Sommertour 2010, Support: JENIX
Endlich hat es Silbermond mal nach Trier verschlagen – und dann gleich in die wunderschöne Konzertarena des Amphitheaters. Da, wo vor Jahrtausenden Gladiatoren und wilde Tiere kämpften. Eigentlich ist die Band aus Bautzen bereits zweimal in Trier aufgetreten: Bei der Fernsehsendung "Verstehen Sie Spaß?" (damals allerdings im Playback und – um da erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen – mit vertauschten Instrumenten) und später beim Minikonzert für einen Radiosender, wobei man nur per Verlosung Karten ergattern konnte. Jetzt also endlich in einem Rahmen, wie es sich gehört. Ergebnis: Schon Monate vorher mit 3.500 Zuschauern ausverkauft. Und so konnte sich die Fangemeinde an der Mosel bei wunderbarem Sommerwetter auf ein großartiges Konzerterlebnis freuen.
Den Anfang des Abends machten Jenix aus Zittau mit ihrer quirligen Frontfrau Jenny Böttcher. Eine gewagte Auswahl – aus der Sicht von Silbermonds Stefanie Kloß. Macht doch die Jenix-Frontfrau vom ersten Auftreten an der lieben Stefanie den Status als sympathischste Frontfrau Deutschlands streitig. Jenix singen auf Englisch, haben noch kein eigenes Album auf dem Markt, aber eine Teaser-EP und eine Projektsingle gemeinsam mit Silbermond: Dort interpretiert Jenny den Monde-Song "Unendlich", während Stefanie sich an "Here We Go Again" (im Original von Jenix) versucht. So kommt es auch, dass dieser Titel der einzige im Set mit relativ hohem Bekanntheitsgrad ist. Aber auch der Rest kann sich sehen und vor allem hören lassen. Gute-Laune-Pop und eine Sängerin, die ständig in Bewegung ist und das Publikum mitreißt. So konnte man gewiss einige Interessenten für die CD-Veröffentlichung (geplant für März 2011) gewinnen.
Dann aber war die Reihe an Silbermond. Los ging’s mit "Alles Gute" und "Meer sein". Stefanie war sichtlich begeistert von der schönen Kulisse und stellte zur Freude des Publikums fest, dass es mal "Zeit war für ein richtiges Konzert in Trier". Erstes Highlight im Set war der Silbermond-Oldie "Durch die Nacht" – vom Publikum begeistert mitgesungen. Die Fanschar bestand aus Menschen aller Altersgruppen – vom Kleinkind bis hin zu Oma und Opa, die sich wohl eher auf die zahlreichen Balladen freuten. Stefanie Kloß und ihre Mitstreiter waren gewohnt locker, flirteten mit dem Publikum und erzeugten pure Fannähe.
Einige Highlights hat fast jedes Silbermond-Konzert zu bieten. Wie zum Beispiel der obligatorische Akustik-Set, diesmal aus den Rängen des Amphitheaters vorgetragen mit "Symphonie", einem Ausschnitt aus Mando Diaos "Dance With Somebody" und "Wenn die anderen". Traditionell durfte auch Schlagzeug Andreas Nowak ans Mikro und seinen Gassenhauer "Das Lied mit nur einem Akkord" gleich zweimal performen. Zum Titeltrack der Tour "Nichts passiert" begab sich Stefanie von den Händen der Zuschauer getragen auf eine Reise durch die Menge und führte das Konzert fortan nassdurchgeschwitzt zum Ende. Den Ehrentitel als sympathischste Frontfrau hatte sie sich inzwischen längst wieder zurück erobert – das muss ich wohl gar nicht erst erwähnen.
Zum Ausklang gab es die genialsten Balladen: "Irgendwas bleibt", "Krieger des Lichts" und "Unendlich". Im Zugabenteil dann noch "Das Beste" – nur am Piano begleitet. Ein rundum gelungener Konzertabend. Die Vorfreude auf das vierte Album der Band wächst.
Setlist:
Alles Gute
Meer sein
Durch die Nacht
Nichts mehr
Tanz aus der Reihe
Zeit für Optimisten
Symphonie
Dance With Somebody
Wenn die Anderen
Das Lied mit nur einem Akkord
In Zeiten wie diesen
Nichts passiert
Irgendwas bleibt
Krieger des Lichts
Unendlich
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Drum-Duell
Keine Angst
Das Beste
Ich bereue nichts