Tour 2010 - Support: Midlake, The Middle East
Vielleicht ist es die Tatsache, dass The National mit ihrem Song "Mr. November" den Wahlkampf von Barack Obama unterstützten, die uns die Brooklyner Band um Sänger und Songwriter Matt Berninger so lieben lässt. Oder es sind ganz einfach die beiden herausragenden Alben "Alligator" und "Boxer", mit denen sie sich direkt in unsere Herzen gespielt haben. Jedenfalls haben sich The National mit ihren derart majestätischen und melancholischen Indiepopsongs, die von Berningers unvergleichlichem Bariton getragen werden, in der ersten Liga amerikanischer Indie-Rockbands etabliert. Das ganze Jahr über ist das sympathische Quartett nun schon unermüdlich auf Tour und stellt sein mit Hochspannung erwartetes Meisterwerk "High Violet" vor, welches im Mai 2010 erschienen ist. Mit dem texanischen Quintett Midlake und der australischen Kollektivband The Middle East stehen heute zwei zur Zeit vielgelobte Bands im Vorprogramm auf der Stadtparkbühne in Hamburg, die herrlichen Indierock und Folk mit mehrstimmigem Gesang verknüpfen. Ein früher Besuch der Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark lohnt sich allemal. Das Wetter ist traumhaft und es kommen schon fast ein bisschen Festivalgefühle auf. Die Luft ist mit einem dezenten Bratwurstduft erfüllt und schon um 18:00 Uhr tummeln sich die ersten Besucher auf der Wiese vor der Bühne, um in der Sonne ein Bierchen zu genießen.
Pünktlich um 18:30 Uhr starten The Middle East und erfreuen die bisher erschienenen Zuschauer mit wundervollen Indie-Folk-Klängen. Ganze sieben Musiker befinden sich auf der Bühne und bringen neben den Standardinstrumenten wie Gitarren, Bass, Keyboard und Schlagzeug noch diverse Schlaginstrumente wie Tambourin und Rasseln als auch Banjo und Mundharmonika mit. Überwiegend wechseln sich die Herren mit dem Gesang ab, aber auch Keyboarderin Bree Tranter verzaubert das Publikum mit ihrer eindrucksvollen Stimme. Leider ist der schöne Auftritt um 19:00 Uhr bereits vorbei. Schnell noch die gleichnamige CD gekauft und nun nur hoffen, dass sie uns ganz schnell wieder beehren.
Nach einer rasanten Umbaupause fangen Midlake schon um 19:15 Uhr an zu spielen. Der Platz hat sich schon ein bisschen mehr gefüllt, kein Wunder, denn diese sympathische Band gründete sich bereits im Jahre 1999 und hat sich fortan eine eiserne Fangemeinde erspielen können. Neben ihrem Album "Bamnan And Silvercork" haben sie auch ihr im Februar 2010 erschienenes "The Courage Of Others" mit im Gepäck und spielen sich mit ihrem fröhlichen Indierock direkt in die Herzen des Publikums. Auch hier ist allerdings nach einer halben Stunde schon alles vorbei. Um 19:45 Uhr verlässt das Quintett mit dankenden Worten die Bühne und wird dabei von den Zuschauern gebührend verabschiedet.
Mittlerweile ist es richtig voll geworden vor der Freilichtbühne und kaum einer kann es noch abwarten, dass The National endlich die Bühne betreten. Immer wieder werden sie mit lautem Applaus auf die Bühne verlangt, doch die Fans müssen sich noch ein wenig in Geduld üben. Um 20:30 Uhr ist es dann endlich soweit. The National betreten die Bühne und erfüllen den gesamten Platz sofort mit einer Präsenz, der sich wirklich niemand entziehen kann. Und dabei stellt man fest: Statt der gewohnten vier befinden sich auch hier acht Musiker auf der Bühne. Ein zusätzlicher Bassist sowie Trompeter und ein Keyboarder, der das ein oder andere mal sogar zur Geige greift, sind mit von der Partie. Nicht alleine durch ihre bezaubernde Musik als wahrscheinlich noch viel mehr mit ihrer charmanten Art begeistern sie die Menge bis zum letzten Zuschauer. Immer wieder suchen sie den Kontakt zum Publikum, immer wieder kommt Sänger Matt vor zu den Fans und singt mit seiner eindrucksvollen Stimme direkt vor ihnen. Und auch für das ein oder andere Späßchen sind sie zu haben, amüsieren damit die Zuschauer und werden dafür mit enthusiastischem Applaus belohnt.
Eifrig wird im Publikum getanzt und mitgesungen. Dafür eignen sich ganz eindeutig nicht nur die Songs der alten Alben, auch das aktuelle "High Violet" wird hervorragend von den Fans angenommen. Eine wirklich schön zusammengestellte Setlist mit wirklich einer ganzen Menge Songs. Um 21:50 Uhr verlassen The National erst die Bühne, kommen aber doch recht schnell wieder zurück, da die Fans sie so schnell nicht gehen lassen wollen und die Jungs mit euphorischem Applaus zurückfordern. Leider reicht die Zeit nur noch für einen Song, um 22 Uhr verlassen sie dann schließlich endgültig die Bühne. Überall blickt man in glückliche Gesichter, die sich nur schleppend von der Bühne weg bewegen. Das war wirklich ein gelungenes Konzert, Jungs, genau so wird´s gemacht.