The Corrs

Tour 2005

29.06.2005 Museumsmeile / Bonn

Von: Stefan Bink

The Corrs Bonn

Eigentlich passt mir das Corrs-Konzert heute überhaupt nicht in den Kram. Schließlich läuft zeitgleich das Finale im Confederations Cup und vorher noch das Spiel um Platz 3 mit Prinz Poldi und Co. Aber es hilft nix. Beim Stand von 2:2 mache ich mich auf den Weg zur Bonner Museumsmeile. Immerhin hat der Prinz wieder „sein Tor“ gemacht, was mich halbwegs tröstlich stimmt. Dass es am Ende 4:3 ausgeht, erfahre ich zum Glück aber auch noch, denn vor Konzertbeginn werden alle Tore auf den Videoscreens rechts und links der Bühne gezeigt. Prima Service! Danke schön!

Pünktlich zum Start der Show setzt dann über Bonn der grosse Regen ein. Ich suche mir ein trockenes Plätzchen unter dem Zeltdach und harre zusammen mit schätzungsweise 3.500 Corrs-Fans den Dingen, die da kommen mögen. Ehrlich gesagt, ist die Musik des Geschwisterquartetts aus Irland bisher relativ spurlos an mir vorübergezogen. Lediglich ihr Fleetwood Mac-Cover „Radio“ ließ aufhorchen. Von manchen (zu Unrecht wie sich zeigen soll) als „die gewaschene Ausgabe der Kelly Family“ verspottet, haben The Corrs immerhin bereits 11 Millionen Tonträger unters Volk gebracht und mit ihrem „MTV Unplugged“-Auftritt von 1999 so etwas wie den musikalischen Ritterschlag erhalten. Im Oktober soll die neue CD erscheinen, Arbeitstitel: „Home“.

Um kurz nach 20 Uhr geht`s dann los. Unterstützt von ihrer vierköpfigen Tourband (unter anderem Jason Duffy an einem zweiten Drumkit) betreten Caroline (Schlagzeug Nummer eins), Sharon (Geige), Jim (Keyboard und Gitarre) und Frontfrau Andrea die Bühne und starten mit „Only when I sleep“. Die Stimmung im Publikum ist von Beginn an erstklassig. Ich wünsche mir kurz, etwas näher an der Bühne zu stehen, denn insbesondere Andrea Corr ist nicht nur eine Ohren-, sondern eine Augenweide. Der gestrenge Blick meiner Freundin lässt mich jedoch schnell wieder auf andere Gedanken kommen und so begnüge ich mich mit dem überdimensionalen Anblick auf den beiden Videoscreens.

Es folgen „Dreams“ und das überaus tanzkompatible „Angel“. Pop vom Feinsten. Danach „What can I do“ und „Forgiven, not forgotten“ vom gleichnamigen Album. Der Sound ist ebenso makellos wie Andrea Corr. Die kokettiert derweil mit dem Wetter („It`s raining, like in Ireland“) und sammelt fast schon beiläufig ein halbes Dutzend Blumensträuße ein. Süss! Zwischendurch demonstriert sie ihr Können an der Tin-Whistle-Flöte, was dem Ganzen einen deutlich folkigen Einschlag verpasst.

Anschließend ist Kuscheln angesagt. Nach „Old Hag you killed me“, „My Lagan Love“, „Heart like a wheel“ und „Black is the colour“ (allesamt bisher unveröffentlicht) bin ich glücklich, nicht alleine gekommen zu sein. Vor lauter Gefühlsduselei hätte ich mich sonst am Ende womöglich noch selbst umarmt. Die dezente Lightshow tut ihr übriges.

Meine Konzentration auf das Geschehen um mich herum reicht aber immerhin noch so weit, dass ich den Stimmungswechsel nach „Radio“ und „Summer Sunshine“ wahrnehme. Jetzt wird auf dem Museumsplatz bis in die letzte Reihe getanzt! Es folgen „I never loved you anyway“ (von wegen!) und “Goodbye”, welches dann auch standesgemäß das reguläre Set beendet.

Nach kurzer Pause gibt es immerhin noch zwei Zugaben. „Breathless“ und „Toss the feathers“ um genau zu sein. Dann ist Feierabend. Auf der Museumsmeile wegen des Anwohnerschutzes ohnehin traditionell spätestens um 22 Uhr, trotzdem finde ich einmal mehr anderthalb Stunden für stolze 41,80 € als regulären Preis etwas dürftig. Doch sei`s drum, die Fans ziehen offensichtlich nass, aber zufrieden von dannen. Ich persönlich finde die Musik von The Corrs zwar nach wie vor nicht sonderlich innovativ, für einen romantischen Abend zu zweit jedoch durchaus empfehlenswert. Da verzichte ich dann auch gerne mal auf Fussball.

Only when I sleep
Dreams
Angel
What can I do
Forgiven, not forgotten
Runaway
Old Hag you killed me
My Lagan Love
No Frontiers
Heart like a wheel
Black is the colour
Queen of Hollywood
Radio
Summer Sunshine
So young
I never loved you anyway
Goodbye
Breathless
Toss the feathers

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