The Ark

State of the Ark Tour 2005

29.09.2005 Prime Club / Köln

Von: Melanie Schupp

The Ark Köln

Männer in knappen weißen Höschen, tief dekolletierter Ausschnitt, jede Menge Eyeshadow und 100% Glamour… nein, nicht der Christopher Street Day hielt Einzug in Köln, sondern The Ark waren in die Stadt zurückgekehrt, um sie für einen Abend mit ihrem unverkennbaren Glam-Pop zu bereichern.

Ein gelber doppelstöckiger Tourbus vor den Toren des Prime Clubs zur Begrüßung steigerte unsere Vorfreude auf das kommende Ereignis. Es war nicht unser erstes The Ark Erlebnis – und ein Konzert der Schweden ist nichts anderes als ein Erlebnis – somit konnten wir erahnen, dass der Abend sehr unterhaltsam würde. Nach und nach füllte sich der Club mit den unterschiedlichsten Anhängern der Band. Ob ebenso glamourös gestylt wie The Ark selbst, rockigem Outfit, ganz schlicht oder sogar aus den Niederlanden angereist – The Ark konnte eine ordentliche Anzahl an Gästen begrüßen. Nach 35 Minuten Verspätung betraten die sechs Schweden – gutaussehend wie immer – das Rampenlicht und die ersten Töne von "Clamour for Glamour" erklangen. Das Publikum hing von der ersten Minute an den Lippen Ola Salos und bewegte sich mit zum Sound der Band. Sogleich stand fest, dass an diesem Abend gefeiert werden würde!
Bei dem folgenden Track "Father of a son" wurde fleißig mitgesungen, das "Hallelujah" schallte nur so durch den Raum. Nach Rock City Wenkers war es dann Zeit für Ola einige Worte an das Publikum zu richten, die lauteten wie folgt: „We are The Ark, die Sensation aus Schweden!“ Große Worte, die unsere Ansprüche steigen ließen… und die vollkommen übertroffen wurden.

Deutschlands politische Unstimmigkeiten der vergangenen Tage gingen auch an The Ark nicht ungehört vorüber und es wurde publik gemacht, dass uns die Schweden eine Alternative böten. Eine neu gegründete Partei, die sogenannte „Artist party“ und ihr Slogan lautet „We offer you Delivery from freewill!!“ Ein vielversprechendes Wahlprogramm, unsere Stimme haben sie bei den nächsten Wahlen gewiss.
Ein weiteres „political manifesto“ – ein kleiner Tip Ola Salos, ob für die nächsten Wahlen oder auch in jeglichen anderen Lebenslagen – war "Let your body decide". Und wenn man der Band zusah und der Musik lauschte und man einfach nicht still stehen konnte, ja spätestens dann verstand man, was damit gemeint war.
Immer wieder beeindruckend und unvergesslich war und ist dabei die gute Laune der Band, die sympathische Ausstrahlung, die jedem Einzelnen im Publikum Vertrautheit vermittelt und es zu einem Konzert unter Freunden werden lässt. Natürlich trugen hierzu auch das Geschäker Ola Salos mit dem Publikum und die ständige Suche der gesamten Band nach Nähe zum Publikum dazu bei. War das Stimmungsbarometer schon von Anfang an im roten Bereich, so stieg es im Laufe der Show ins unermessliche. Sexy, andersartig, ausgelassen, wunderschön – nur ein paar kleine Begriffe, die den Auftritt nur annähernd beschreiben.

“I´m searching for volunteers for building an army of displaced lovers!“* Zitat Ola Salo. Doch seine Armee stand doch schon den ganzen Abend vor ihm, wir waren ihm hörig und eifrig wurde mitgehüpft bei "The Others". Hier noch eine Attraktion, die ich schon lange nicht mehr live gesehen habe: Jepsons Gitarrensolo mit der Zunge!
Plötzlich erschienen schwarze Schwingen on stage. Ola hatte sich in sein schwarzes Engelskostüm geworfen, um "Tell me this night is over" gebührlich zu präsentieren. Später beantwortete er uns eine Frage, die wir uns eigentlich nie gestellt hatten. Wo waren dieses Mal Sugarplum Fairy, die beim letzten Konzert mit in Köln waren?? Olas unverblümtes Eingeständnis: „We ate them because they looked so tasty! We had them for breakfast.” Und dem nicht genug, als Nachtisch gabs Mando Diao, die anscheinend etwas zäh waren.
Nach über einer Stunde Programm verließen The Ark ihre potentiellen Wähler. Das Geschrei war groß und somit mussten die Jungs nach wenigenMinuten zurückkehren. Das folgende a Capella Medley (mit nacktem Oberkörper) erfüllte jeglichen Publikumswunsch. Natürlich durfte auch "Calleth you cometh I" nicht fehlen, bei dem das Volk tobte und der Raum bebte, dass man Angst bekam er bräche zusammen. Doch egal, denn wie Ola Salo uns zu predigen pflegte „Life is short!!“ und darum wurde gefeiert als gäbe es kein Morgen.
Zum Ende noch Ola Salos Versprechen „Wir kommen wieder, Köln!“ und das einstimmige Gegenversprechen unsererseits „Wir nehmen dich beim Wort und werden da sein!“

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