Tag 2 - u.a. mit Akron/Family, Billy Bragg & Wilco
Nach dem furiosen Auftritt der Flaming Lips in der Nacht zuvor konnte man auf etwas biederen Aftershow-Parties weiterfeiern, in privaten Bungalows feiern oder einfach ins Bett gehen und den nächsten Tag früh beginnen – aber wer macht das schon? So bleibt die Qual der Wahl: Todessturz von der Riesenwasserrutsche im Spaßbad, eine Lesung von Fritz Rau (der aber leider kurzfristig erkrankte – gute Besserung!) oder ein entspannter langer Spaziergang an der idyllischen Küste – die Möglichkeiten beim Rolling Stone Weekender die Zeit unterhaltsam zu gestalten sind schier endlos und verlockend.
Musikalisch sind nach den interessanten Newcomern von Cymbals Eat Guitars im Baltic Festsaal die Wahl-New Yorker von Akron/Family der erste Höhepunkt des Tages. Die drei Jung-Hippies liefern eine außergewöhnliche Show ab, jammen sich fließend durch ihre Songs zwischen Indie, Folk, Americana, Ethno-Jazz und Noise-Attacken. Der aktuelle Longplayer "Set ‘Em Wild, Set ‘Em Free" sei jedem halbwegs aufgeschlossenen Musikliebhaber an dieser Stelle einmal wärmstens ans Herz gelegt: Er ist womöglich etwas sperrig, aber macht dann umso mehr Spaß. Unbedingt im Auge behalten diese Jungs! Danke auch an den Rolling Stone bzw. die Booker von FKP Scorpio für die teils mutigen musikalischen Entscheidungen im Programm. In diese Richtung darf es gerne noch mehr werden in 2010 (genauer gesagt am 12. und 13.11.2010, denn dann findet der 2. Rolling Stone Weekender an gleicher Stelle statt)!
Billy Bragg ist ja schon eine Legende und unterhält auf der großen Bühne mit akustischen Songs und korrekten Statements, um dann bei den Samstag-Headlinern Wilco für ein Duett mit Frontmann Jeff Tweedy ("California Stars") gleich noch einmal auf die Bühne zu kommen und sich verdienten Jubel abzuholen. Sowas gibt es auch nicht allzu oft. Der Auftritt von Wilco selbst wird passender Weise mit Onkel Neil Young von der PA eingeleitet, die Band selbst spielt sich durch ein gut 90-minütiges "Best Of"-Set voller toller Songs und famoser Gitarrenmelodien; "Impossible Germany" bietet das wahrscheinlich schönste US-Gitarrensolo der letzten 20 Jahre, da tat es dann auch nicht ganz so leid, abends zuvor wegen der Flips auf die zwei Sets von Gov‘t Mule verzichtet zu haben; vom aktuellen Werk "Wilco" haben mindestens "One Wing" und das hypnotische "Bull Black Nova" bereits jetzt das Zeug zum Klassiker. Lediglich eine etwas schnoddrige Zugabe wirkt zwar etwas launisch, aber so bleibt der Auftritt insgesamt ein edler Abschluss eines rundum relaxten und entspannenden Festivals. Wenn Freunde dann noch Freunde mitbringen bleibt die Stimmung auch weiter respektvoll-freundlich und alle kommen auf ihre Kosten. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!
Setlist Akron/Family:
Alps
Gravelty
Canopy
Meek
River
Silly Bear
Geometry Of Self
Ed Ed Ed Ed
Immortals
Future Space
Everyone
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Setlist Wilco:
Wilco (The Song)
Shot In The Arm
I Am Trying To Break Your Heart
Bull Black Nova
You Are My Face
One Wing
Handshake Drugs
At Least That's What You Said
Impossible Germany
I'll Fight
California Stars (mit Billy Bragg)
Heavy Metal Drummer
Jesus, etc.
Walken
I'm The Man Who Loves You
Spiders
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I'm A Wheel