Stoppok

Stoppok & Worthy - Grundblues-Tour 2009

11.12.2009 Kulturkirche / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Stoppok Köln

Alle Jahre wieder… (das Wortspiel ließ sich nicht vermeiden) beehrt Herr Stoppok das winterliche Köln und schart damit komplette Freundeskreise um sich, häufig auch auf der Bühne, immer im Publikum. Auch heute ist es wieder soweit, doch anders als im letzten Jahr ist Stefan Stoppok ohne Band angereist. Begleitet wird er von Reggie Worthy, mit dem er, neben vielen seiner Bandalben, 2000 das akustische "Grundvergnügen" einspielte. Heute Abend sind die beiden in der Kulturkirche in Köln-Nippes aufgeschlagen, um uns das Folgealbum dieser Kollaboration, "Grundblues", näher zu bringen. Da diese Platte erst im nächsten Jahr in die Läden kommt und bisher ausschließlich am Merchandise Stand zu erwerben ist, verspricht der Abend schon jetzt einiges an Überraschungen. So sieht die treue Stoppok-Fangemeinde zuversichtlich den musikalischen Fähigkeiten des Duos entgegen, auch wenn noch nicht jeder Song mitgesungen werden kann.

Kurz nach Acht beruhigt "Ärger" auch die letzten Zweifel. Stefan Stoppok thront auf einer Bass Cachon, die er, ebenso wie die mit Snare und Tom bestückte, mit zwei Fußpedalen bedient. Um sich herum ist eine Auswahl der verschiedensten Saiteninstrumente aufgebaut, neben unterschiedlich gestimmten Gitarren, einer 12-Saitigen, kommen auch Banjo und Bouzouki zum Einsatz, ebenso eine Mundharmonika. Reggie Worthy nimmt zu Stoppoks linker Seite Platz und los geht´s. Neben vielen alten Songs wie "Learning By Burning", "Wenn Du Weggehst" oder der auf "Grundvergnügen" erschienenen Cover-Version des Amanda Marshall Klassikers "One Of Us", spielen die beiden Akteure auch einen Großteil des aktuellen Albums.

Diese Songs sind tatsächlich sehr im  Blues verwurzelt und geben Stoppok ausreichend Raum, seine beeindruckenden Fähigkeiten an den Saiten unter Beweis zu stellen. Das Fundament hierzu bieten Worthy´s virtuoses Bassspiel, aber auch das "Schlagzeug" von Stefan Stoppok. Getoppt wird das Ganze durch die Wortgewalt und den Humor des Sängers. Dieser wird durch einige laute Menschen im Publikum allerdings auf eine harte Probe gestellt. So erinnert Stoppok mit "Gewalt Ist Keine Lösung" (…wenn man nur drüber redet) einmal nachdrücklich daran, wie dieser Umstand auch abgestellt werden könnte. Restlos an seine Grenzen gebracht wird der Sänger, als er im Zugabenblock nach seiner "Freundin Anne" verlangt (gemeint war die Kölner Sängerin Anne Haigis), um mit ihr gemeinsam Hendrix´ "Castles Made Of Sand" aufzuführen. Statt Anne Haigis setzt sich Anne Klotsch (hoffentlich nicht aus Köln) auf den Stuhl zwischen den beiden Musikern und verbringt die folgenden Minuten mit Biertrinken und Schämen. Als Stoppok ihr aus seiner Flasche nachschenkt, ist alles wieder gut und nach über zweieinhalb Stunden ein famoses Konzert zu Ende.

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