Slayer

World Painted Blood Tour 2010 - Support: The Haunted

14.06.2010 Live Music Hall / Köln

Von: Marc Brüser

Slayer Köln

45€?? Ich gebe dem bierbäuchigen, glatzköpfigen Mann Mitte 50 ungläubig seine Eintrittskarte wieder und mache mich auf den Weg Richtung Innenraum. Klar, Slayer sind eine Ausnahmeband. Die Wegweiser des Thrash-Metal haben sich schon vor Jahren, wenn nicht Jahrzehnten einen Legendenstatus erspielt mit Songs wie "Raining Blood" oder "South Of Heaven" und sind daher bestimmt einen höheren Preis wert, aber direkt 45€? Kerry King hatte mir ja bereits zwei Stunden zuvor in einem Interview prophezeit, dass uns "heute die Ohren wegfliegen" werden. Ich hoffe wirklich, dass sie ihren Preis wert sind.

Als Vorband für das Slayer-Konzert an diesem warmen Montagabend in der Kölner Live Music Hall sind The Haunted gebucht, über die nicht sonderlich viele Worte zu verlieren sind. Insgesamt eine annehmbare Leistung der fünf Schweden, sonderlich lange werden sie mir aber nicht im Gedächtnis bleiben.

Bereits um 21 Uhr gehen die Lichter aus und Slayer starten ihr Set mit dem Opener ihres gleichnamigen Album "World Painted Blood". Das Publikum ist sichtlich erfreut, trotz der tropischen Temperaturen, welche uns die Live Music Hall zum wiederholten Male während eines Konzertes beschert (mal im Ernst, wie teuer können ein paar verdammte Klimaanlagen sein, hm?). Schlag auf Schlag folgen die Songs aufeinander. Es wird gedrängelt und geschubst, aber von Moshing und Crowdsurfen ist zumindest in der Mitte der Menge nichts wahrzunehmen. Die Ansagen seitens Tom Araya sind karg und lassen nicht mehr als ein vereinzeltes "Thank You" oder "You’re having a good time?" offen. Und da sind immer noch diese verdammten 50 Grad Celsius in der Halle. Nach "War Ensemble" muss ich raus. Wirklich grausam diese Hitze. Auch andere Fans sind derselben Meinung; Unverschämtheit, 200 bis 300 Leute zuviel, Abzocke […].

Das Konzert wird jedoch nach einer Dusche am Waschbecken deutlich besser. Vor allem "Agressive Perfector" wird von der Meute abgefeiert wie eh und je, gefolgt vom tollen "Raining Blood". Nach "Angel Of Death" ist dann aber auch Schluss und Slayer verabschieden sich ohne Zugabe von den gut 1.800 Fans.

Und was bleibt noch zu sagen? Man kann hier zweierlei Meinung sein: Für die Fans, welche der Band schon seit Jahrzehnten folgen dürfte dies ein recht normales Konzert gewesen sein. Jede Menge alte Hits, die Helden der Kindheit mal in einer kleinen Halle live gesehen und zudem eine annehmbare Spielzeit von ungefähr 80 bis 90 Minuten. Trotz allem: 45€, heruntergeleierte Lieder, wenig Kontakt mit dem Publikum und keine Zugabe sind nun mal ausschlaggebende Punkte für ein ordentliches Konzert. Und davon wurde wirklich wenig berücksichtigt. Für mich gibt es diese Band in jedem Fall nur noch auf Festivals zu sehen und nicht bei einem einzelnen Konzert.

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