Skindred

Shark Bites & Dog Fights Tour 2010 - Support: Forever Never

05.03.2010 Underground / Köln

Von: Marc Brüser

Skindred Köln

Als ich die Hallen des Undergrounds betrete, beginnen "Forever Never" gerade ihren vorletzten Song und verlassen anschließend unter tosendem Applaus der Menge die Bühne. Ich denke mir nur: Verdammt, hättest du mal weniger Kicker im Nebenraum gespielt und mehr dieser wunderbaren Band gelauscht, denn was während diesen beiden letzten Songs abging, war für die Verhältnisse einer Vorband mehr als ordentlich. Wie oft sieht man gut 150 Wahnsinnige (bei einem Fassungsvermögen von 450 Leuten) schon bei einer Vorband pogen, crowdsurfen, mitgröhlen und und und?

Das Wort Wahnsinn beschreibt diesen kalten Märzabend im Kölner Underground ganz gut. Bereits während der Umbaupause versucht sich ein weiterer Verrückter zu den Gesängen von "Welcome To The Jungle" beim Crowdsurfen und schafft es geschätzte fünf Minuten auf Händen durch die gesamte Menge getragen zu werden. Eines ist jetzt schon sicher: Das Konzert von Skindred aus Newport (nein, nicht dieser Kram von O.C California, sondern aus dem Süden Großbritaniens...) wird seine Spuren hinterlassen.

Als dann endlich die Lichter ausgehen und Mr. Benjii Webbe in Verkleidung eines Diktators auf die Bühne stürmt gibt es einfach kein Halten mehr. Der Opener "Stand For Something" wird lauthals aus 450 Kehlen mitgegröhlt, weiter gehts mit dem grandiosen "Rat Race", gefolgt von "You Can't Stop It" und.... Keine Ahnung! Ich verliere anschließend den Faden und lasse mich einfach nur von der Menge treiben. Im Ernst, ich war schon auf einigen Konzerten im Underground, aber ich habe bisher noch nie solch eine unglaubliche Stimmung in diesem Club erlebt. Selbst in den hinteren Reihen, welche normalerweise mehr für eine kurze Verschnaufspause dienen, wird mitgesprungen, mitgetanzt, mitgecrowdsurft, einfach alles! Von Ausruhen kann also keine Rede sein.

Mr. Webbe weiß sich gekonnt in Szene zu setzen. Seien es Geschichten von seinem Nachbarn, welcher Tag ein, Tag aus von seiner Metal Mucke belästigt wird ("I tell you one thing. He's a huge nigger, so I just thought "Fuck You!", I didn't say it. Otherwise I would have got beaten up") oder wenn er die "Cologne Pirat Story" zum Besten gibt. Nach "Nobody", wo ich mich spontan mit vielen anderen auf die Bühne begebe, um einen Stage Dive zu probieren (ging leider in die Hose und ich knallte aus einer Höhe von zwei Metern auf den Boden), verlässt das Quartett die Stage, gibt jedoch noch mit "Trouble" eine kleine Zugabe.

Nach gut einer Stunde ist Schluss und Benjii verabschiedet sich mit den Worten: "Later, when you'll sit on your computer, go and download all the fucking music in the world. Because the atmosphere, we had in here tonight, you just can't download from the internet!". Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.  

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