The Living End

Raise The Alarm Tour 2009 - Support: Poolstar

16.11.2009 Luxor / Köln

Von: Diana Dolensky

The Living End Köln

Im Land der Kängurus sind Sänger und Gitarrist Chris Cheney, Scott Owen (Kontrabass) und Schlagzeuger Andy Strachan als The Living End seit 1995 eine bekannte Größe. In Deutschland bauen sie sich auch zunehmend, den Festivals sei Dank, eine beachtliche Fangemeinde auf. Nachdem ich das Trio auf dem diesjährigen Hurricanfestival zum ersten Mal sehen durfte war mir klar, dass ich mehr von dieser Band live erleben will.

Eigentlich sollten sie ihr musikalisches Geschick in Köln in der Live Music Hall beweisen. Allerdings wurde der Gig heute ins kleinere Luxor verlegt. Man muss dazu sagen, dass am heutigen Montag auch noch Muse in der Kölnarena auftreten. Die Konkurrenz leistet also womöglich schon einen wesentlichen Beitrag zu dieser möglichen Änderung. Spekulationen hin oder her, heute sind Gruppenkuscheln und platt getretene Füße zwischen den eingefleischten Fans also vorprogrammiert. Und wer ehrlich ist freut sich über diese Situation. Wo gibt es größere Chancen sein Idol abschließend beim Bier an der Bar zu treffen?

Für die drei Ausnahmemusiker sind Raum- bzw. Bühnengröße sowie die Anzahl der Gäste ohnehin unerheblich. Sie geben bei jedem Gig über 100% und die Fans wissen dies in jeglicher Form zu schätzen. Generell setzen sie ihre Songs eins zu eins in geballte Pogo-Aktivität um. Noch muss man sich in Geduld üben, denn es gibt ja noch die Vorband. Heute darf sich die Band Poolstar glücklich schätzen und als Support Vorarbeit leisten. Mit lautem, partytauglichen und tanzbarem Punk-Rock a la Blink 182 haben die Berliner jedoch Mühe die Menge zu überzeugen. Hier lassen sich nur die ersten drei Reihen auf aktive Bewegungstätigkeiten ein. Zunehmend komme ich mir bei diesen Head-Bang-Klängen, die mit ihren tiefen Bässen meinen Bauch vibrieren lassen, wie auf einer Highschoolparty vor.

Die Vorbandmüdigkeit ändert sich radikal als The Living End gegen 21.30 Uhr die Bühne betreten. Die "Raise The Alarm" Tour wird lautstark mit dem gleichnamigen Song eröffnet. Für die Anhänger gibt es kein Halten mehr. Der ganze Saal ist mit dem ersten Track zu 100% voll da und vor der Bühne wird fleißig geschubst. Die Australier sind schließlich nicht umsonst als hervorragende Live-Band bekannt, die jeden im Raum zum Schwitzen bringt. Aufgrund seines enormen Tempos muss sich Sänger Chris nicht wundern, dass er selber auch direkt schweißnass gebadet ist, was ihn aber nicht davon abhält immer noch einen drauf zu legen. Die Stimmung ist bombig und trotz der kleinen Location mit einer niedrigen Decke ist der Sound in bester Qualität.

Viele Songs aus dem aktuellen Album "White Noise" sind heute Hauptohrenmerk. "Disbeliever", "White Noise" oder der brandneue Track "Loaded Gun" lösen lautstarke Gesangseinlagen der Fans aus. Die alteingesessenen Anhänger beweisen auch ihre Textsicherheit zu Titeln aus vorhergehenden Alben wie beispielsweise "Nothing Last Forever", "Second Solution", "End Of The World" oder "Prisoner Of Society". Die Pausen zwischen den Titeln nutzt Chris Cheney mit Sprüchen wie "Strap yourself in", um die Fans zur Ruhe zu bringen oder auch "Let`s play something that rages", um die Motoren noch heißer laufen zu lassen.

Kurz vor Ende geben Scott, unser Kontrabassheld, sowie Schlagzeuger Andy noch akustische Soundeinlagen und machen deutlich, dass ohne ihr Zutun The Living End nicht das wären was sie wirklich sind: eine Top Live Performance-Band die auch nach 70 Minuten geballter Power noch lange nicht genug haben. Leider muss ich die letzte Bahn in mein Kaff erreichen und schweren Herzens auf die Zugaben verzichten. Aber ich kann nur jedem nahelegen The Living End live zu erleben!

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