Nackt-Tour 2010
Heute spielt Subway to Sally im Kölner Tanzbrunnen, die mit ihrem Album "Nackt" bereits das zweite Mal auf Tour sind. Als Markenzeichen der Band gilt harte Metalmusik, die durch mittelalterliche Einflüsse – z.B. durch Instrumente wie Dudelsack, Oboe oder Flöte – eine ganz eigene Note und einen hohen Wiedererkennungswert bekommt. Nach dem großen Erfolg der ersten Konzertreihe sind die Musiker nun erneut unterwegs, mit lyrischen Balladen und wilden, ausgelassenen Tänzen im Gepäck; die Texte, fast ausschließlich deutschsprachig, und eigens von Michael "Bodenski" Boden geschrieben.
Der Tanzbrunnen ist ausverkauft, die knapp 1.000 Stühle füllen sich nach und nach, alle reden, essen oder trinken, die Stimmung ist gespannt und voller Vorfreude. Dann, pünktlich um acht Uhr kommen die Bandmitglieder nacheinander – spielend - auf die Bühne, nun sitzen auch im Mittelgang der Stuhlreihen Menschen auf dem Boden. Das Bühnenbild findet seinen Mittelpunkt in dem gigantischen Baum, auf dem zwei Krähen sitzen. Am Anfang, die ersten Lieder lang (unter anderem: "Herrin des Feuers", "Henkerbraut" und "Die Rose im Wasser"), ist das Publikum ziemlich gehemmt – jedoch nur durch die Stuhlreihen. Langsam steigt die Stimmung an, Balladen und Tänze wechseln sich ab, es gibt Momente des Schunkelns, Momente, in denen ausnahmslos das ganze Publikum steht, klatschend die Hände über den Kopf hebt und ausgelassen die Texte mitsingt; getanzt wird dagegen kaum, die Stühle behindern das Publikum leider wirklich. Doch das tut der Atmosphäre, die "Eric Fish" (Eric Hecht, Gesang, Dudelsack, Oboe, Schalmei etc.), "Bodenski" (Michael Boden, Gesang, Drehleier & Akustikgitarre), "Simon" (Gesang, Akustikgitarre & Trumscheit), Ingo Hampf mit beeindruckenden Solis auf der Mandoline sowie "Frau Schmitt" (Silke Volland) mit der Violine, "Sugar Ray" (Silvio Runge) am Bass, Nora mit Trommeln und "Simon Michael" (Simon Michael Schmitt) mit Headbanging zum Schluss des Konzertes am Schlagzeug geschaffen haben, keinen Abbruch. Die Stimmung geht steil bergauf, Tanz um Tanz, Lied um Lied, das Publikum wird von der Musik mitgerissen. "Eric Fish" ist begeistert; man merkt, mit wie viel Spaß gespielt und gesungen wird, die gut eineinhalb Stunden gehen wahnsinnig schnell vorbei.
Die erste Zugabe folgt, aber nein, das Publikum hat – natürlich – noch nicht genug. Es wird immer weiter geklatscht, es folgen einige Lieder, immer weiter, immer höher schaukelt die Stimmung. Ein drittes Mal verlassen und kommen die Stars des Abends durch nicht endenwollendes Klatschen und Singen von dem anscheinenden Lieblingslied der Zuschauer in den vorderen Reihen ("Julia und die Räubern") auf die Bühne. Jedes Mal beim Abgehen denkt man: Okay, das war ein geniales Konzert mit unheimlich viel Spaß. Hat sich wirklich gelohnt! Aber das Publikum fordert mehr und mehr, vor allem "Julia und die Räubern." Und obwohl das Lied eigentlich nicht gespielt werden sollte, singen ganz zum Abschluss Publikum und Subway to Sally gemeinsam das letzte Lied dieses durch und durch gelungenen Abends, der zu fast einem Drittel aus der genialen Zugabe bestand.
So kann man nur sagen: Thanks to:
S – Super Stimmung,
A – Atemberaubende Musik,
L – Laut und doch berührend,
L – Leider nicht lang genug,
Y - Yeah, denn Raub und Mord und Überfall sind gut!
Bis hoffentlich bald erneut in Köln!