The Airborne Toxic Event

Tour 2011 - Support: Vierkanttretlager

09.02.2011 Uebel & Gefährlich / Hamburg

Von: Jessica Franke

The Airborne Toxic Event Hamburg

In den USA gelten sie schon längst als eine der Neuentdeckungen überhaupt. Eine Mischung aus Radiohead, Arcade Fire und Modest Mouse wird versprochen. Und spätestens als der Rolling Stone das Debüt von The Airborne Toxic Event als das aufregendste Indierock Album seit langem betitelt hat, wurde man hellhörig. Noch bevor ihr zweites Album im April erscheinen wird, begeben sich die charmanten Amerikaner wieder auf Tour und machen natürlich auch in Hamburg Halt. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Ein bisschen groß ist die Location vielleicht doch gewählt. Denn obwohl der hintere Bereich des Hamburger Übel & Gefährlich abgetrennt wurde, ist es heute längst nicht ausverkauft. An der Stimmung tut dies allerdings nichts zur Sache, es ist immerhin gut gefüllt und die Atmosphäre ist wunderbar entspannt und ausgelassen.

Bei der Vorband hätte man allerdings eine bessere Auswahl treffen können. Mit klassischen Indieklängen machen Vierkanttretlager ja grundsätzlich nichts verkehrt, heben sich aber auch nicht gerade von dem Überfluss ab, der gerade von der Insel kommt. Zudem wird die Qualität erheblich durch den schlechten Gesang gemindert. Ohne jegliche Höhen, Tiefen, ganz geschweige von irgendwelchen Emotionen in der Stimme werden dem Zuhörer sinnlose Texte um die Ohren gehauen, bei denen man sich irgendwie nicht mehr wundert, warum es deutschsprachige Indiemusik eigentlich so schwer hat. Zumindest sich selbst scheint der Sänger in Ekstase zu singen. Das Publikum zeigt sich davon aber eher unbeeindruckt. Zwar gibt es den anstandshalber freundlichen Applaus, dafür sind die Hamburger dann doch zu höflich, aber die große Begeisterung bleibt spürbar aus.

Anders sieht es da schon aus, als The Airborne Toxic Event die Bühne betreten. Von Beginn an geben sich die fünf Musiker leidenschaftlich ihrer Musik hin, beweisen durchweg, dass sie nicht einfach nur Bandkollegen, sondern Freunde sind, die ihrer gemeinsamen Leidenschaft nachgehen. Die Freude, die sie auf der Bühne versprühen, übertragen sie dabei gekonnt auf das Publikum, das seine Begeisterung keine Sekunde verbergen kann. Der fröhliche Indierock animiert mindestens zum heiteren Mitwippen, die Balladen, bei denen die kraftvolle Stimme von Sänger und Gitarrist Mikel erst recht zur Geltung kommt, rührt die Menge zu Tränen. Neben den klassischen Instrumenten kommt auch eine Violine zum Einsatz, und selbst Noah streicht seinen Bass hin und wieder mit einem Geigenbogen. Mikel überzeugt mit einer variablen Stimmbandbreite und meistert souverän alle Zwischentöne auf der Emotionalitäts- und Intensitätsskala.

Spätestens jetzt dürfte auch die letzte Skepsis über leichtfertig geäußerte Erwartungen wie weggeblasen sein, der Hype, der dem sympathischen Quintett die letzten Jahre geschenkt wurde, gebührt ihnen ganz eindeutig zu Recht. Und zuletzt ist es wohl der unverwechselbare Charme aus ausgeprägter Euphorie und tiefem Schwermut, mit dem sie die Herzen der Zuschauer für sich gewinnen. Insgesamt ein durchweg gelungener Abend, da bekommt man gleich noch mehr Lust auf das kommende Album!

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Joe Cocker Tickets bei www.eventim.de