Taking Back Sunday

Tour 2005

31.01.2005 Live Music Hall / Köln

Von: Norman Teichmann

Taking Back Sunday Köln

Die letzte Januar Woche mutierte zum Konzertereignis schlechthin für alle Emo Fans. Nach The Used und My Chemical Romance machen nun auch Taking Back Sunday Köln unsicher. Im Vorfeld gab es ja nicht so schöne Dinge zu hören von Taking Back Sunday. Die Auftritte in Berlin und München wurde gekippt, angeblich wegen schlechtlaufendem Ticketverkauf.

Ich hatte die Befürchtung , dass auch der Auftritt in der Live Music Hall in letzter Sekunde ins Wasser fallen würde, aber zum Glück blieb zumindest dieser Termin bestehen.

Die LMH war überraschenderweise nicht ausverkauft wie ich eigentlich vermutet hätte. Vielleicht lag es einfach daran das Taking Back Sunday gerade erst letztes Jahr ebenfalls in Köln gespielt haben, man weiss es nicht.

Um 20:30 Uhr gab es dann das erste Highlight. Als Support betraten die Bonner Jungs von Fire in the Attic die Bühne und heizten der Menge ordentlich ein. Mit der „Decision&Action“ EP , die letztes Jahr im Mai über Redfield Records veröffentlicht wurde , hatte die Bands bereits für Aufsehen gesorgt. In den folgenden 40 Minuten bewies die Band eindrucksvoll ihre Live Qualitäten und Sänger Ole Feltes sorgte auch für eine Menge Humor während des Auftritts: „Verdammt, das passiert wenn man hier alles im Dunkeln aufbaut... die Setlist klebt verkehrt rum!“

Musikalisch gab es neben Songs wie Decision&Action und Ghost from the Past erfreulich viel neues Material zu hören und man merkte der Band deutlich ihre Spielfreude vor der mittlerweile doch gut gefüllten Halle an.

Man darf auf den Longplayer gespannt sein der bald erscheinen wird.

Danach gab es dann die obligatorische Umbaupause und die Bühne wurde freigemacht. Die Bühnen Deko mit einem riesigen Taking Back Sunday Banner machte schon einiges her und auch die Merchandise Preise gingen völlig in Ordnung (T-Shirts ab 10 Euro bekommt man auf Konzerten doch eher selten).

Dann betraten endlich Taking Back Sunday die verdunkelte Bühne und schon erklangen die ersten Töne von Set Phasers to Stun, dem Opener des aktuellen Long Players „Where you want to be“, brachte die vorderen Reihen direkt zum Bersten und es wurde getanzt als wenn es keinen Morgen gäbe. Direkt im Anschluss wurde Timberwolves at New Jersey hinterher gejagd, der Menge war einfach keine Pause beschert und die Crowdsurfer konnten sich richtig austoben.

Danach gab es dann eine kleine Pause in der (Haupt)Sänger Adam Lazzara und Fred Mascherino (Gitarre/Gesang) die anwesenden fröhlich begrüßten und man erzählte , dass man am Vorabend in Amsterdam geraucht hat und man ja schließlich wisse was man in Amsterdam so zu sich nimmt. Der stolzierende Pfauengang von Adam erweckte ab und an tatsächlich den Eindruck das er ein wenig bekifft war, aber das tat der Show keinen Abruch.

Danach ging es dann weiter mit einer gut abgestimmten Mischung beider Alben, es war unmöglich einen Schwachpunkt in der guten Setlist zu finden. Mein persönliches Highlight wurde dann mit dem Song This Photograph Is Proof (I Know You Know) gespielt, die Live Version ließ die schon sehr gute Studio Version des Songs Staub fressen. Unglaublich mit wie viel Energie die Band das Stück zum besten gab und die Menge fieberte extatisch mit. Nach einigen weiteren Songs verließen dann die Herren die Bühne und wurden kurz darauf mit lauten Applaus und begeisterten rufen für 2 Zugaben wieder auf die Bühne geholt.

Bei New American Classic sangen und spielten zuerst nur Adam und Fred den Song in einer Akustikversion und sowohl Feuerzeuge als auch Hände wurden hochgehalten um die ruhige Ballade stimmig wirken zu lassen. Gegen Ende kam dann der Rest der Band dazu und der Song gewann wieder einiges an Tempo, sehr schöner Kontrast.

Vor dem letzten Song gestand Adam dann das man den letzten Song seit langer Zeit nicht mehr gespielt hätte und er der Band auch irgendwie peinlich wäre. Aber schließlich habe Adam sich schon die Haare pink gefärbt, also könnte man eh nicht mehr tiefer sinken.

Nach dieser erheiternden Ansprache gab mit A Decade Under The Influance noch einmal einen auf die Zwölfe . Die Menge brodelte ein letztes mal auf und man drängte nach vorne während jeder sprang und tanzte, grandioser Abschluss eines sehr schönen Konzertes. Die gute Stunde Spielzeit hat Taking Back Sunday gekonnt genutzt und bis zu ihrem nächsten Konzert einen bleibenden Eindruck hinterlassen, ich freu mich schon auf ihren nächsten Deutschlandbesuch.

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