State Radio

Tour 2008 - Support: Ghost Of Tom Joad

18.03.2008 Underground / Köln

Von: Sascha Knapek

State Radio Köln

Zum vierten Mal beehren State Radio in diesem Frühjahr Deutschland. Von Besuch zu Besuch wächst die Fanbase und das Konzept der Word-of-Mouth Promotion – man könnte es getrost auch als Grassroots-Bewegung charakterisieren – scheint erfreulicherweise aufzugehen. Der Auftakt zur dritten State Radio-Headlinertour (im Juni 2007 war die Band noch u.a. auf den Hurricane/Southside-Festivals zu Gast) fand am 18. März im Kölner ’Underground’ statt. Ein mehr als gut gewählter Startpunkt, denn Köln kann durchaus als State Radio-Hochburg bezeichnet werden, dass merkte man auch an diesem Dienstagabend wieder.

Der kleine, sympathische Club im Kölner Stadtteil Ehrenfeld öffnete zur Freude der fröstelnden Schlangensteher die keinen Platz mehr im Kicker- und Fernsehraum des ’Underground’ gefunden hatten gegen viertel vor acht seine Pforten. Stetig füllte sich der kleine Raum, Kurz-Vor-Knapp-Kommer gab es nur wenige. Noch zu frisch war wohl die Erinnerung an das letzte State Radio Konzert im ’Underground’. Vor ausverkaufter Kulisse waren gute Plätze für Späteintreffer damals Mangelware. Ausverkauft war der Club dieses Mal zwar nicht – was sehr gut daran liegen kann, dass die Band dieses Mal satte zehn Deutschlandkonzerte gibt und man dadurch mehr Alternativen hat –, allerdings kann trotzdem von einer fast vollen Lokalität gesprochen werden.

Zum ersten Mal haben State Radio bei ihrer 2008er Tour in Deutschland eine feste Vorband dabei. Ghost Of Tom Joad eröffneten den noch jungen Frühlings-, oder besser doch Winterabend. Solide Warmmacherkost die zu überzeugen wusste und dem mittlerweile fast zur Gänze eingetroffenen State Radio-Publikum auch das letzte Frösteln aus den Körpern rockte. Songs der aktuellen Platte “No Sleep Until Ostkreuz“ fanden im Set reichlich Raum und den Anwesenden gefiel die etwas härtere Rockvariante aus Münster spürbar gut.

Nachdem die Einleitung hinter allen Beteiligten lag, betraten etwas später Bassist Chuck Fay, Drummer Mike Najarian und Frontmann Chad Urmston die Bühne. Zuerst Fay und Najarian für kleine Umbauarbeiten und danach alle zusammen zum Setauftakt. Losgelegt wurde wie die Feuerwehr und gleich zu Beginn sogar ein lang in der Liveversenkung verschwundener Headbanger (“Calvado’s Chopper“) aus der Tüte gezaubert. Wie vor knapp sechs Monaten war das Publikum direkt auf 180 und im vorderen Teil ging es sogleich gut zur Sache. Die anschließenden Rocker “Black Cab Motorcade“, “Guantanamo“ und “State Inspector“ ließen keine Zeit zum Verschnaufen, genau so wie es sein soll. Wohlverdiente Entspannungspausen gab es danach bei “Fight No More“ und dem teilweise fast andächtig mitgesungenen “Omar Bay“. Bei Ersterem blieb zu konstatieren, dass Chuck Fay’s Vocals gegen Ende des Songs nicht nur auf Platte, sondern auch live prima funktionieren und er solche Ausflüge ans Mikro gerne öfter unternehmen darf.

Die vergleichsweise ruhigen Minuten wurden anschließend – durchgehend bis fast ans Ende des Main-Sets – von Krachern wie “Wicker Plane“, “Olli Olli“ und “Revolutionaries“ abgelöst. Etliche „Sprunggefechte“ von Fay und Urmston während der Songs setzte Najarian mit seinem hammerharten Schlagzeugspiel perfekt in Szene und das Hüpfen, Schreien und Feiern des Publikums übertrug sich spürbar auf die drei Bühnenprotagonisten. Für ein paar nachdenkliche Sätze zum Völkermord in Darfur und den im ’Underground’ eingerichteten Infostand (genaueres dazu findet ihr hier) war gegen Ende hin genauso Zeit wie für Urmston’s Plektrenaustausch mit Teilen der ersten Reihen, den Energiebolzen schlechthin (“Camilo“), das Deutschlanddebüt eines bisher unveröffentlichten Songs (“Arsenic & Clover“) und das lautstark gefeierte “Mr. Larkin“.

Verschnaufen mussten nun auch die drei Amerikaner kurz. Schnell ging es hinter die Bühne, kurz wurde inne gehalten um danach direkt wieder auf die Bretter zu stürmen und mit “Gang Of Thieves“ und “Man In The Hall“ (bei dem Urmston seine Ölkanistergitarre umschnallte) die erste Zugabe zu bestreiten. Ausgiebige Luftgefechte gab es hier genauso wie Najarian’s eindrucksvollen Druckgroove.

Nach gut 90 Minuten verabschiedete sich das durchgeschwitzte Trio vom nicht minder nassen Publikum mit dem lautstark geforderten “The Diner Song“. Auch wenn der zeitweise auf fast jedem Konzert gespielte Song mittlerweile öfter einmal ausgelassen wird, in Köln fehlte er zur Freude der Fans nicht. Und genauso wenig wird die große Mehrheit der Anwesenden beim nächsten Kölnabstecher der Band fehlen. Im deutschen State Radio-Wohnzimmer bin ich auf jeden Fall immer wieder gerne mit von der Partie!

Setliste:
Calvado's Chopper
Black Cab Motorcade
Guantanamo
State Inspector
Fight No More
Omar Bay
Wicker Plane
Right Me Up
Olli Olli
Sudan
Camilo
Arensic & Clover
Revolutionaries
CIA
Mr. Larkin
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Gang Of Thieves
Man In The Hall
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The Diner Song

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