The Gracious Few

Tour 2011 - Support: Geist

25.02.2011 Luxor / Köln

Von: Willi Nickolaus

The Gracious Few Köln

The Gracious Few werden ihrem Namen an diesem Winterabend im Kölner Luxor mehr als gerecht. Jedenfalls wenn man das Wort "gracious" mit liebenswürdig übersetzt, denn der neue Bandcocktail (3 Teile Live; 2 Teile Candlebox) gibt den Fans allen Anlass dazu, sie zu mögen. Das liegt nicht nur am makellosen Sound und ihrem hingebungsvollem Auftritt, sondern bezieht sich auch auf das Geschehen in den Pausen und außerhalb der Bühne. Mehr als einmal überrascht Ex-Candlebox Sänger Kevin Martin mit seinen Deutschkenntnissen, hat allgemein Spaß daran, sich mit dem Publikum auszutauschen. Mitten im Konzert springt er sogar von der Bühne, wandert singend durch die Menge und bittet einen mitgröhlenden Fan zum Duett.

The Gracious Few sind also mittendrin statt nur dabei und wissen mit Songs wie "Silly Thing", "Cryin‘ Time" und der Single "Honest Man" zu gefallen. Die Mischung aus druckvollem 70‘s Rock und Post-Grunge aus der Kerzenschachtel wirkt sehr frisch und energiegeladen. Das scheint auch der Band gut zu tun, denn die letzten Gehversuche mit den alten Bands waren sehr beschwerlich. Das letzte Album von Live war alles andere als innovativ und Candlebox‘ Comeback-Album "Into The Sun" kann man zwar als gelungen, jedoch als wenig erfolgreich bezeichnen. Frischer Wind weht durch das Luxor, während Kevin Martin sich in bester Robert Plant-Manier durch den Abend shoutet und Gitarrist Sean Hennesy allerfeinste Soli zum Besten gibt. Selbst der Depeche Mode-Hit "It’s No Good" aus den 90ern erstrahlt in der verrockten Coverversion in neuem Glanz.

Ein Lob gilt auch der Kölner Band Geist, die dem Publikum als Vorband ordentlich einheizt. In einer gewaltigen Lautstärke, die nur wenigen Support-Acts gewährt wird. Besser noch, jedenfalls von der musikalischen Ausrichtung her, hätte die neue Kölner Rockhoffnung Soledown gepasst, die kurzzeitig als Warm Uper im Gespräch war. Insgesamt ist es jedoch ein sehr runder Abend. Zur Freude der Fans setzen sich Chad Taylor, Patrick Dahlheimer, Chad Gracey, Kevin Martin und Sean Hennesy nach dem Konzert noch mit ihnen an die Bar und lassen den Abend mit ein paar Bierchen ausklingen, als säßen alte Kumpels zusammen.

Setlist:

Closer
The Few
Tredecim
Silly Thing
All I Hear
Cryin' Time
The Rest Of You
Guilty Fever
Labor Of Love (neu
Sing
Nothing But Love
It's No Good (Depeche Mode Cover)
Honest Man
---------------
Appetite

 

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