Tour 2005
Was für ein Jahr für alle System of a Down Fans. Nicht nur das mit 'Mezmerize/Hypnotize' direkt 2 Alben auf die hungrigen Fans warten, auch live statten Serj Tankian, Daron Malakian, Shavo Odadjian und John Dolmayan Deutschland einige Konzertbesuche ab um ihr Livequalitäten unter beweis zu stellen.
Vor Erscheinen des ersten Albums Mezmerize sollten SOAD nun also am 09.04 die Live Music Hall in Köln rocken und das Konzert war bereits im Vorfeld komplett ausverkauft…große Erwartungshaltung also auf Seiten der Fans. Einlass war um 18:30 Uhr und eine große Menschentraube hatte sich bereits auf der Straße vor der LMH gebildet.
Auffallend war der fette Tourbus der direkt vor dem Eingang parkte und aus dessem Inneren eine fette Duftwolke mit Grasgeruch nach außen drang. Anscheinend bereitete sich die Band „mental“ auf ihren Auftritt vor.
Nachdem sich das Innere der Live Music Hall rapide füllte begann dann die lange Wartezeit. Nachdem ich mir ein Bier besorgt hatte schaute ich mir mal auf dem obligatorischen Rundgang den Merchandise Stand an und da gab es dann die erste, leider negative, Überraschung des Abends. T-Shirt Preise zwischen 30-32 Euro und Kapuzen Pullis für 60 Euro? Okay, Toxicity von SOAD hat in Deutschland Gold für seine Verkäufe bekommen aber trotzdem waren das Preise die einem nur ein Kopfschütteln entlocken konnten.
Ich suchte mir einen Platz im hinteren Mittelfeld und wartete auf das Erscheinen der Band die dann auch um 20:45 Uhr unter tosendem Applaus die Bühne betrat nur um die nächste Überraschung folgen zu lassen.
Der Kracher B.Y.O.P, einer der neuen Songs die sich auf Mezmerize finden werden, brachte die Halle sofort mit den ersten Takten zum Brodeln.
Beachtlich wie wandlungsfähig und glasklar dabei Serj Tankians Stimme durch die Halle schnitt. Den Wechsel zwischen hartem Gebrüll, sanfter Stimme, hoher und tiefer Stimmlage kennt wohl jeder Fan von den CDs der Band aber live nahm das ganze noch ganz andere Dimensionen an..der helle Wahnsinn! Seine Gestik und Mimik hätte dabei wohl Shakespeares Herz mit Freude erfüllt.
Mit Science vom Toxicity Album und Suggestions vom Debut System of a Down folgten dann auch direkt die nächsten Kracher im extrem umfangreichen Songprogramm des Abends. Die Band zeigte sich in sehr guter Spiellaune und sowohl Daron als auch Serj lockerten zwischendurch die Stimmung mit ein paar witzigen Sprüchen auf aber generell wurde eher wenig gesprochen und man überließ den Instrumenten die Dialoge.
Sehr schön war ebenfalls das einige Tracks gegenüber ihren Album Versionen stark abgewandelt wurden. So wurden die Songs War? und Sugar mit einer Roboterstimme untermalt und das Tempo komplett abgeändert. In den Songs Prison und dem Überflieger Toxicity wurde kurzerhand ein Break eingebaut und man wechselte nahtlos in den nächsten Song was für absolute Begeisterung beim Publikum sorgte.
Bei Bounce wurde besonders ausgiebig gepogt und gesprungen nachdem viele Fans von hinten in die vorderen Reihen stürmten um abzutanzen und bei den Songs Chop-Suey und Forest wurde lauthals mitgesungen.
Nach gut 90 Minuten ununterbrochener Spielzeit und dem Ausklang von Sugar war dann aber dieses wunderschöne Konzert an seinem Ende angelangt. Die Band verneigte sich noch kurz vor ihren Fans und mehrere Drumsticks wurden in die Menge geschleudert. Die begeisterten Zugaberufe der Fans blieben ungehört und man musste sich mit den gut 24 Songs zufrieden geben die in der Zeit gespielt wurden.
Ich verließ extrem begeistert die Halle und war froh über den Regen der einen draußen ein wenig abkühlte während sich die gut 1500 glücklichen Fans den Weg nach draußen erkämpften. Auf der Straße noch schnell ein Poster für 2 Euro ergattert (dort gab es Shirts für 10 Euro) und so endete dann für mich ein extrem eindrucksvoller Abend mit einer Band die den Rahmen von Genie und Wahnsinn sprengt.