Call To Arms World-Tour 2011 - Support: Crimes Of Passion
Schade, schade... es ist das letzte Deutschlandkonzert für Saxon auf einer Welttournee-Odyssee von bislang 115 Shows seit März 2011 und ausgerechnet im Ruhrpott verlassen die Kanadier Anvil das Support-Programm. Es tut den Verkaufszahlen trotzdem keinen Abbruch – Saxon haben die Bochumer Zeche bis auf das letzte Ticket ausverkauft und haben sich als Support Crimes Of Passion ins Haus geholt. Große Begeisterungsstürme gibt es nicht während des Auftrittes, so lässt die Mischung aus melodischem Rock und Hard-Rock mit treibendem Double-Bass vor allem im Bereich des Gesanges zu wünschen übrig - Heiserkeit oder fehlende Gesangsausbildung ist mein Tipp... Das neue Material der "To Die For"-Platte wird mit Guestvocals von Biff und Andi Deris von Helloween angekündigt – wären die beiden auch auf der Bühne gewesen, wäre im Publikum mehr los gewesen... Eine Kostprobe ist unter anderem "Blackened Heart". Die englische Band ist großer Anhänger Saxons und da passt es doch gut, dass Crimes Of Passion auch gleich in der Umbaupause beim Soundcheck der Saxon-Instrumente anpacken.
Saxon wirken vom ersten Song "Hammer Of The Gods" des neuen Langspielers "Call To Arms" an spielfreudig und voller Tatendrang; Biff präsentiert sich klassisch wie immer im Saxon-Shirt (dieses Mal ist es das Heavy Metal Thunder England-Shirt), Totenkopf-Halstuch und Army-Jacke und lässt sich mit ausgestreckten Armen von den Fans feiern. Nigel thront mit seinen Drums über dem Geschehen, Nibbs zupft energisch seinen Bass und Doug und Paul spielen souverän den Sechssaiter, zu "Call To Arms" holt Paul sogar seine weiße Double-Neck raus (Sechs- und Zwölfsaiter). In viel Nebel eingetaucht rocken sie mit einer guten Mischung ihrer neuen Songs wie den Filmsong "When Doomsday Comes" ("Call To Arms" ist das meistverkaufte Saxon-Album seit "Crusade"!) und altbewährten Klassikern wie "To Hell & Back" und "Solid Ball Of Rock", was Biff zum Kommentar "there are fantastic singers in here" bewegt. "Is this a Friday? Or is this a weekend? Is it Sunday?", fragt Biff das Publikum, was er jedoch selbst sofort bestätigt als Engländer, denn sonntags gibt es Fleisch als Abendessen, genau wie an diesem Konzertabend.
"Rock The Nation" folgt, was seit längerem nicht mehr auf den Setlisten erschien. Biff stützt sich mit einem Bein auf dem Monitor am Bühnenrand ab und lehnt sich singend ins Publikum und gibt der Menge sogar die Möglichkeit der Mitbestimmung des nächsten Songs: "Broken Heroes" oder "Eagle Has Landed"? Klar, dass lauthals beide Songs gefordert werden! Biff macht kurzen Prozess und lässt Drummer Nigel entscheiden: "fuck yeah!", bestätigt Nigel. "He said no!", merkt Biff lachend an und zockt nacheinander beide Songs runter. Schnell ist das Publikum und auch die Band warmgespielt, Biff wischt sich sein Gesicht immer wieder in einem Handtuch ab und wirft geöffnete Plastikwasserflaschen zur Abkühlung ins Publikum. Um die zahlreichen begeisterten Saxon-Rufe besser zu hören, zieht sich Biff seine In-Ear-Kopfhörer raus und belohnt das Publikum mit neuem Material: "Mists Of Avalon". Darüber hinaus beschert er die deutschen Fans bereits mit einem Vorweihnachtsgeschenk: in Wacken 2012 dürfen Saxon natürlich nicht fehlen!
Dass Saxon eine Band zum Anfassen ist, beweist Biff immer wieder: ein Fan aus den ersten Reihen wirft seine Saxon-Jeans-Kutte auf die Bühne, die Biff ganz genau studiert. Alte Saxon-Aufnäher und Anstecknadeln zieren das gute Stück, zu "Leather And Denim" zieht der charismatische Sänger das Teil kurzerhand an, zieht den Kragen hoch und lässt sein verschwitztes Haar auf der Jacke abtropfen – welch ein Highlight für jeden Die-Hard-Fan! Gitarrist Doug schielt beim Spielen immer wieder auf die alten Aufnäher. Bevor Biff die Jacke wieder seinem Besitzer in die vorderen Reihen zuwirft, unterschreibt er noch mit einem Silberstift auf dem guten Teil!
Lauthals werden die Engländer für Zugaben auf die Bühne zurückgerufen und Paul stampft laut auf die Bühne, um "Crusader" anzustimmen. Das obligatorische "747" darf natürlich nicht fehlen und klassisch geht das Konzert mit "Princess Of The Night" zu Ende. Biff wringt sein Halsband vor lauter Schweiß aus und attestiert ein fantastisches Publikum. Das glaube ich gerne der Band, die knapp über zwei Stunden ihr Bestes gegeben hat und bewiesen hat, dass auch alte Männer noch ganz gut headbangen können!
Setlist:
Hammer Of The Gods
Heavy Metal Thunder
When Doomsday Comes
Never Surrender
Chasing The Bullet
Motorcycle Man
Back In ´79
Solid Ball Of Rock
To Hell & Back
Got To Rock
Call To Arms
Rock The Nation – Drum Solo
Witchfinder General
Broken Heroes
The Eagle Has Landed
Mists Of Avalon
Power And The Glory
Denim And Leather – Guitar Solo Doug
Wheels Of Steel
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Crusader
747 Strangers In The Night
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Bass Solo
Strong Arm Of The Law
Princess Of The Night