Runrig

Tour 2005 Support: Gus Black

20.04.2005 Philipshalle / Düsseldorf

Von: Stefan Bink

Runrig Düsseldorf

In Zeiten von Conclave und neu entdeckter Spiritualität haben wir unsere Pilgerfahrt nun auch erlebt. An eine lange Prozession erinnert die sich mehrfach windende Menschenmenge an der wir vorbei fahren, bevor wir in die Parkposition eingewiesen werden und wir bekommen den ersten Eindruck für den Abend. Kilts und schottische Fahnen schon vor der Halle. Runrig gibt sich die Ehre.

Seit nun mehr als 30 Jahren ist die Band mit ihrer Folk-Pop Musik erfolgreich und viele der Menschen vor der Halle sind Fans der ersten Stunde. Wenn der Begriff „Fan-Gemeinde“ irgendwann einmal zutrifft, dann wohl hier.

Um kurz vor Acht betritt der Support-Act, Gus Black, die Bühne. Alleine mit seiner halbakustischen Gitarre legt er los. Die Halle ist zu diesem Zeitpunkt nur zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt. Der Junge aus L.A. wird nach seinem ersten Song mit wohlwollendem Beifall bedacht. Zwischendurch plaudert er ein wenig und widmet einen seiner Songs Georg W. Bush. Das Lied heißt jedoch nicht die in hell, wie er selber spaßeshalber sagte. Toll auch seine Version des U2 Klassikers One. Die Menge verabschiedet ihn nach einer guten halben Stunde mit Applaus. Meiner Meinung nach hätte er sich mit seinem Auftritt sogar ein wenig mehr Liebe des Publikums verdient gehabt.

In der zwanzig minütigen Pause beginnen die 7000 Fans immer wieder rhythmisch zu klatschen, um so die Schotten auf die Bühne zu locken. Um kurz vor Neun hat das Warten ein Ende. Die Halle wird dunkel und ein Pipe-Solo eröffnet den Abend. Die Bühne wird in blaues und rotes Licht getaucht. Die Band wird begeistert empfangen. Im Hintergrund hängt eine Leinwand, auf der zunächst ein Flug entlang der Küste zu sehen ist. Somit wird sofort klar, daß es heute Abend nicht nur um Musik geht, sondern daß die Gruppe auch ein Lebensgefühl verkörpert.

Nach den ersten Songs des Abend, Proterra, The Ship und Big Sky, präsentieren Runrig nun auch ein neues Lied. The greatest flame . Ein Beleg, daß der Gruppe auch nach mehr als 30 Jahren noch nicht die Ideen ausgehen. Das Publikum ist mehr als willig und die Songs werden mit begeistertem Beifall bedacht.

Feuerzeugatmosphäre kommt bei Gabriel´s sword auf. Eine sehr schöne, ruhige Ballade. Als Kontrastprogramm folgt hier direkt im Anschluss Beat the drum. Das Stammpublikum weiß hier, wann ihr Klatsch- und Gesangseinsatz ist.

Ein Themenabend mit schönen Balladen und der eigenen Runrig Stimmung. Wer sie einmal erlebt hat weiß, warum die Band – im Gegensatz zu vielen der heutigen Gruppen – schon seit so langer Zeit erfolgreich ist. Die Fans haben bekommen was sie verdient und erwartet haben.

Sehr empfehlenswert ist auch der Support von Gus Black, der offensichtlich Spaß an dem hat, was er auf der Bühne darbietet.

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