IFA Sommergarten - Support: Dikta, The Courteeners
Jahr für Jahr bildet die IFA in Berlin den Höhepunkt für Unterhaltungselektronik, Informations- sowie Kommunikationstechnik und Hausgeräte und begeistert das Publikum mit dem für die IFA so typischen Mix aus Innovationen, Stars, Entertainment und Information immer wieder aufs Neue. Auch in diesem Jahr stehen im Rahmen des IFA-Programms wieder großartige Konzerte an, das absolute Highlight dabei bildet aber wohl das angekündigte Konzert von The Kooks im Sommergarten des Messegeländes. Das sympathische Quartett aus Brighton konnte sich in den letzten Jahren eine eiserne Fangemeinde erspielen und schaffte neben einer Platzierung in den britischen Charts sogar den Einzug in die deutschen Charts, sowohl mit ihrem ersten Album "Inside In, Inside Out" als auch mit ihrer aktuellen Platte "Konk" auf Platz 6. Sie sind aus dem Radio schon fast gar nicht mehr wegzudenken und abgesehen von ihren äußerst melodischen Songs auch für ihre herausragenden Livequalitäten bekannt.
Es versteht sich also fast von selbst, dass ich heute den Weg nach Berlin auf mich nehme, um mich höchstpersönlich davon zu überzeugen, erst Recht, weil es sich um einen exklusiven Auftritt in Deutschland in diesem Jahr handelt. Die Bestätigung der Courteeners als Support lässt das Herz dann gleich noch mal höher schlagen. Weniger begeistert mich das Wetter: Dieses zeigt sich eher unbeständig und so wechseln sich Sonne und Regenschauer immer wieder ab, dazu ist es lausig kalt. Davon lasse ich mich jedoch nicht abhalten: Wollpulli an, Regenjacke drüber, mit Schirm bewaffnet und schon geht es los!
Beim Sommergarten handelt es sich wirklich um eine sehr schöne Outdoorlocation, in der eine tolle Bühne mit super Sound aufgestellt ist. Und obwohl das heutige Wetter so gar nicht zu dem Flair hier passt, herrscht eine angenehme ausgelassene Stimmung als ich ankomme. Die isländische Band Dikta gibt bereits ihr Set zum Besten und wird von einigen Zuschauern dafür mit ordentlich Applaus belohnt. Der größte Teil der Besucher trudelt allerdings erst so langsam ein, genießt ein frisch gezapftes Bierchen, mampft einen Hot Dog oder etwas anderes von den zahlreichen Fressbuden vor Ort. Nachdem ich mir einen Platz gesichert habe, erwarte ich schließlich sehnsüchtig The Courteeners, die pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne betreten. Frontmann und Leadsänger Liam Fray gibt sich allergrößte Mühe, dem Publikum ordentlich einzuheizen und die äußerst melodischen Songs der fünf Jungs aus Manchester zeigen ja auch durchaus Potential dafür. So richtig will der Funke jedoch nicht überspringen. Die etwas bekannteren Songs wie zum Beispiel "Not Nineteen Forever" werden zwar enthusiastisch in Empfang genommen, jedoch hält die Begeisterung des Publikums nicht lange an. Sehr schade, ich finde den Auftritt wirklich sehr gelungen, vielleicht sind der Großteil der Zuschauer dann doch einfach zu jung für diese Band und ihre wundervolle Musik, vielleicht ist Deutschland aber auch noch nicht bereit für mehr Britpop, denn immerhin schaffte es das Quintett mit "St. Jude" auf Platz 4 und mit ihrer neuen Platte "Falcon" auf Platz 6 in den britischen Albumcharts. Vielleicht ist es aber auch die Eigenart, die den Berlinern nachgesagt wird, ganz nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!
Bei The Kooks sieht das ganze schon ganz anders aus. Die Luft ist bereits vor dem Auftritt der sympathischen Engländer mit Zurufen erfüllt. Hysterie bricht schließlich aus, als diese die Bühne betreten. Es wird gejubelt, gepfiffen, ja sogar gekreischt und ich bekomme kurzzeitig das Gefühl, als sei ich auf dem Konzert einer Boyband gelandet. Vielleicht sehen ja aber genau so die Boybands von heute aus? Auf jeden Fall werden die Vier aus dem wunderschönen Brighton ihrem Ruf vollstens gerecht. Neben einer toll zusammen gestellten Setlist, die wirklich keine Wünsche offen lässt, präsentiert sich Sänger und Gitarrist Luke energiegeladen sowie gut gelaunt und springt stets von einer Seite der Bühne zur nächsten. Dem Treiben können sich selbst Gitarrist Daniel Conan Moores und Schlagzeuger Michael Campbell der Courteeners nicht entziehen, die sich fast das komplette Set ihrer Kollegen direkt neben mir anschauen. Die Zuschauer begleiten The Kooks von der ersten Minute an mit euphorischem Applaus. Dass sie zudem auch noch äußerst textsicher sind, beweisen sie schließlich als Luke auf seiner Akkustikgitarre "Seaside" anspielt und der Song vom Publikum gesungen wird.
Insgesamt anderthalb Stunden geben die Jungs ununterbrochen Vollgas und übertragen dabei ihre Leidenschaft gekonnt auf das Publikum. Das macht sichtlich nicht nur der Band Spaß. Dass ich schließlich nach dem Auftritt das Gelände mit einem dicken Grinsen im Gesicht verlasse, beweist wohl endgültig, dass sowohl The Kooks, aber auch The Courteeners einen fantastischen Auftritt abgeliefert haben. Dafür hat sich der Weg nach Berlin doch wirklich gelohnt!