Sonne Mond Sterne Festival

Festival feat.Dj Rush,Prodigy, Alter Ego, Tiefschwarz, Disco Disc, Lexy and Kay Paul, Mediengruppe Telekommander, Klee, MIA, Die Fantastischen Vier, Northern Lite

14.08.2005 Bleilochtalsperre / Saalburg

Von: Liane Hübner

Sonne Mond Sterne # 14-16.August 2005 # Bleilochtalsperre # Saalburg Thüringen! Doch wo war der gute Stern ohne Pillenform! 310 km = 7h = Unrealistisch? Unter regnerischen Bedingungen und zähfließenden Massen schnell erreichbar. Das Pedal auf Anschlag, Raketen ins Visier und die Festivalzündung angepeilt! Doch ach welche Schande der Geschichte, weg vom Gas, Auto aus, aus die Maus, und ein „ Fahren sie doch mal bitte rechts ran, Schuhe aus, Applaus! Gab’s auch von den vorbeifahrenden Endstationären! Carotinkapseln wurden nach psychedelischen Geheimnissen untersucht, die Raketen zündeten gerade ihr Endfeuerwerk und Northern Lite begab sich auf die Pole Position! Unterdessen fiel unsere Besatzung der Komplettkontrolle zum Opfer! Die SMS Akte besagt: „ Jeder Dritte hat Drogenbegleiter mit an Bord! 45 Minuten Zeit um musikalischer Vorfreude „Auf Wiedersehen“ zu sagen! Adios Northern! Tröstete noch die Vorstellung das sie ihr neues Album „Temper“ zum besten gaben, welches in Rhythmus und Klangerleben eher chillige Autofahrten zelebriert, musste die Wunschvorstellung der unliebsamen Realität weichen! Ein Clash der Gezeiten in dem wieder ordentlich ge –rich the sun- wurde! Doch Verständnis ist eine Tugend, und so sei hiermit gesagt: „ Ihr Elektrorocker die ihr das Vergnügen hattet ein Teil einer geballten Musikstunde zu sein; ich gönne es euch von Herzen, Danke!“
Der erste Akt welcher bewusst am musikalischen Ohr andockte! Dj Rush! Immer noch die böse kranke, alte Schule auf 1m Plateauschuhen! 3 Tracks machten klar, alles beim alten, nichts hat sich geändert, Rush monoton hart! Fabrikhallengedöns gegen konsequenten Trash bei Prodigy! Blond gesträhnt, schwarz gelackt, hüpfend, charismatisch gab sich ein Master Keith Flint! Der Herr macht deutlich das man privat und berufliches sehr wohl trennen kann! Daheim werden nicht Massen angetrieben, sondern der Rosengarten gehuldigt! Amen! 1.15 Uhr deutsche Zeit, die Mainstage ist Zentrum der Nacht, umringt von feierwütigen Steckfiguren! Freilichtatmosphäre gibt es gratis dazu! Mit Augen zusammen kneifen und dem Fingertest würde ich sagen, Maxim und Co 2cm! Musikalisch Orginalgröße! Nach Zugabe und Dreifachschrei verabschiedeten sich die Größen der elektronischen Neunziger und die Meute zog von dannen!

Die Spärlichkeit des 3 Uhr Abendprogramm ließ den Sonne Mond Sterne Besucher nur eine Möglichkeit! Willkommen im Hier und Jetzt, Willkommen bei Alter Ego! Ob der Name Programm ist und das verfuckte Selbstbewusstsein nicht nur Show? Feiern ließen sie sich jedenfalls fette, und ach du dickes Ei bei „Rocker“! Extra large Version, mehr Interludes, mehr Bass, mehr komm in die Puschen Alter! Aber auf Festivals darf´s von allem ja ein bisschen mehr sein! Der Veranstaltungszettel schreit Tiefschwarz, Disco Disc und Lexy and Kay Paul von 8.30-11.00 Uhr! Saufen, schlafen, macht den Drogen! Müdigkeit oder Exzession! Der Pfeil zeigt schlafen an und ich folge! Samstag 10.00 Uhr, blaue Flecken, dunkle Augen, Knitterfalten und kein Bügeleisen! Wie gut das es auf Festivals auch Kaffee statt Knupers gibt! Das Gelände ist nun auch ohne Karte zugänglich, die Hauptbühne abgesperrt und alles ähnelt einer verwüsteten Kraterlandschaft, flankiert von Zirkuszeltattacken! Große Pupillen vom Vorabend feiern noch im Restzelt Breaks´n Drums, der Rest liegt im Auto oder Schlafquartier fertig von der Nacht oder abgestürzt im Tagtraum! Vorteil oder Nachteil solcher Festivals, es existiert ein festes Rahmenprogramm! Wer nur wegen Special Acts angereist ist, wird hauptsächlich in der Zeit von 18.00- 11.00 Uhr in Verzückung geraten! 20.00 Uhr, Mainstage wir grüßen dich und Willkommen an Board Mediengruppe Telekommander! Leer ist´s und ein Strohballen kreuzt meinen Weg! Nichts mit „Ich Kommander, du Kommander! Die 2 scheinen eher auf chillige Gartenpartys zu stehen! Bandwerbung in eigener Sache sieht anders aus, und auch die Mitteilung „Pillen in die Luft“ ließ nur ein paar verzweifelte Kügelchen purzeln! Die Frage die sich stellt: „Ist Elektropunk zu rockig und das Publikum zu platt?“ Dennoch Sand wurde zu Staub, Perlen zu Schweiß, und Hände zu geballten Luftfäusten die nach mehr schreien! Ein Bienchen für Gerald Mandl und Florian Zwietnig und ne Zugabe für Uns! Die Befriedigung in den Reihen ging aufwärts! Tschüss ihr 2, komm(et) herbei, Klee!
Lieb mit Süßer Sängerin in noch süßerem Kleid wurde von Dies und Jenem gesüsselt, gefaselt und genuschelt und philosophiert! Von Frau zu Frau, wurde prompt ohne Gezeter an Madam von Welt, Extravaganze Mia übergeben! Das immer und überall präsente Dingelchen bestach auch diesmal wieder durch kleine feine modische Details, heute: hellblauer Minioverall mit Einblickgarantie! Musikalisch tapste sie allerdings im Altbewährten!

Auf jedem Festival gibt es einen Headliner, groß und breit angepriesen! Und dennoch existiert in den Köpfen, still und leise, unbewusst manchmal ein anderer Kandidat! Die Fantastischen Vier zogen mit Abstand die wohl stärkste Publikumsmasse an! Ein elektronisches Festival was dem Hip Hop die Hand reicht und klar macht, das auch diese Bereiche zusammen einschlagen können! Der Wille der 4 war da, und so konnte man mit eingespielten Sequenzen ala Chemical brothers „Push the Button“ erkennen, man hat sich auf das Festival eingestellt! Der Rest der Show? Gut, konstant, Perfekt! Ein Deluxetyp! Wer Deluxe kauft bekommt meist einen besonderen Zusatz! Bei Douglas ist das die kleine Probepackung Hugo Boss, bei den fantastischen Vier ein Feuerwerk! Reviermarkierung einmal anders und bestimmt 10 Minuten in den höchsten Tönen und vollsten Farben! Tief durchgeatmet, Feuerwerk im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert, Sven Väth begrüßt und Adrenalin im Kopf, alsbald Schnellschuss für die Glieder! Die Nacht ist da, später der Morgen schon erwacht, kurz darauf das Auto gepackt...........übrig geblieben das Feierfieber!

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