From Maggie May To The Great American Songbook Tour 2005
2 Wochen war Rod Stewart krank. Jetzt singt er wieder – Gott sei Dank! Nachdem in den letzten 2 Wochen mehrere Konzerte aufgrund einer Kehlkopfentzündung des passionierten schottischen Nichtrauchers abgesagt werden mußten, ist er seit dieser Woche wieder regulär auf Tour und wird in der Kölnarena von ca. 10.000 Menschen erwartet. Unter der Woche wurde bekannt, dass Rod im kommenden Frühjahr seine aktuelle Lebensgefährtin Penny Lancester heiraten will und es gibt Gerüchte, wonach diese von ihm schwanger sei. Der „sexiest man alive“ hat schließlich einen Ruf zu wahren und gibt selbst mit 60 Jahren auch auf diesem Gebiet noch alles.
Zu den Klängen der Vereinshymne von Celtic Glasgow verdunkelt sich die Halle und als ersten Song spielt er Forever young. Im Hintergrund steht eine dreigeteilte Leinwand, auf der entweder das Konzert zu sehen ist oder zu den Liedern passende Einspieler gezeigt werden. Immer wieder animiert Stewart die Fans zum Mitsingen und dann stimmt die Halle auch in die Refrains mit ein.
Ein beeindruckendes Duett zelebrieren zwei Drummer bei Downtown train. Sie schlagen bis nahe an die Erschöpfung auf die Felle ein und werden verdienterweise von der Halle gefeiert.
Fußball ist für Rod Stewart immer wieder Thema und bei Some guy have all the luck schießt der Rock-Opa Bälle ins Publikum und zu dem letzten Song vor der Pause You´re in my heart sind auf den Leinwänden Bilder von schottischen Derbies und jubelnde Celtic Anhänger zu sehen. Mit den Worten „Wir gehen jetzt ein Bier trinken und sind in 15 Minuten wieder da“ verabschiedet er sich einstweilen.
Nach der Pause spielt Rod einige Titel seiner Songbook-Serie. Als sich der Vorhang hebt, singt er im Smoking die alten amerikanischen Klassiker. Das Bühnebild ist entsprechend angepasst worden und unter anderem werden As time goes by und Louis Armstrongs What a wonderful world im Big Band Stile gespielt. Auch Ella Fitzgeralds Bewitched, Brothered and Bewildered gehört zum Programm. Der Schotte beweist, dass er auch diesen Songs gewachsen ist. Allerdings wird spätestens hier das Publikum zu Zuschauern und die fünf Songs sind ausreichend.
Im Anschluss wird er mit Have I told you lately wieder zu Rod Stewart und es kommt wieder mehr Schwung in die Halle. Er ist inzwischen wieder einmal umgezogen und trägt eine Zusammenstellung von Maggie May und It takes two baby vor. Zwei Lieder später fällt der Vorhang zum Ende der regulären Show. Als Zugabe darf natürlich Sailing auf gar keinen Fall fehlen. Die Kölnarena zeigt beim Refrain ihr Chorpotential und trotz einer Außentemperatur jenseits der 30 Grad wachsen Gänsehügel. In die Schlussakkorde fällt der Vorhang zum letzten Male.
Einer der ganz großen des Business hat an diesem Abend einen Querstreif durch vier Jahrzehnte seines Schaffens gezeigt. Welthits reihten sich aneinander und seine Stimme schien sich von der kürzlichen Krankheit erholt zu haben. Bedauernswerter Weise war die Stimmung in der Halle nicht richtig ausgelassen. Es scheint, dass das Publikum schneller als Rod Stewart gealtert ist und meist sitzend schauen sich die Besucher das Konzert an. Beachtliche mehr als zwei Stunden Programm trug er vor, als hätten ihm die vergangen 20 Jahre nichts anhaben können. Ehrlicher Respekt vor dieser Leistung des schottischen Sängers. Eine Band der Extraklasse ergänzte sich perfekt mit dem Altmeister und sogar der Sound in der Kölnarena war bei diesem Mal hervorragend.
Insgesamt ein rockiger, absolut Champions League reifer Auftritt des Fußballfans Stewart.