The Record Tour 2010 - Support: Suburban Scumbags
Wer schon einmal im Chez Heinz war, der weiß, dass sich der Club, zumindest auf den ersten Blick, in mancher Hinsicht mehr, andererseits jedoch weniger als geeignete Location für ein Punkrock-Konzert eignet. Recht klein ist es, alternativ, in der richtigen Dosis abgefuckt. Die Leute sind freundlich, die Mitarbeiter erst recht und die Getränkepreise sind fair. Überall hängen Poster von vergangenen oder zukünftigen Events (ach weißt du noch, war echt ne geile Show letztens!... Oh nein, schon wieder Geld ausgeben, dabei ist der Monat noch so lang!). Man kommt gut hin und wieder zurück mit Bus und Bahn und man kann sich immer sicher sein, das ein oder andere Gesicht der lokalen Szene anzutreffen. Neuerdings gibt es auch einen Biergarten, der zu diesen Jahreszeiten allerdings überwiegend von den Rauchern genutzt wird. Einfach nur Bier trinkt hier soweit niemand mehr, warum auch? Schließlich geht die Party unten ab, besser gesagt drinnen.
Der Grundstein für ein ordentliches Konzert ist also gelegt, fehlt nur noch die Band. Und die lässt sich aus Kiel ankündigen. Mit ihrer immer noch laufenden "The Record Tour" zum gleichnamigen, im Frühjahr diesen Jahres erschienenen siebten Album, machen Smoke Blow Halt in Hannover. Dass es sich dabei nicht nur um das vorletzte Konzert des Jahres, sondern auch für länger handelt, ist wohl den Fans nur teilweise bewusst. Ein Abschlusskonzert in Kiel soll es noch geben, aber Hannover wird ja irgendwie auch eine Ehre zuteil. Wie gesagt, immerhin das Vorletzte! Vor allem wenn man sich die Konzertliste diesen Jahres ansieht, die ist ziemlich voll, ein paar Festivals sind auch dabei. Naja wie auch immer, hier geht es schließlich um das Chez Heinz und um Hannover und natürlich um Smoke Blow.
Wenn ein Konzert Bei Chez Heinz pünktlich anfängt, ist das fast schon ein Wunder. Manchmal kommt es am Eingang zu folgender Konversation: "Oh Mist, sind wir zu spät? – Ja, wenn ihr euch den Soundcheck noch zu Ende anhören wollt kommt gerne rein". Diesmal soll es nicht so sein, die Band ist scheinbar schon vor den Fans da, der Abend kann nur gut ausgehen. Als Vorband lassen sich Suburban Scumbags aus Gaarden ankündigen, die eine ordentliche Show abliefern. Musikalisch ergänzen sie Smoke Blow ganz gut, und auch so scheinen die vier Jungs gut drauf zu sein. Der Vorteil Bei Chez Heinz ist ja, dass die Meute es nicht schafft, sich nicht vor die Bühne zu stellen, aber das ist bei dieser Band sowieso kein Ding. Klar, am Anfang traut sich niemand so wirklich, wie das immer so ist, aber die Fans lassen sich schnell überzeugen.
Dennoch freuen sich sie sich umso mehr, als schließlich Smoke Blow die Bühne betreten. Die Kieler Jungs bieten eine Show in der gewohnten Qualität. Irgendwie ist es ein fast lustiges Bild, die sechs Musiker auf der kleinen, schmalen Bühne dabei zu beobachten, wie sie sich arrangieren, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu trampeln. Ihren Job machen sie aber sehr gut, wenn auch ein wenig wortkarg, dafür jedoch musikalisch auf hohem Niveau. Und dafür sind ja schließlich alle gekommen. Auch als eher ungewohnt darf man wohl die Konstellation der Band mit ihren zwei Sängern bezeichnen, aber das zeichnet sie schließlich aus, so kennen wir sie. Die Fans jedenfalls können sich sicher sein, den Samstagabend gut genutzt zu haben. Enttäuscht scheint hier niemand nach Hause gegangen zu sein, im Gegenteil.