The Chemical Brothers

Tour 2005

26.02.2005 Palladium / Köln

Von: Willi Nickolaus

The Chemical Brothers Köln

Bei allen Diskussionen darüber, ob das neue Album - Push the button - evtl. nicht mehr gar so innovativ ist und ein paar Längen hat, oder bereits Come with us eine durchwachsene Angelegenheit war, wurden die Live-Qualitäten der chemischen Brüder nie in Frage gestellt. Mit Calvanize, der aktuellen Hammersingle im Rücken und nur zwei Gigs in Deutschland, war es wohl auch ein leichtes, beide auszuverkaufen.

Der Abend rief allerdings gemischte Gefühle hervor, denn mit einer echten Konzertsituation hatte das ganze nur sehr wenig zu tun. Da die Chemical Brothers seit jeher sehr viel mit Vocals von hochkarätigen Kollegen arbeiten, hofften so einige auf den einen oder anderen Gastauftritt. Diese Hoffnungen wurden ziemlich schnell zerschlagen, wem allerdings ohnehin klar war, nicht auf einem Konzert im engeren Sinne zu sein, der kam definitiv auf seine Kosten.

Schon vor Beginn der Performance war der Blick auf die Bühne frei, und was man da so sah, ließ ein ziemliches Spektakel erwarten. Ein schier unglaubliches Pult, diverse Keyboards & Synthesizer und einiges an Gerätschaften die sicher nicht jeder zuordnen konnte schürten die Erwartungen der Menge.

Punkt 21:00 ging es auch direkt mit dem Chemical Brothers – Hit schlechthin, Block rockin´beats, ordentlich und standesgemäß zur Sache. Zumindest in den vorderen Reihen feierten die Besucher auch prompt und gebührend – ein Großteil der Meute ließ sich allerdings auch im weiteren Verlauf nur sehr bedingt zur einen oder anderen Bewegung hinreissen. Es folgte eine Art Best of – Set, das keine Wünsche offen ließ. Ed Simmons und Tom Rowlands, die sich in ihrer „Festung“ abwechselten, also nicht permanent gemeinsam auf der Bühne standen, wissen eben wie es geht. Sie spielten fast nur Hits und diese waren grossartig aufeinander abgestimmt, neben den reinen Abgeh - Nummern hatten auch die melodiöseren Stücke ihren Platz. Insbesondere bei Hey boy, hey girl, Star guitar & selbstverständlich erst recht bei Calvanize sprang der Tanzfunke dann doch auf einige Besucher mehr über.

Während des kompletten Gigs war die Licht – und Lasershow atemberaubend, und die Projektionen auf zwei kleine Monitore sowie auf eine grosse Leinwand hinter der Bühne waren perfekt in Szene gesetzt und optimal auf das jeweilige Stück zugeschnitten.

Vor dem Zugabenblock liessen sich die beiden relativ lange Zeit während die Menge frenetisch nach mehr verlangte. Als Rowlands und Simmons dann gemeinsam erneut die Bühne enterten war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Ich persönlich war glücklich als tatsächlich endlich The golden path erklang. Mit dem über neun Minuten langen The private psychdelic reel, stellte ein weiteres Highlight ein würdiges Ende nach zwei spektakulären Stunden dar.

Ein Grossteil der Palladium – Gänger ging ziemlich beeindruckt und zufrieden nach Hause und die Chemical Brothers hatten einmal mehr ihren Ausnahme – Status unter Beweis gestellt.

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