Prayer For The Weekend Tour 2007
Der Eurovision Song Contest liegt nun einige Monate zurück, doch für The Ark, die für Schweden ins Rennen gegangen waren, hat sich laut eigener Aussage nichts geändert. Darum spielten die Herren auch nicht in einer mittelgroßen Konzertlocation, sondern in guter alter Tradition im süßen Prime Club.
Doch zwei kleine Änderungen im Line Up gab es trotzdem. Eine Vorband sollte dieses Mal das Publikum aufwärmen. Als ob ein Aufwärmen bei The Ark nötig wäreÂ…! Das Publikum, das aus allen Alterklassen zusammengewürfelt und zum Großteil genauso speziell und individuell wie The Ark selbst war, strahlte pure Vorfreude aus.
Nach dem „Intro“ der Vorgruppe „Sunflower Caravan“ wartete das Publikum vergebens auf eine Person hinter dem Mikrofon. Beim zweiten Song mussten die Anwesenden dann irritiert feststellen, dass ein Sänger nicht wie zuerst vermutet seinen Einstieg verpasste oder verloren ging, sondern Sunflower Caravan eben genauso anders zu sein schienen wie The Ark. Immer mal was anderes – und so bekam man bei dem Vorprogramm den Eindruck einer riesigen instrumentalen Jam-Session beizuwohnen. Zu guter Letzt und zum Einklang für den Hauptact ließen die Juns aus Prag die Töne ihrer eigenen Version zu „Prayer For The Weekend“ erklingen.
Unter freudigem Jubel von Seiten des Publikums enterten dann auch fix die sechs Herren von The Ark die Bühne. Erschienen Ola und Leari noch ziemlich müde beim Interview vorweg, schienen sie in der Zwischenzeit Aufwachpillen eingenommen zu haben. Hier erkannte man sofort die zweite Änderung des Line Ups: an der Gitarre wurde Jepson, der sich dazu entschlossen hatte, zu Hause in Schweden auf sein Baby zu warten, von Oskar würdevoll vertreten. Zwar bespielte dieser das Instrument nicht mit der Zunge, doch beherrschte er es mit den Fingern einwandfrei. Auch die Pose undd das sympathische Auftreten fügte sich perfekt in das Livebild von The Ark ein. Voller Energie und guter Laune, nie um einen passenden und meist auch geistreichen Spruch verlegen, entfachten The Ark ein Feuer im Publikum. Mit richtigem Feuer spielte Ola auch zu „New Pollution“, indem er ein Feuerzeug vor eine Haarspraydose hielt. Dies geschah mit Sicherheit zum großen Entsetzen der Veranstalter, doch die Haarsprayattacke verlief vollkommen schadenfrei und zum Entzücken der Hörerschaft.
Auch Olas Akrobatik auf der Bar fand großen Anklang, der kleine Prime Club wurde ideal genutzt! Ola, der ja bekannterweise gerne Parallelen zu politischen Ereignissen zieht, gelangte in einer Ansprache vom Tag der deutschen Einheit zur naheliegenden Freiheit und somit zu Da Hoff (David Hasselhoff -> Looking For Freedom), das er auch sofort für ein paar Takte anstimmte.
Ebenso aufgeweckt wie die Band, schien auch das Publikum zu sein. Man hatte wirklich das Gefühl es verstünde alle Witze und Anspielung und gab auch angemessenes Feedback – was schließlich nicht bei jedem Konzert selbstverständlich und darum umso erwähnenswerter ist.
Dass Schlager von „holy spirit and ecstasy“ handeln mögen wir bezweifeln, doch das damit angekündigte „Worrying Kind“ versetzte das Publikum gewiss in Ekstase. Kaum ein Hit der vier Alben von The Ark wurde ausgelassen und spätestens bei der letzten Zugabe „Calleth You Cometh I“ brüllten sich Ola und das Publikum gleichermaßen die Seele aus dem Leibe. Fast schon als familiär konnte man die Stimmung bezeichnen.
Ein wirklich schöner Abend neigte sich damit seinem Ende zuÂ… oder doch nicht?? Denn wer noch nicht genug hatte, konnte sich in der kleinen Bar „schräg gegenüber“ von Martins DJ Qualitäten überzeugen, wo dann auch fast die gesamte Band mitfeierte.