Kebaberizer Tour 2011 - Support: While She Sleeps + There For Tomorrow
Nach drei ausverkauften Deutschland Konzerten ist es dann auch in Köln soweit. Erstaunlicherweise herrscht vor dem Bürgerhaus Stollwerck keine typische Konzertatmosphäre wie man sie gewohnt ist. Man sieht keine großen Menschenschlangen und auch niemanden, der noch schnell seine Karten loswerden möchte. Es herrscht das Gefühl, als würde sich eine überschaubare Menge Gleichgesinnter zum Feiern treffen. Mit im Gepäck haben Silverstein heute die Jungs von While She Sleeps und zum ersten Mal in Deutschland ihre Labelkollegen There For Tomorrow.
Um 20 Uhr geht es schließlich los. Bevor man die Konzerthalle überhaupt betreten hat, dröhnt es einem schon ordentlich entgegen. While She Sleeps, die bereits die Bühne rocken, lösen die ersten Bewegungen in der Zuschauermenge aus und wenige Minuten später sieht man auch die ersten Fäuste in der Luft. Die Band gibt ihr Bestes, der Sänger legt zum Schluss eine sportliche Klettereinlage ein und verabschiedet sich mit einem Sprung in die Menge. Selten ist die Stimmung bei einer Vorband so gut. Nach einer erholsamen Pause für die Ohren betreten auch schon die Kollegen von There For Tomorrow die Bühne. Wie nicht anders zu erwarten war, findet auch diese Band großen Zuspruch von den Anwesenden. Der Auftritt ist ohne viel Schnick-Schnack, kurz aber knackig. Erstaunlich viele erweisen sich als sehr textsicher und schenken der Band ihre volle Aufmerksamkeit.
Nach fast zwei Stunden ohrenbetäubender Musik treten endlich Silverstein auf die Bühne. Wegen eines perfekten Openers mussten sich die Jungs noch nie Sorgen machen und wählen dieses Mal den Song "I Am The Arsonist" von ihrer letzten Platte "A Shipwreck In The Sand". Die Menge tobt und die Stimmung hätte nicht mehr besser werden können. Direkt darauf folgen "Sacrifice" von der im Dezember 2010 erschienenen EP "Transitions" und "Smashed Into Pieces" von ihrem Debüt Album "When Broken Is Easily Fixed". Ohne viel Gerede nehmen Silverstein die Fans mit auf eine Reise durch ihre Alben mit ihren besten Songs. Ein Vorgeschmack auf die neue, in Deutschland Ende April erscheinende Platte "Rescue" bleibt natürlich auch nicht aus. Spätestens danach ist die Menge kaum noch zu halten. Trotz miesem Sound und unglaublicher Hitze feiern, singen und tanzten alle mit, während sich Sänger Shane Told mit Herz und Seele ins Zeug legt.
Nach einer kurzen Pause zum Durchatmen passiert das, worauf sich wahrscheinlich die weiblichen Fans am meisten gefreut haben. Ein Hocker, Shane und die Akustikgitarre. Mit "Replace You" und dem niemals fehlenden Klassiker "My Heroine" wird aus der moshenden eine emotionale Menge, die gemeinsam mit dem Sänger ganze Songparts zum Besten gibt. Zum Ende des Songs kommt der Rest der Band wieder auf die Bühne und aus ruhig wird wieder rockig. Getreu dem Motto "Wenn es am Besten ist, sollte man gehen" beenden Silverstein ihre Deutschland Tour mit "Bleeds No More". Shane Told wird von den Fans im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen getragen und das Konzert hat seinen Höhepunkt längst überschritten. Nach einer knappen Stunde ist die Show vorbei und man sieht ausschließlich nur glückliche Gesichter und hat das Gefühl, dass sich fast die gesamte Menschenmenge in Fan-Shirts gekleidet hat.
Die Bands haben wirklich alles gegeben und man kann beruhigt sagen, dass es durchaus eine gelungene Veranstaltung war. Aber was war denn bitte mit dem Sound los? Viel zu laut, viel zu basslastig und eine richtig schlecht abgemischte Anlage. Eigentlich ist das Stollwerck für solche Veranstaltungen nahezu perfekt, nicht zu groß und nicht zu klein. Bei dem Vorfall bleibt also nur auf eine Ausnahme zu hoffen. Denn es wäre schade, wenn das Stollwerck zu einem der Läden wird, in dem man seine Lieblingsband lieber doch nicht sehen möchte.
Setlist:
I Am The Arsonist
Sacrifice
Smashed Into Pieces
Ides Of March
Broken Stars
If You Could See Into My Soul
Already Dead
Hearts
The Artist
Your Sword Versus My Dagger
My Disaster
Smile In Your Sleep
Replace You
My Heroine
Bleeds No More