The Eagles

Long Road Out Of Eden Tour 2009

17.06.2009 Kölnarena / Köln

Von: Jörg Haberland

The Eagles Köln

Denkt man an die Eagles, denkt man unweigerlich als erstes an "Hotel California", den Song vom gleichnamigen Album von 1976. In den vergangenen fast vier Jahrzehnten seit ihrer Gründung (mit einer Pause zwischen 1981 und 1994) hat die Band allerdings noch unzählige weitere Klassiker hervorgebracht. Ich denke da nur an "Life`s Been Good" oder "Take It Easy". Im November 2007 haben sich die Eagles mit der Doppel-CD "Long Road Out Of Eden" mehr als eindrucksvoll zurückgemeldet. Es war ihr erstes "echtes" Studioalbum nach 28 Jahren (von einigen Compilations abgesehen) und heimste gleich drei Grammys ein. Die dazugehörige World Tour macht heute Station in der Kölner Lanxess Arena. Die nennt hier aber keiner so. Für die Domstädter ist die Riesenhalle mit dem charakteristischen Rundbogen auf dem Dach immer noch die Kölnarena. Genauso wie das RheinEnergie Stadion weiterhin Müngersdorfer Stadion heißt. Aber ich schweife ab...

14.500 Fans bevölkern das (fast ausverkaufte) Rund und viele von ihnen sind mit der Band alt geworden. Das Durchschnittsalter liegt wohl bei geschätzten Anfang 50 und nicht wenige haben ihre eigenen Kinder im Teenageralter mit im Schlepptau. So wird der Country-Rock quasi direkt von Generation zu Generation weitergegeben. Da verwundert es auch nicht, dass die Arena am heutigen Abend komplett bestuhlt ist. Passend dazu betreten Timothy B. Schmit (am Bass), Don Henley (Drums, Gitarre), Glenn Frey (Gitarre) und Joe Walsh (ebenfalls Gitarre) in Anzug und Krawatte die Bühne und nehmen auf den bereitstehenden Barhockern Platz. Die Herren sind inzwischen allesamt auch schon über 60. Unterstützt werden sie im Laufe des Konzerts von insgesamt neun weiteren, exzellenten Musikerkollegen. "Hotel California" war auf den vorhergehenden beiden Touren jeweils der Opener, doch die Eagles haben ihn durch "How Long" ersetzt. Der Über-Hit folgt selbstredend später im Set, das mit 30 Songs sowieso kaum Wünsche offen lässt.

Im ersten Viertel der Setlist finden sich fast nur ruhige Stücke. Entsprechend verhalten ist (noch) das Publikum. Nur bei "Hotel California" (mit Bläser Intro) erheben sich alle von ihren Sitzen. Auch der Sound ist für meinen Geschmack zunächst etwas zu leise, wird aber später deutlich besser. Auf der Bühne selbst geht es sehr entspannt zu. Man merkt, dass es niemand aus dem Quartett mehr nötig hat, noch irgendetwas beweisen zu müssen. Don Henley etwa glänzt im Solo-Teil von "Boys Of Summer", Joe Walsh während "Guilty Of The Crime". Klar, alle Vier sind optisch in die Jahre gekommen, stimmlich und musikalisch sind sie jedoch nach wie vor absolute Spitzenklasse. Da verzeiht man auch die rund zwanzigminütige Pause nach "The Long Run" gerne. Wir werden schließlich alle nicht jünger... Ebenfalls erwähnenswert ist die grossartige visuelle Untermalung der Songs auf dem Videoscreen im Hintergrund der Bühne und die überaus stimmungsvolle Lightshow.

Nach der Pause stimmt dann auch endgültig der Sound und die Stimmung unter den Fans steigt merklich an. Der absolute Höhepunkt des zweiten Teils ist für mich ganz klar der Titeltrack des neuen Albums "Long Road Out Of Eden", nicht nur aber auch wegen der emotionsgeladenen, bedrohlichen Screen-Performance. Ein Anti-Kriegs-Song par excellence. Danach geht es u.a. mit "Heartache Tonight" und "Life In The Fast Lane" sehr rockig weiter (die komplette Setlist findet ihr weiter unten). Schmit, Henley, Frey und Walsh werfen sich die musikalischen Bälle zu, dass es eine Freude ist. Jeder für sich ein Volltreffer! Schließlich werden sie mit Standing Ovations gefeiert. Lustiges Gimmick am Rande: Joe Walsh filmt die Fans mit einer Kamera, die an seiner Mütze befestigt ist. Eine Joe-Cam sozusagen. Gefühlvoll geht es mit "Waiting In The Weeds" weiter. Dass die Eagles auch mit fetter Bläser-Unterstützung begeistern können, beweisen sie bei "Funk #49". Überhaupt verdient sich die Rhythmus-Section ein ebenso grosses Lob wie die Hauptdarsteller. Hier passt einfach alles. Der mehrstimmige Gesang, die Gitarrenarbeit (mal melancholisch, dann wieder mit Dampf), das Ambiente, die Emotionen. Beim obligatorischen Closer "Desperado" tanzt schließlich die ganze Halle.

Fazit: Ein Konzert vom Allerfeinsten! Noch dazu mit drei (!) Stunden Spielzeit überdurchschnittlich lang. Sowas kennt man in Köln eigentlich nur von BAP. Ich habe selten einen so schönen Abend in der Kölnarena genossen wie heute. Zu Beginn vielleicht noch ein wenig zu routiniert vorgetragen, doch mit zunehmender Dauer lassen es Band und Fans so richtig krachen. Von mir aus können die Eagles noch einige Jährchen so weitermachen.

Setlist:

How Long
Busy Being Fabulous
I Don't Want To Hear Anymore
Guilty Of The Crime
Hotel California
Peaceful Easy Feeling
I Can't Tell You Why
Witchy Woman
Lyin' Eyes
Boys Of Summer
In The City
The Long Run
No More Walks In The Wood
Waiting In The Weeds
No More Cloudy Days
Love Will Keep Us Alive
Take It To The Limit
Long Road Out of Eden
Somebody
Walk Away
One Of These Nights
Life's Been Good
Dirty Laundry
Funk #49
Heartache Tonight
Life In The Fast Lane
---------------
Rocky Mountain Way
All She Wants To Do Is Dance
---------------
Take It Easy
Desperado

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Rhingtön
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Joe Cocker Tickets bei www.eventim.de