Sand Rubies

Mas Cuacha-Tour 2007 - Support: Reverend Schulzz

16.12.2007 Sinkkasten / Frankfurt am Main

Von: Sascha Knapek

Sand Rubies Frankfurt am Main

Nach langer Pause sind sie wieder da, die Sand Rubies. Im Anschluss an eine legendäre (da Sänger David Slutes mittendrin nach Hause flog, die Tour jedoch trotzdem weiterging) Deutschlandtour im Jahr 1999 aufgelöst, veröffentlichte die Band um Rich Hopkins und David Slutes Mitte November ein fast nicht mehr für möglich gehaltenes neues Album namens „Mas Cuacha“. Die auf den gleichen Titel hörende Tour führte Slutes (Gesang, Gitarre), Hopkins (Gitarre) und ihre Unterstützung (Ken Andree am Bass und Winston Watson am Schlagzeug) ab Ende November innerhalb von 18 Tagen in 17 verschiene Clubs in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Eine spaßtreibende Ochsentour, die im Frankfurter Sinkkasten ihr glorreiches Ende finden sollte.

Als Vorband hat man für den Tourabschluss extra einen von Rich Hopkins’ Lieblingsmusikern an Bord holen können. Der Lokalmatador Reverend Schulzz darf im relativ gut gefüllten Sinkkasten (mehr als die Hälfte wird es schon gewesen sein) sechs Songs zum Besten geben. Vor die Bühne ist der Großteil der Zuschauer zwar noch nicht zu bekommen, Applaus gibt’s trotzdem reichlich. In guter Singer/Songwriter Tradition spielt der Reverend Nummern wie „First Division Town“, „I’m Coming Home“ (mit Dylan-Rig) oder „Mayfly“. Letzteres widmet er seinem Freund Hopkins, der den Auftritt natürlich nicht verpassen will und in einem von vielen kinosesselartigen Holzstühlen im Sinkkasten Platz genommen hat. Begleitet wird Schulzz’ Gesang und Akustikgitarrenspiel von einem weiteren Gitarristen. Die zusätzliche E-Gitarre gibt vielen Stücken eine interessante Facette und weiß durchaus zu überzeugen. Gänzlich solo, wie beispielsweise bei der ersten Hälfte von „Juliette“, nimmt einen die Vorstellung des Reverends jedoch, wie ich finde, noch mehr mit.

Wenig später betreten dann die Sand Rubies die Bühne des Sinkkastens. Die Pause zwischen Reverend Schulzz und dem Quartett aus Arizona ist so kurz, dass anscheinend selbst der PA-Zuständige überrascht ist. Es hätte nicht viel gefehlt und die Konserve wäre auch noch am Anfang des ersten Sand Rubies Stücks („What Am I Supposed To Do?“) gelaufen. Sänger David Slutes macht gleich zu Beginn klar worum es der Band heute geht. Tourabschluss soll bedeuten, dass heute Wünsche drankommen, man jede Menge Spaß haben will und von Seiten der Rubies im Grunde keine zeitlichen Grenzen gesetzt werden. Und genau so entwickelt sich der anschließende Abend dann auch. Viele der Wünsche werden erfüllt und auch sehr selten gespielte Nummern wie das Neil Young-Cover „Interstate“ (bei dieser Tour zum einzigen Mal im Programm) stellen Hopkins, Watson, Andree und Slutes vor keine größeren Probleme. Beim gegenseitigen auf den Arm nehmen merkt man den Hauptdarstellern dieses Abends den Spaß förmlich an. Ob eine kleine Unterbrechung für den gemeinsamen Jägermeister-Shot, präzise Jams wie bei „Satellite Radio“ oder ein gelungenes Gastspiel von Christiane „Tepe“ Baur bei „Flotsam And Jetsam“ (samt Triangel/Shaker-Begleitung und dem ersten offiziellen Ukulele-Solo innerhalb eines Sand Rubies-Songs): beim letzten Konzert der Tour werden keine Gefangenen gemacht! Unglaublich wild und trotzdem auf den Punkt genau spielen Slutes’ und Hopkins’ Gitarren zusammen die erste Geige des stilgebenden Desert-Rock-Elements. Ken Andree begleitet lässig am Bass und Winston Watson wächst vor allem bei seinem Drum-Solo über sich hinaus. Er beackert seine Felle mit den sprichwörtlichen Händen und Füßen und sieht dabei aus wie ein in Trance spielender Jimi Hendrix – nur am Schlagzeug und nicht an der Gitarre.

Sich erneut aufzulösen und fast acht Jahre von der Bildfläche zu verschwinden lassen die Sand Rubies hoffentlich bleiben. Das ehrliche Wüstenbrett ist, genauso wie seine im Durchschnitt sicher so um die 45 Jahre alten Fans, noch viel zu jung fürs Altenteil. Rock ’n’ Roll!

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