The Pogues

Schloss Open- Air 2010 - Special Guest: Mr. Irish Bastard & The Aggrolite

31.07.2010 Schlossplatz Münster / Münster

Von: Herr Rossi

The Pogues Münster

Als um 18.00 Uhr Mr. Irish Bastard aus Münster die Bühne vor dem Schloss in Münster betritt, kommt sogar die Sonne noch einmal zum Vorschein, an diesem sonst nur bewölkten aber warmen Sommertag. Dass der Headliner einer der Beweggründe der Bandgründung war, ist nicht zu überhören: "Wir waren überglücklich und stolz, als klar war, dass wir den Opener bei The Pogues machen dürfen", sagt David Rebel, Gitarrist von Mr. Irish Bastard. Folk mit einer kräfigen Rocknote, der gut ins Ohr geht und über 4.000 Zuschauer kräftig einheizt, darunter auch eine Cover-Version von "Temple Of Love" der Sisters Of Mercy. 45 Minuten dauert ihr Set.

Kurz danach betreten The Aggrolite die Bühne. Die 2003 gegründete Band aus Los Angeles/Kalifornien bringt die Leute mit ihrem Reggae/Ska Sound in Tanzlaune. Man kann sich dem Groove des Reggae einfach nicht entziehen. Macht einfach gute Laune. 19.20 Uhr, es regnet ein wenig,  Aber das ändert nichts an der guten Stimmung. Die Band überzeugt durch ihre Professionalität, Spielfreude und durch die sehr soulig klingende Stimme von Jesse Wagner an der Lead Gitarre. Sie spielen gut 60 Minuten.

Um 20.30 Uhr werden noch schnell drei grosse Getränkebecher (Wasser war das nicht!) auf ein Tablett in Greifhöhe neben dem Mikro bereitgestellt. Die Mitte der Bühne wird das ganze Konzert hindurch etwas gedimmter beleuchtet. Wahrscheinlich weil Shane MacGowan es nicht allzu hell mag. Dann bricht beim ersten Ton von "Streams Of Whiskey" der Pogues zwischen Stage und Technik die wahre Tanzwut aus. "Shane, Shane, Shane" tönt es aus der Menge, als Shane MacGowan voll wie 100 Iren ans Mikro torkelt (ich glaube keiner hatte wirklich mit einem nüchternen Mr MacGowan gerechnet). Die Menge tobt, es gibt es kein Halten mehr. Bierbecher, ja sogar mehrmals auch Klopapierrollen aus den Dixie-Klos fliegen. Der Schlossplatz gleicht einem Tollhaus.

Geredet wird nicht viel. Mit "If I Should Fall From Grace With God", "Bottle Of Smoke" und "The Sunnyside Of The Street" gehts weiter. Bei den Songs, die Shane nicht singt, z.B. Songs wie "Sitting On Top Of The World", schwankt der Mann mit den wenigen, nein ohne jegliche Zähne (was den Gesang nicht wirklich verständlicher macht) in ein kleines "Separee" am Rande der Bühne, um sich dort die Zeit bis zum nächsten Song mit einem weiteren kühlen Getränk zu verkürzen. Der Klassiker "Dirty Old Town" wird natürlich wie alle anderen Songs auch, lauthals fast vom gesamten Publikum mitgesungen. Das erste Set ist gut 80 Minuten lang, dann ist nach "The Sick Bed Of Cuchulainn" erstmal Schluss. Die zwei Zugabensets bestehen aus jeweils drei Songs, unter anderem "Irish Rover". Es ist kurz vor 22.20 Uhr und Shane steht immer noch, was man von dem ein oder anderen Zuschauer nicht sagen kann. Nach "Fiesta" ist dann aber Schluss. The Pogues verlassen unter tosendem Applaus die Bühne endgültig für diesen Abend.

Zurück bleiben mit Bier und Schweiss durchnässte glückliche Menschen und die Gewissheit genau das bekommen zu haben was man von einem Pogues Konzert erwartet: Einen feuchtfröhlichen Abend mit Bier von allen Seiten, Irish Folk der jeden zum Tanzen bringt und einem betrunkenen Shane MacGowan. Und diejenigen, die noch nicht genug haben, kehren in den zahlreichen Kneipen der Stadt Münster ein, um den ein oder anderen Becher auf diesen schönen Abend zu leeren. Slánte!

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