The Pains Of Being Pure At Heart

Tour 2011

08.06.2011 Electric Ballroom / London

Von: Jessica Franke

The Pains Of Being Pure At Heart London

Die vierköpfige Indie-Pop-Band The Pains Of Being Pure At Heart aus New York schwelgen gerne in Erinnerungen vergangener Jugendtage und erzählen uns auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum von Liebe, Herzschmerz und Freundschaft. Wundervolle, unschuldige Songs finden sich auch auf ihrem Nachfolger "Belong" wieder, der im März diesen Jahres erschienen ist und derzeit unermüdlich auf Tour vorgestellt wird. Heute dürfen sich die Londoner an ihrem bittersüßen Sound erfreuen, denn das sympathische Quartett macht im Electric Ballroom in Camden Halt.

Obwohl das heutige Konzert nicht ausverkauft ist, füllt sich der Club äußerst gut. Gemütlich lässt man sich entweder in der Smoking Area bei einem kühlen Bier von den Sonnenstrahlen die Nase kitzeln oder im Saal von den beiden Vorbands schon einmal in die richtige Stimmung spielen, bis schließlich um 21:25 Uhr die vier charmanten New Yorker voller Begeisterung empfangen werden. Viel Zeit für Begrüßung und große Reden wird nicht verschwendet. Stattdessen wird sofort ordentlich in die Saiten gehauen und das Set mit dem Titelsong und der gleichzeitig zweiten Singleauskopplung "Belong" vom neuen Album begonnen. Gewisse Ähnlichkeiten zu den Smashing Pumpkins oder My Bloody Valentine lassen sich nicht abstreiten, und werden wohl auch aufgrund der Tatsache unterstützt, dass Produzent Flood (Smashing Pumpkins, U2, PJ Harvey) als auch Mischer Alan Moulder (My Bloody Valentine, The Jesus & Mary Chain, Arctic Monkeys) bei der Entstehung des zweiten Albums ihre Finger mit im Spiel hatten. Die klangvollen Gitarrenriffs und das gewaltige Schlagzeug beweisen dabei ausgezeichnet, wie gut die Zusammenarbeit mit dem neuen Produktionsteam funktioniert hat. Und so schaffen es TPOBPAH schließlich, das Publikum von der ersten Sekunde an voll und ganz in ihren Bann zu ziehen.

Der zweite Song des Sets "This Love Is Fucking Right" kommt daher wie eine Art Liebeserklärung an die Fans und erntet dafür von eben diesen den gebührenden, enthusiastischen Applaus. Fröhlich wird mindestens mitgewippt, die Songs textsicher begleitet. Dann scheint auch Sänger und Gitarrist Kip Berman seine Scheu zu verlieren und richtet sich fortan immer wieder mit dankenden Worten sowie auch gern mal mit dem ein oder anderen Schwank aus dem Leben an die Fans. Mit "Heart In Your Heartbreak" präsentieren sie uns den zweiten Song ihrer aktuellen Platte, beweisen damit einmal mehr, dass sie beim Songschreiben ihrer Linie treu geblieben sind. Insgesamt erfreuen sie die Zuschauer mit einer wunderbar gemischten Setlist aus beiden Alben, und dabei werden die neuen Songs mindestens genauso heiß umjubelt und geliebt wie die ihres Debütalbums.

Sowohl auf der Bühne als auch im Publikum nimmt der Bewegungsdrang immer mehr zu und findet bei "Stay Alive" scheinbar seinen Höhepunkt. Die leidenschaftliche Hingabe auf der Bühne wird gekonnt auf das Publikum übertragen, das seiner Begeisterung durch euphorischen Applaus sowie Zurufe Ausdruck verleiht und Kip ein schelmisches Lächeln aufs Gesicht zaubert. Nach einer dreiviertel Stunde endet das dynamische Set von den Pains, die vier Musiker müssen sich um eine Zugabe aber nicht lange bitten lassen, bei der natürlich auch "Everything With You" vom ersten Album nicht fehlen darf. Ihr laut Keyboarderin Peggy Wang "erstes Mal in Camden" meistert das Quartett somit mit Bravour.

Sehr zum Bedauern der zahlreich erschienenen Fans endet der Auftritt jedoch nach etwas über einer Stunde. Die kurze aber dennoch intensive Show hinterlässt trotzdem durchweg glückliche Gesichter. Mit T-Shirt und neuer CD im Gepäck macht man sich also auf den Weg nach Hause, oder begibt sich in den nächsten Pub im hippen Camden und freut sich jetzt schon auf die baldige Rückkehr der vierköpfigen Indie-Pop Kombo.

Setlist:

Belong
This Love Is Fucking Right!
A Teenager In Love
Heart In Your Heartbreak
The Body
Heaven’s Gonna Happen Now
Stay Alive
My Terrible Friend
Come Saturday
Young Adult Friction
Too Tough
Strange
---------------
Contender
Everything With You

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