5 Bugs, Fathead, My Enemies.12.Mistakes, C for Caroline, Fat Belly, Call Me Names, One Strike Left, IchKannFliegen
In Hannover tut sich was! Nach und nach häufen sich die Konzerte mit mehreren einheimischen Bands der Emo- und Hardcore Szene – und was das Publikum geboten bekommt ist top Qualität, überraschend gute Newcomer Bands und dies alles auch noch zu einem mehr als fairen Preis!
Auch die Gemeinschaftsproduktion von Rockszene.de und Living Concerts, das „Shut Up & Play Fun“ Festival präsentierte ein Lineup mit nicht weniger als sieben Bands aus dem deutschen Raum. Als erste auf der Playlist befanden sich die offensichtlich IchKannFliegen und Fat BellyÂ… diese verpassten wir leider, da das Festival zeitig begann um das komplette Lineup unter zu bekommen. Zum Glück hatte ich persönlich IchKannFliegen bereits im Vorprogramm zu Revolverheld in Hannover gesehen und bin daher der Überzeugung, dass sie auch an diesem Abend gut gerockt haben und die Qualität nicht zu wünschen übrig ließ. Auch den schnellen, melodischen Punkrock von „Call Me Names“ entging unseren Ohren. Gerne hätten wir uns einen eigenen Eindruck verschafft. Doch so gut wie das Publikum bereits aufgewärmt schien, mussten die Jungs ordentlich eingeheizt haben.
Das Musikzentrum war mit rund 600 Zuschauern (=ausverkauft!!) so voll, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Die letzten Songs der Hannoveranschen Band „Fat Belly“ bekamen wir noch zu hören. Leider nicht von vorne, da ein Durchdrängeln zu anstrengend gewesen wäre. Bei Fat Belly kann ich nur wiederholen, was die Pressetexte sagen „Fat Belly hauen dem ambitionierten Konzertgänger ordentlich Pussy Speed Punk vom Feinsten um die und haben dabei anständig Spaß“. Wie wahr, die Mucke und der Spaßfaktor steckten auch noch für die letzten Minuten an und versetzten Neuankömmlinge wie uns sogleich in beste Konzertlaune.
In der Umbaupause zu „My Enemies.12.Mistakes“ verschwanden all die Raucher und Frischluft benötigenden Menschen und somit war es Zeit den Standort in Nähe der Bühne zu verlegen. Ein Glück war ein nettes Stehplätzchen frei, denn die Nienburger von „My Eniemies.12.Mistakes“ gingen ordentlich ab. Es machte Spaß Bassist Linc bei seinem energiegeladenen Einsatz auf der Bühne zuzusehen. Nicht selten duckte sich der ein oder andere Fan der ersten Reihen, wenn der Hals des Basses nur haarscharf über den Kopf sauste. Die restlichen Bandmitglieder taten ihr Bestes um mitzuhalten, doch Linc schien die geborene „Bühnensau“ zu seinÂ… bei manchen Menschen steckt dies einfach in den Genen. Kein Wunder, dass der Name der Band für viele nicht fremd war und ein paar Fans mitsingen konnten.
Für viele Besucher waren wahrscheinlich jedoch die Headliner „5BUGS“ aus Berlin der Höhepunkt des Abends. Ihre Mischung aus Punkrock, Emo und Rock erklang in höchst professioneller Qualität. Es gab schon bei weiterem bekanntere Bands, die im Musikzentrum nicht eine annähernd so gute Show / Eindruck hinterlassen haben. Also schien das Problem nicht an der Location zu liegen ;) Zu 5BUGS brannte die Hütte! Das Publikum folgte artig den Anweisungen eine Mauer links und recht zu errichten und auf Kommando aufeinander zuzustürmen. Das überwiegend relativ junge Publikum schien eine schier nicht enden wollende Energie zu besitzen – die gesamte Spieldauer von fast 60 Minuten hielt das Hannover Volk durch.
Doch wer nun denkt, dem sei genug gewesen, der irrt! Noch weitere 3 Bands standen auf der Liste. Leider schien dies den Anwesenden entgangen zu sein. Nach 5BUGS leerte sich der Saal schlagartig. Wirklich schade, denn so entging den meisten eine wirklich sehenswerte Band. Die Gewinner der Coca Cola Soundwave Discovery Tour 2007 gaben sich die Ehre. „Fathead“ aus Karlsruhe bewiesen, dass sie den ersten Platz wohl verdient hatten. Sänger Zig, der mit seiner Kurzhaarfrisur sehr nach Ewan McGregor in Punkrockart erinnerte, agierte bestens gelaunt und lieferte trotz allem eine einwandfreie Show. Das schwindende Publikum störte ihn nicht im geringsten. Freundlicherweise bedankte er sich sogar bei den Überbliebenen, die nun mehr Platz zum feiern hatten. Und der neue Freiraum wurde genauso gut genutzt wie zuvor von sämtlichen 600 Leuten! Es schien als wetteiferten Publikum und Band darum, wer mehr Action im Musikzentrum machte. Die Band spielte sich auf Hochtouren und auch die Zuschauer kannten keinen Halt.
Es folgte eine weitere Band aus dem guten alten H-TownÂ… Hannovers Bands überraschen mich mehr und mehrÂ…. „C for Caroline“ stehen für energiegeladenen wie emotionalen Pop-Punk - irgendwo zwischen Ohrwurm-Melodien, treibenden Riffs sowie druckvollen Beats. Die prägnanten Melodien und Texte schienen sich auch schon den Fans eingebrannt zu haben. In Band-Shirts gekleidet sangen sie fleißig mit und rockten auf dem mittlerweile von Bier recht rutschig gewordenen Boden.
Ebenso die Hardcore-Fraktion von „One Strike Left“ haben vor allem in letzter Zeit viel von sich Reden gemacht. Einen gelungene harte Abschiedsexplosion lieferten die Hannoveraner ab. Mochte die Menschenmenge noch so geschrumpft sein, sie wussten es zu würdigen und quittierten den Auftritt mit gleichem Maß an Jubel und Feierfreude. Ungebremst, als sei es früher Abend und nicht schon späte Nacht (nach Sommerzeit war es bereits 3.20h) hielten sich einige Fans bis zur letzten Minute – und Schande über diejenigen, die so verfrüht das Festival verließen!
Das Shut Up & Play Fun hielt, was der Titel allein versprach. Die Veranstaltung war eine runde, gelungene Sache bei dem Fans und Bands auf ihre Kosten kamen. Die durch die Bank gute Laune und Zufriedenheit aller Anwesenden war stets präsent und lieferte den Veranstaltern mit Sicherheit den höchsten Lohn. Dies schreit doch nach mehrÂ…. Und das bitte bald?!!