Tour 2007
Freunde der gepflegten Langeweile kamen bei dem Tele-Konzert im Duisburger Hundertmeister voll auf ihre Kosten. Glich die Atmosphäre doch eher einem Privatkonzert, da nur eine Handvoll Menschen sich scheinbar dazu aufraffen konnten, sich die Freiburger mal live anzuschauen, war der Rest des Abends schlichtweg ermüdend.
Kurz nach Acht, und somit relativ pünktlich, aber auch ohne Vorband, fiel der imaginäre Vorhang, den Tele mit "Mario" lostraten. Ein Lied folgte dem anderen, bis sich Frontmann Francesco dazu bereit erklären konnte, sich dem Publikum zu öffnen. Das tat er, und er tat es forsch. Eine Ermahnung durchflutete den Raum, der zu allem Übel akustisch so angelegt war, dass die Band auf Grund der geringen Besucherzahl selbst die Gespräche der Gäste mitverfolgen konnte. Ganz schön dumm gelaufen.
Aber erbarmungslos sollte es weitergehen. Jetzt lachte man drüber. Man wollte die wenigen Zuhörer ja nicht gleich auch noch loswerden. Notausgänge frei machen und näher an die Bühne treten, ein irre Gag den sich Francesco abringen konnte! Applaus an dieser Stelle dafür. Wie man sieht, bot das Konzert vor allem kleine Freuden des Alltags, die den eigentlichen Auftritt doch dann auch recht bald in den Schatten stellten. Der Querschnitt durch das neue Album „Wir Brauchen Nichts“ mit Songs a la "Hans", "Rio De Janeiro" und "Bye, Bye Berlin" war am Ende doch ganz nett. Die Stimme schon fast penetrant, kam das Beste doch zum Schluss. Als nämlich auch die paar wenigen aktiven Fans direkt vor der Bühne mit Musikwünschen auffuhren (das war bereits bei der Zugabe), die wahrscheinlich nur die Optimisten im Raum nicht überraschten. Der Rest meinte sich wohl schon in Sicherheit zu wiegen, als endlich das letzte Lied verkündet wurde.
Man feierte sich selbst, ließ sich abklatschen und suchte die Nähe zu den Fans. Platten durfte man übrigens auch kaufen! Ein Angebot an die Mutigen. Für alle anderen gab es die Möglichkeit auf einen Plausch mit der Band nach dem Konzert. Tele sind für alle da! Und da doch einige mit einem Lächeln auf den Lippen den Abend durchgemacht haben, war es in lauschiger Runde für den waschechten Tele-Fan anscheinend doch ein tierisches Erlebnis.