden, gab es noch „Jeanny“ als Zugabe. Der Song, der 1986 für heftige Diskussionen sorgte und dennoch wochenlang den Platz 1 der deutschen Charts belegte, ließ den Hörer erschauern. Noch einmal kamen Emotionen hoch und erzeugten einen Kloß im Halse.
Die Fans kamen diesen Abend auf ihre Kosten. Auf dem Rückweg, die Falco-Songs auf den Lippen, entglitten wir langsam wieder der Trauwelt - der Illusion - und kehrten zurück in eine Welt ohne Falco. Eine Welt, in der Falco vor 20 Jahren gestorben warÂ… doch als Idol wird er und seine Musik unsterblich bleiben.

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