The 69 Eyes

Devils Tour, Support: The Others

12.02.2005 Live Music Hall / Köln

Von: Melanie Schupp

The 69 Eyes Köln

Von Hannover mal kurz nach Köln an einem Wochenende für Chefredakteur Denis und The 69 Eyes - ein Trip der sich hoffentlich lohnen würde?!
Heftige Regenschauer und Sturmböen beherrschen Köln in diesen Tagen, esscheint als seien dies Vorboten der "Helsinki Devils". DieLive-Auftritte der 69 Eyes sind ja bekanntlich ein Geheimtipp in derMusikszene. Dieser Bekanntheitsgrad in Insider-Kreisen bestätigt sich bereits bei der Parkplatzsuche. Trotz der wenigen Plakate in der Stadt sind alle Parkplätze in der Umgebung besetzt und die Kölner LiveMusic Hall ist mit über 1.200 verkauften Karten so gut wie ausverkauft.
Bereits vor 3 Jahren gaben sich the 69 Eyes mit einem Auftritt die Ehrein dieser Location, damals sicher noch um einiges unbekannter alsheute, wo sie sich mit dem Goth-Rock-Stil auf dem aufsteigenden Ast befinden.

Beim Betreten der vollen Halle strömt einem sofort ein unverkennbarer Patchouli-Geruch entgegen. Das vorzugsweise schwarz gekleidete Publikumlauscht gerade den letzten Klängen der Vorgruppe "The Others".
Immerhin haben wir nicht den Anfang des Hauptacts auf Grund der Parkplatzschwierigkeiten verpasst. Nach der Vorband hat das Publikumkurz Zeit sich während des Soundchecks nochmal auf das Bevorstehende vorzubereiten. Dies geschieht nicht, ohne dass der ein oder andere BH (Körbchengröße A) gezückt wird. Endlich kündigen mystische Töne das Erscheinen der Band an und nach wenigen Minuten betreten die fünf düsteren Finnen die Bühne. Jussi 69 schwingt sich mit gewohnt nacktem Oberkörper hinter die Drums und Jyrki 69 tritt mit seiner allseitsbekannten Skelett-Lederjacke, einer Porn-Sonnenbrille und toupierten Haaren im Nikki Sixx Stil in Erscheinung. Archzie trägt seine Begeisterung für die Misfits auf seiner Kopfbedeckung zur Schau und Timo Timo und Bazie sind in schlichtem Schwarz gehalten.
Viele Merkmale im Kleidungsstil als auch in der Art zu performen deuten darauf hin, dass die Bandmitglieder stark von Mötley Crüe, allen voran Nikki Sixx und Tommy Lee angetan sind. Die ersten Töne des Songs "Devils" - der von dem gleichnamigen aktuellen Album stammt - donnern in die Halle und es wird gleich zu Beginn richtig losgelegt. Jussi 69 schwingt seine Sticks locker und erbarmungslos wie bei jedem Gig. Jyrki 69 bringt die tiefen Töne seiner Songs zwar nicht immer einwandfrei, weiß die Schwachstellen jedoch ziemlich gut zu kaschieren und zu umgehen, indem er auf andere Tonlagenausweicht oder ein- zweimal den Text sogar mehr spricht als singt... was die Songs nicht unbedingt schlechter erscheinen lässt. Es ist sogarsehr interessant und abwechslungsreich durch diese spontanen Variationen.

Bei den ersten drei Songs fliegen auch sogleich die BHs auf die Bühne und Jyrki hält - sichtlich amüsiert - eine Trophäe in die Höhe. Das Kölner Publikum ist sehr angetan der Musik und der gesamten Atmosphäre, lässt sich jedoch trotzdem nur schwer in Bewegung setzen. Doch spätestens bei dem älteren Hit "the Chair" brodelt die Halle undalle singen und tanzen begeistert mit. Auch hier hat Jyrki offensichtlich Stimmprobleme, doch er überspielt sie professionell mit einem solchen Charme, dass es kaum bemerkt oder sofort vergessen und verziehen wird.
Nun ist das Feuer im Publikum endgültig entbrannt und die Stimmung ist so schön wie sie nur sein kann an einem Konzert. Alte wie neue Songs werden gefeiert und der letzte Kracher des Gigs "Lost Boys" holt noch einmal die letzten Reserven aus Band und Publikum raus.

Nach dem Ende des Konzertes findet in der Location eine Rock-Party statt und wer nun bleibt wird belohnt... nach wenigen Stunden ist die gesamte Band unter dem Volk und trinkt, tanzt, redet und feiert mit denGästen. Jyrki ist sehr kommunikativ und geduldig - von Fotos über Autogrammen bis hin zu Kuss-Wünschen erfüllt er fast jeden Wunsch.
Als wir um 2 Uhr morgens die Halle verlassen, sind die Finnen immer noch am feiern. Ob der Gig in Frankfurt am folgenden Tag genauso gut ausfällt oder von einem üblen Kater überschattet sein wird? Egal - dieser hier war jedenfalls klasse! Mein Trip hat sich mehr als gelohnt.

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