Steel Panther

Tour 2010

19.09.2010 Luxor / Köln

Von: Fenja Volkmann

Steel Panther Köln

Willkommen zu Steel Panther's erster Headliner Show in Deutschland! Zunächst als Support Band für Ozzy Osbourne unterwegs, entschieden sich die US-Amerikaner für vier Gigs in Deutschland Halt zu zu machen. In Los Angeles und Las Vegas sind sie bereits feste Club-Größen. Auch hierzulande scheint man sie sehnsüchtig zu erwarten. Das Kölner Luxor, welches ca. 500 Leute fasst, ist trotz relativ später Bekanntgabe schon Tage vorher restlos ausverkauft.

Steel Panther, welche eher als Satire des 80er Jahre Heavy Glam Rock anstatt als reguläre Band zu verstehen sind, betreten etwas später als erwartet die Bühne. Ganz wie die anwesenden Fans sind sie perfekt gestylt. Gehören doch heute Abend Spandex, Leggings, Schminke und Glitter zum guten Ton. Die ganze Szenerie erinnert an die Ära der wahren Rockstars wie damals Axl Rose oder Sebastian Bach.

Die Show beginnt mit den Songs "Eyes Of A Panther", "Asian Hooker" und "Fat Girl". Alle Mitglieder der Band richten sich zwischendurch an das Publikum. Vor allem mit Vorliebe an die weiblichen Anwesenden. Ebenso wie in ihren Songtexten geht es hierbei nicht ganz jugendfrei zu. Dies sollte aber niemanden überraschen, bedienen sich Steel Panther doch wirklich aller Klischees rund um Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Sprüche wie "We're so happy to see so many German pussy" gehören hier zu den harmlosen Äußerungen. Auch scheinen die Jungs sich gerne selbst auf die Schippe zu nehmen. So fragt Sänger Michael Starr die Fans: "How many people here like to go to the zoo?". Zwischendurch gestaltet es sich ausserdem äußerst schwierig zu fotografieren. Entweder weil sich Starr's Hand des öfteren in meinem Gesicht wiederfindet oder aber weil ich mich angesichts von Bassist Lexxi Foxx am liebsten vor Lachen auf dem Boden kugeln möchte. Dieser ist immer wieder damit beschäftigt seine vermutlich unechte Lockenpracht mit Haarspray in Form zu bringen, um sich dann in seinem, mit Glitzersteinen besetzten Handspiegel zu betrachten.

Im folgenden werden  Songs wie "Shocker" oder das fantastische "Community Property" zum Besten gegeben und von den aussergewöhnlich textsicheren Fans laut mitgesungen und abgefeiert. Währendessen gibt es eine noch aussergewöhlichere Show eines deutschen Pornosternchens, welches deutlich tiefe Einblicke in diese Kunst gewährt. Von dieser Seite abgesehen sind die Vier als wirklich talentierte Musiker und Entertainer zu betrachten, die ihr Business professionell beherrschen. Gitarrist Satchel zeigt dies besonders bei seinem herausragend guten Solo. Schlagzeuger Stix Zadinia macht eine gute Figur an seinen Drums, ebenso wie Lexxi am Bass. Auch Michael Starr überzeugt mit guter Stimme. Auch ein ganz neuer Song, "Critter", hat es auf die Setlist geschafft, ebenso wie eine Coverversion von Mötley Crüe's "Kickstart My Heart". Immer wieder flirtet Starr während der Performance mit den "German Girls", von denen augenscheinlich so einige wohl gerne als Groupies fungieren würden.

Das Ende der offiziellen Setlist wird durch den Titelsong ihres Debüt-Albums "Feel The Steel" eingeläutet. Doch noch ist die Party in vollem Gange und das Publikum fordert mehr. So spielen Steel Panther Van Halen's "Jump" und Guns'n'Roses "Paradise City" als Zugaben. Starr fordert mehrere Mädels auf die Bühne, unter anderem meine Begleitung und mich. Nein, nicht was ihr denkt. Wir alle bleiben angezogen und haben einfach Spaß beim Tanzen und Singen mit den Jungs. Danach ist dann aber wirklich Ende. Dieser Abend übertrifft bei weitem jegliche Erwartungen. Einzig und allein bleibt zu sagen: Steel Panther kicks ass! Vorausgesetzt man versteht ihren Humor und ist schmerzfrei in Sachen Anzüglichkeit.

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