Social Distortion

Tour 2009 - Support: The Black Sheep & The Gaslight Anthem

17.06.2009 Philipshalle / Düsseldorf

Von: Maren Röcker

Social Distortion Düsseldorf

Pünktlich zum 30-jährigen Bestehen der Band haben die Rock n’ Roll Legenden Social Distortion den Weg von Orange County, CA ins weit entfernte und vermutlich auch etwas kältere Deutschland auf sich genommen, genauer gesagt nach Düsseldorf in die Philippshalle. Mit dabei haben sie The Black Sheep und The Gaslight Anthem, genug Material um genügend Fans aus der ganzen Republik anzulocken.

Mit The Black Sheep haben Social Distortion die richtige Wahl für den Opener ihres Konzerts getroffen. Die vier Frauen aus Köln beweisen durchaus, dass sie mit ihren Instrumenten gut umgehen können und dass sie nicht zum ersten Mal auf der Bühne stehen. Die (noch) wenigen Zuschauer scheinen nicht abgeneigt und lassen sich in die richtige Stimmung bringen. Alle anderen Besucher sind entweder noch damit beschäftigt in der gefühlten 100 Meter langen Schlange anzustehen oder schon mal ihr erstes oder zweites Bier zu genießen oder beides. Jetzt schon fällt auf, dass die Einweg-Plastikbecher den Boden pflastern, eine Belastung für uns Zuschauer, als auch für die Umwelt.

Nunja, wie dem auch sei, The Gaslight Anthem aus New Jersey locken schon eine ganze Menge mehr Publikum in die riesige Konzerthalle, die eigentlich für eine derartige Show viel zu groß scheint. Nicht, weil sie nicht so viele Besucher anlockt, sondern weil diese Art von Musik prinzipiell in einen kleineren Rock n’ Roll Club wie dem legendären CBGB in New York oder dem Whiskey Club in L.A. gehört. Musikalisch sind die Jungs sehr gut drauf, sie spielen Lieder wie “The ’59 Sound“ oder “Great Expectation“.

Zwischendurch bricht Sänger Brian Fallon ein Intro ab, weil sein Handy klingelt. Nach einer kurzen Weile im Gespräch, ruft er plötzlich in die Menge, dass Mike Ness anruft, um sich nach der Stimmung im Saal zu erkundigen. Ein witziger Gag, der auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt, auch wenn man von dem Gespräch selbst nicht viel versteht. Die Show ist auf jeden Fall großartig und man nimmt der Band ihre Aufmachung ab. Um 21:30 Uhr wird das Ende eingeläutet und Fallon verspricht, bald wieder nach Deutschland auf Tour zu kommen.

Eine gute halbe Stunde später stürmen Social Distortion die Bühne, um sich selbst von der Stimmung zu überzeugen. Zwischendurch hat sich die Halle bis zu den Toren gefüllt und selbst die Sitzplätze am Rand sind fast alle belegt. Kein Wunder, denn diese Band der ersten Stunde des amerikanischen Punkrock war in den letzten Jahren äußerst selten in Europa anzutreffen und selbst diese Tour hat nicht allzu viele Deutschlandkonzerte auf dem Plan.

Die markante Stimme von Mike Ness hat in der Vergangenheit nicht gelitten und klingt authentisch wie eh und je. Auch der unverwechselbare, kräftige Gitarrensound kommt selbst in den letzten Reihen des Saals an und zwingt wirklich jeden, mal mehr und mal weniger mitzutanzen. Die typischen Social Distortion-Songs “Story Of My Life“, “Reach For The Sky“ und natürlich das Johnny Cash Cover ”Ring Of Fire” begeistern das Publikum, welches in den Pausen von Ness auch gerne mal als “Motherfucker” bezeichnet wird. Aber wer sich auf einem derartigen Konzert darüber wundert, ist definitiv am falschen Platz.

Spätestens nach “Ball and Chain“ und “When The Angels Sing“ ist klar, dass sich die weite Anreise durchaus gelohnt hat, denn ein Blick über den Parkplatz verrät, dass nicht nur lokale Fans anwesend sind, sondern teilweise sogar aus unserem Nachbarland Holland. Ein weiterer Indikator für den Kultstatus der Band.

Hin und wieder sieht man leider total betrunkene Fans durch die Menge torkeln, doch wer sich lieber für sein Bier und gegen die Musik entscheidet, ist wirklich selbst schuld. Wem die bloße Erinnerung nicht reicht, der kann sich auch für überteuertes Geld ein T-Shirt zum Andenken kaufen, irgendwie unfair, denn diese Band macht nicht den Eindruck, als ob sie das nötig hat und mit Underground hat das auch nicht mehr viel zu tun. Ausserdem fällt auf, dass jede angezündete Zigarette im Saal mit einer Verwarnung geahndet wird. Soviel Rock n’ Roll die Musik auch ausstrahlt, so wenig ist davon in der Phillipshalle übriggeblieben. Die Fans scheint es kaum zu stören und schließlich sind wir ja auch alle wegen der Musik hier und nicht wegen dem Drumherum. Außer Debatte steht jedoch, dass kaum ein Rock n’ Roll Fan um Social Distortion herumkommt und wer diese Band live erlebt hat, weiß auch warum.

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