1Live-Radiokonzert
300 glückliche 1Live Gewinner hatten am Halloween-Tag die Möglichkeit, die beliebten Finnen in einer ganz ungewöhnlichen Location live zu erleben – nämlich in einer Kirche! Let’s rock the church sag ich da nur!
Eine gute Freundin aus Bochum hat wohl irgendwie ein Gewinnabo bei 1Live, und beorderte mich schon meinen Flug zu buchen, als die Tickets noch gar nicht verlost waren. Gewonnen hat sie dann natürlich und ich durfte ihr “plus 1” sein, wofür ich mich hiermit noch einmal recht herzlich bedanken möchte *knuddel*.
Am Konzerttag schauten wir erst so gegen 16.00 bei der Kulturkirche vorbei, denn anstehen wollte ich nicht schon wieder, da ich am Vortag erst über 14 Stunden vor der Live Music Hall ausgeharrt hatte, um dort ganz nach vorne zu kommen. Es waren noch nicht so wahnsinnig viel Leute da, also ging’s erst mal wieder ab in die City auf einen Kaffee und ein bisschen shoppen, um dann gegen 18.00 Uhr wieder dem Rest unserer Freunde in der Schlange zu beizutreten.
Um 20.00 Uhr wurden die Kirchenpforten dann geöffnet, und halbwegs gesittet ging’s dann hinein, und da stand ich doch schon wieder ganz vorn, genau vor Pauli, dem Gitarristen – genau da, wo ich immer gern stehe. Die ersten drei Songs sollten wir hinter einer unsichtbaren Linie ca. 1,5 Meter weg von der Bühne bleiben und mit den netten Securityjungs kuscheln, da die Fotografen erstmal ganz vorne hin durften.
Kurz vor 21.00 Uhr wurde dann unsere Lautstärke getestet, da das Konzert ja live übertragen wurde, und ein kurzes aufgezeichnetes Interview mit Lauri gab es auch noch zu hören bevor dann endlich The Rasmus mit "Night After Night" anfangen konnten, das Gotteshaus zum Beben zu bringen. Während der ersten drei Songs konnten wir leider nicht allzu viel sehen, und abrocken war auch nicht so, sonst hätten wir den netten Securitymenschen mal eben unabsichtlich ein paar blaue Äuglein verpasst. Es war aber schon mal ziemlich interessant, einen Song namens "Lucifer’s Angel" in einer Kirche zu hören. Das Ambiente war wirklich einmalig, schliesslich gibt es ja nicht alle Tage eine Rockband in einer Kirche zu erleben: als Bühnenhintergrund diesmal ein Kreuz statt des bandeigenen Banners, und aufgrund der Deckenhöhe waren sowohl Beleuchtung und Sound natürlich auch schon mal ein außergewöhliches Erlebnis.
Als die ersten Töne von "Keep Your Heart Broken" angestimmt wurden, gab’s dann endlich freie Bahn zur ca. 80 – 90 cm hohen Bühne – ohne weitere Absperrung, versteht sich. Näher dran ging’s also wirklich nicht! Das Quartett aus Helsinki spielte einen Querschnitt aus ihren neuen Album "Hide From The Sun", und einige Songs vom letzten Longplayer "Dead Letters" durften natürlich auch nicht fehlen. Sehr zu meiner Freude gab es auch ein kleines extra Gitarrensolo in "Guilty". Da die Radioshow auf 55 Minuten begrenzt war. musste die normale Konzert-Setlist natürlich etwas gekürzt werden und ein Akustikset gab’s deshalb leider auch nicht. Dabei hätte sich dies mit der Akustik in der Kirche wohl absolut genial gemacht.
Wegen der Live-Übertragung musste man sich zwar an die Zeitvorgabe halten, aber ein kleines Extra hatten die Jungs dann doch parat. Bassist Eero ließ sich nämlich mal eben von Sänger Lauri das kirchliche Gesangsbuch halten, und gab dann den (laut Pastor) “Hit” der Kirche, "Danke für diesen guten Morgen", zum Besten, und das in einwandfreiem Deutsch, wobei das Publikum natürlich auch ein bisschen unterstützend zur Seite stand (gut, zumindest die, die das Lied kannten, da muss ich mich leider mal ausschließen). Eero entschuldigte sich auch artig hinterher, dass er den Text nicht ganz so gut konnte, und fragte nach, ob ihm vielleicht jemand nach dem Konzert behilflich sein könnte, den Text zu lernen. Ich denke, da wird sich sicher jemand gefunden haben ;)
Der absolute Hit des Sets war mal wieder "Immortal" – ein Song der schon auf dem Album rockt was das Zeug hält, und eigentlich als B-Seite viel zu schade ist. Und dem ganzen wird bei der Live-Version noch eins draufgesetzt. Man kann so richtig schön abrocken, bevor es dann still wird wenn Lauri nach Pauli’s Gitarrensolo ein Weilchen gedankenverloren auf seiner Akustikgitarre klimpert, und dann plötzlich wie aus dem nichts heraus bricht der Song mit voller Power wieder herein. Unbeschreiblich!
Trotz dass es den Jungs, und insbesondere Lauri an diesem Abend nicht sehr gut ging, legten sie eine unglaublich fantastische und energiegeladene Show hin, die wir mit Sicherheit nicht vergessen werden. The Rasmus rocked the church – oh yeah!