Tesla

Tour 2008

12.06.2008 Luxor / Köln

Von: Jörg Haberland

Tesla Köln

Gottseidank hat diese gewisse Dreimanncombo aus Seattle es 1990 nicht geschafft alle Bands, die sich dem “ehrlichen”, erdigen, 70er Jahre beeinflußten Rock (ja genau, die Songs mit den Gitarrensolos) verschrieben haben ins Nirvana zu schicken.

Klar, um viele Bands besonders aus der “Haarsprayecke”, wie Warrent, Ratt oder wie sie alle hießen, war es nun wirklich nicht schade. Der Zug war wirklich durch. Doch selbst im wohl scheinbar untergehenden Musikbuissnes (wahrscheinlich genau deswegen) besiegt doch manchmal die Qualität irgendwelche ach so neuen Hypes. Bands wie Def Leppard,  Whitesnake und eben Tesla überlebten, besonders durch ihre Individualität, Kreativität und vor allem durch ihr musikalisches Können, den Arschtritt, den Mr. Cobain dem Rock´n Roll versetzte. Gut so, wie sich heute Abend herausstellen sollte.

Live sind die Jungs aus Sacramento, Kalifornien hier eigentlich erst in den letzten beiden Jahren wieder in Erscheinung getreten. Ich erinnere mich allerdings noch genau, als sie Anfang der 90er als Support der Scorpions ungefähr einen halben Meter Bühne zur Verfügung hatten, eigentlich bei voller Saalbeleuchtung spielen mussten und trotzdem die Kölner Sporthalle zum Durchdrehen brachten.

Das Kölner Luxor ist dann trotz EM-Spieltag überraschend gut gefüllt. Das war ohne neue Platte (das Album erscheint erst im September) nicht zu erwarten. Ungewöhnlich früh betreten dann Frontmann Jeff Keith, die beiden Gitarristen Frank Hannon und Dave Rude, Brian Wheat (Bass) und Schlagzeuger Troy Luccketta die Bühne. Was sofort auffällt ist, dass sich optisch wie akustisch aber wirklich überhaupt nichts verändert hat. Die Fünf wirken nach 20 Jahren dermaßen jung und frisch, dass man fast schon Angst bekommt.

Was dann folgt, ist das erwartete Best-of-Feuerwerk. Vom traditionellen Opener “Comin At Ya Live” über Teslas erste Single “Modern Day Cowboy” bis hin zum Rocker “Little Suzi" blieb wirklich nichts offen. “Love Song”, die Powerrockballade schlechthin, erzeugt wohl bei jedem dasselbe Gänsehautgefühl wie vor fast zwei Jahrzehnten. Für mich ist der eigentliche Höhepunkt jedoch “Songs And Emotion”, was man bei seinen zehn Minuten fast schon als “episch” bezeichnen darf. Mehr Emotion geht da wirklich nicht. Besonders das Schlußsolo von Hannon haut einen immer wieder um. Kasse auch das Ufo-Cover “Rock Bottom”. Mit “Live Before I Die” wird auch ein Song vom kommenden Album vorgestellt, der bei mir jetzt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, aber Tesla erschlossen sich bisher sowieso immer erst nach mehrmaligem genaueren Zuhören.

Nach knapp zwei Stunden ist die Party dann leider schon zu Ende. Sänger Jeff Keith verspricht auf jeden Fall eine erneute Tour in good old Germany. Danach mischt sich die gesamte Band noch zum Autogrammeschreiben, Quatschen und Biertrinken unters Volk. Sehr symphatisch. Und gerne nächstes Jahr wieder. 

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