The National Bank

Tour 2008

03.04.2008 Luxor / Köln

Von: Wolrad Wolff

The National Bank Köln

The National Bank heißt die fünfköpfige Formation, die sich aus norwegischen Topmusikern unterschiedlichster Genres zusammensetzt, und deren Frontmann der Sänger und Songwriter Thomas Dybdahl ist. Während ihnen ihr erstes, 2004 veröffentlichtes Album in Norwegen Platin brachte, sind The National Bank hierzulande ein Geheimtipp. Jetzt kommen sie mit ihrem zweiten Album “Come On Over To The Other Side“ im Gepäck auch für vier Termine nach Deutschland.

Das Kölner Luxor ist an diesem Abend spärlich gefüllt. Die kleine Bühne ist zugestellt mit Instrumenten aller Art: alte Gitarren und Verstärker, analoge sowie digitale Tasteninstrumente, ein Ludwig Drum Kit, überall Bodenpedale und Mikrofone, und sogar eine Bassklarinette.
Das Publikum teilt sich in zwei Gruppen ein: Der größere Teil besteht aus eingefleischten Fans, die The National Bank an jenem Abend sicherlich nicht zum ersten Mal sehen und die genau wissen, was auf sie zukommt. Der andere Teil wirkt etwas skeptisch ob der Dinge, die da kommen mögen. Insgeheim stellt man sich die Frage: Kann diese Band, die nach ihrer Tour im eigenen Land mal eben 12 Tage lang ohne Pause kreuz und quer jeden Abend die Metropolen von Holland, Belgien, Frankreich, Deutschland und Dänemark bespielt, wirklich so ein Geheimtipp sein?

Das Licht ist sehr gedämpft und Nebel breitet sich aus, als die Band unter den Anfangsklängen des Songs “Home“, der auch der Opener der aktuellen CD ist, die Bühne betritt. Dadurch, dass ausschließlich die Scheinwerfer im hinteren Teil der Bühne in Betrieb sind, entsteht von der ersten Minute an eine sehr skurrile und mystische Konzertatmosphäre, die aber hervorragend zu den Klangflächen und den schwebenden Sounds von The National Bank passt. Die Musiker nimmt man lediglich als Silhouetten wahr, und es wird sofort klar, dass bei dieser Band kein Personenkult im Vordergrund steht, sondern die Songs.
Besonders auffallend ist der Gesang von Thomas Dybdahl, der insgesamt sehr weich ist und durch den Einsatz der Kopfstimme unheimlich abwechslungsreich. Des weiteren sticht der Schlagzeuger hervor, und das nicht nur durch seinen schratig anmutenden Rauschebart, sondern auch durch seine unkonventionelle Haltung und Spielweise.
Gut 90 Minuten spielen die Norweger die Highlights ihrer beiden CDs. Und obwohl man ihnen das Reisen im Tourbus und die Enttäuschung über einen nicht mal halbvollen Saal anmerkt, leidet die Qualität der Songs in keinster Weise darunter. Drei Zugaben geben The National Bank an diesem Abend und lassen ein begeistertes und zufriedenes Publikum zurück.

Es ist nicht leicht, die Musik der fünf norwegischen Musiker zu beschreiben, finden sich doch viele unterschiedliche Einflüsse in ihren Songs wieder. Ihr Sound liegt irgendwo zwischen elektronisch und akustisch, zwischen Melancholie und Party und ist damit vielleicht typisch norwegischÂ…..   Aber wem die Klänge von Lamb oder David Sylvian gefallen, der müsste sich auch mit den beiden CDs der norwegischen Nationalbänker anfreunden können.

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