Subsignal

Beautiful And Monstrous Tour 2010 - Support: Central Park

14.10.2010 Underground / Köln

Von: Shirin K

Subsignal Köln

Mit "Beautiful And Monstrous" brachten Subsignal 2009 ihr Debütalbum heraus und ernteten damit viel Zuspruch und massenweise positive Kritiken. Nun wäre es natürlich ein Versäumnis, nicht darauf hinzuweisen, dass hinter Subsignal mit Sänger Arno Menses und Gitarrist Markus Steffen zwei Musiker der Melodic-Metal-Formation Sieges Even stecken, die sich vor einigen Jahren zur Enttäuschung einer großen Fangemeinde auflöste. Diese fand immerhin in Subsignal ein wenig Trost und Halt, denn sie haust musikalisch doch im Nachbardorf der Vorgängerband.

Verwunderlich ist es trotzdem, dass heute doch recht wenige Menschen den Weg ins Kölner Underground gefunden haben (wahrscheinlich liegt es daran, dass momentan so viele gute Bands auf Tour sind, dass man ein Vermögen ausgeben müsste, um sie alle zu sehen...). Als wir ankommen, spielt gerade die Vorgruppe Central Park ihr letztes Lied "Orpheus und Eurydike". Dieses ist allerdings gefühlte drei Stunden lang (samt endlosem Gefrickel, von 70er Jahre-Progacts abgeschielten Soli, irritierenden Tanzeinlagen der blonden Sängerin, Abschieds- und Danksagungsworten des Drummers), sodass man doch in den Genuss des Potentials dieser Band kommt – welches mir allerdings verborgen bleibt. Sorry, ich kann leider nichts Gutes sagen, selbst wenn ich mir Mühe gebe, daher lasse ich lieber das Tuch des Schweigens darüber fallen.

Subsignal macht dafür alles wieder gut!! Von Anfang an verbreiten die fünf Musiker Hochstimmung, auch wenn der Genuss ein wenig durch die Tatsache getrübt wird, dass der arme Drummer trotz der schon kleinen Bühne hinter einer Glaswand spielen muss (zu laut?). Sänger Menses, der aus mysteriösen Gründen fast nur Englisch mit dem Publikum spricht (immerhin gutes Englisch), legt eine Show hin, die sich gewaschen hat, tanzt, rockt, bangt, ärgert seine Mitmusiker oder putzt die Glaswand mit Sidolin. Dabei kann er, wie z.B. schon beim Opener "The Trick Is To Keep Breathing" den Wechsel zwischen den energetisch-rockigen Parts und den sanften Tönen stimmlich brillant umsetzen.

Gespielt wird an diesem Abend das gesamte "Beautiful And Monstrous"-Album - in einer Perfektion und mit einer so guten Laune, dass man Lust bekommt, auf die Bühne zu springen und jedem einzelnen Musiker die Hand zu schütteln (nur bei David, dem grimmigen Keyboarder kann man nicht so sicher sein, ob er wirklich Spaß hat...). Vor allem das erdige "Paradigm" (das ich schon auf dem Album genial finde) wird live zu einem absoluten Knaller. Bei dem etwas schwülstigen "The Sea" fehlen nur noch die Feuerzeuge und bei "Beautiful And Monstrous" möchte man eigentlich nur weinen vor Glück. Subsignal ist eben eine Band für die großen Gefühle und der hymnenartigen Rockmelodien, wobei auch Ausflüge ins progressive Gefilde durchaus mal drin sind.

Übrigens: Auch Sieges Even-Fans kommen an diesem Abend auf ihre Kosten: Mit "Unbreakable", "Tidal" und – "The Lonely Views Of Condors" als letzte Zugabe – spielen die Herren ein paar erfolgreiche Songs aus vergangenen Zeiten. Mein Fazit: Subsignal ist eine professionelle, hervorragende Band, die unbedingt auf die großen Bühnen dieser Welt gehört. Ihr Suppport für Saga war hoffentlich der Auftakt. Und ich freue mich schon darauf, Menses und Co. demnächst inmitten von Tausenden von Fans bejubeln zu dürfen. Jetzt freue ich mich erstmal auf das neue Album der Band, das nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte!

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