Runrig

On The Road - Open Air 2010

02.09.2010 Theater am Tanzbrunnen / Köln

Von: Jörg Lorenz

Runrig Köln

Wenn et Trömmelche jeht - Köln ist auf den Auftritt von Runrig bestens vorbereitet, der Tanzbrunnen gut gefüllt, das Publikum guter Dinge und selbst das Wetter spielt mit. Es ist nämlich kühl, windig, regnerisch - schottischer könnte es also nicht sein. Es wehen schottische Fahnen, einige sind sogar im Kilt unterwegs und um Punkt 20.00 Uhr betritt Sänger Bruce Guthro die Bühne. Dieser ist natürlich… - genau, Kanadier.

"On The Road" sind die Bravehearts diesen Sommer, bevor sie sich nun ins Studio zurückziehen wollen, um ein neues Album zu produzieren. Doch vorher wollen sie es nochmal wissen. Während beim Opener noch eine Videoleinwand die Landschaften der schottischen Highlands zeigt, quittiert der Beamer bereits beim zweiten Song "Road Trip" seinen Dienst und die Leinwand bleibt schwarz, wie der Himmel über Köln. Mir persönlich gefällt das jedoch. Das Licht kommt nun besser zur Geltung, und überhaupt, ein Runrig-Konzert muss puristisch sein!

Und so ist auch die Stimmung. Das, wenn auch etwas ältere Publikum, fühlt sich bei Balladen wie "The Mighty Atlantic" wie in einem Irish Pub, während Songs wie "Rocket To The Moon" schon in Richtung U2-Stadion-Rock tendieren, und immer wenn Bassist Rory MacDonald, der die Band gemeinsam mit seinem Bruder 1973 (!!) gegründet hat, singt, klingt es schon ein wenig nach Roger Waters. Dann singt Keyboarder Brian Hurren, nur begleitet von Malcom Jones, oder Bruce Guthro ganz allein mit seiner Akustikgitarre, oder Schlagzeuger Ian Bayne führt die Band auf die Bühne, jeder mit einer Trommel bewaffnet. Langeweile kommt also keine auf. "Beat The Drum" darf somit natürlich auch nicht fehlen. Ebenso wie die Hymne des 1.FC Köln. Warum die aber in Schottland "Loch Lomond" heißt, werde ich wohl nie verstehen. Mit dem letzten Song des Abends, treffend "Going Home", verlässt die Band dann pünktlich um 22.00 Uhr (Anwohnerlärmschutz) die Bühne des Kölner Tanzbrunnens. Und ich bin wieder aus den Highlands zurück am Rhein. Ist ein schöner "Trip" gewesen.

Es heißt übrigens, dass unter den Trümmern der Raumfähre Columbia, die 2003 mit ungefähr 20.000 km/h über Texas auseinanderbrach, auch eine völlig intakte CD der Schotten gefunden wurde, die einer der Astronauten im Gepäck hatte.

 

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