The Wombats

Tour 2008

04.10.2008 Live Music Hall / Köln

Von: Simon Baranowski

The Wombats Köln

Seit ihrer 2006er EP und ihrem darauffolgenden Album „The Wombats Proudly Present: A Guide To Love, Loss & Desperation“ aus 2007 touren die Wombats aus Liverpool durch die ganze Welt. Und so kehren sie bereits zum vierten Mal in Köln ein. Mit im Gepäck ein saftiges Stück Indiedisco.

Die Wombats wurden im Jahre 2003 von Dan Haggis, Matthew Murphy und dem Norweger Tord Øverland Knudsen gegründet. Nach diversen Erfolgsstorys aus England, wie den Arctic Monkeys oder den Kaiser Chiefs, kam man an dem Trio aus Liverpool nicht vorbei. Zu eingängig und tanzbar war der neue Britpop. „Let’s Dance To Joy Division“ oder „Moving To New York“ avancierten zu Dauerbrennern auf dem Parkett. Allerdings ist die Gefahr des Satthörens natürlich sehr groß. Nicht so am heutigen Abend in der Live Music Hall.

Volles Haus. Mindestens jeder dritte kommt mit einem blauen Schirt und einer Wombats Sonnenbrille daher. Das unentwegte Touren und die Präsenz in Presse, Funk und Fernsehen hat gefruchtet. Teens und Twens stürmen nach vorne als Schlagzeuger Haggis, Gitarrist und Sänger Murphy und Bassist Øverland die Bühne betreten und alle drei sich erstmal vor dem rechten Mikrophon aufstellen. Der Opener vom aktuellen Longplayer, das A capella Stück „Tales Of Girls, Boys & Marsupials“ wird angestimmt. Doch durch das nicht aufhörende Lachen der drei und die sichtlich gute Stimmung, wird der erste Track erstmal vergeigt. Was dem Publikum aber nicht weh tut. Die Fans kreischen und grölen trotzdem. Auf geht’s also an die Instrumente. Im Folgenden wird mit „Kill The Director“ der erste und nicht der letzte tanzbare Song aus dem Ärmel geschüttelt. Selbst der etwas tragendere Song „Party In A Forest (Where’s Laura?)“ gestaltet sich zum Schunkelhit der vorderen Reihen. Die beiden neuen Songs „How To Pack Your Bags And Leave“ und „My Circuitboard City“ verhindern keineswegs das Rumgehopse und rhythmische Klatschen. Auch wenn die Musik, wie sie die Wombats machen sehr schnelllebig und oft leicht zu ersetzen ist, muss man eingestehen, dass diese Art von Musik einfach Laune und Party macht. Zumindest für eineinviertel Stunden.

Matthew Murphy ist bereits nach der Hälfte der gespielten Songs völlig durchgeschwitzt. Das rot-schwarz karierte Holzfällerhemd klebt förmlich an seinem Körper. Das hält ihn aber nicht davon ab weiter die Zuhörer in der Live Music Hall zu animieren. Mitklatschen und Mitsingen. Alle bereit. Jeder zieht mit, bis auf die älteren Herren in den hinteren Reihen. Hervorstechend in der einer kleinen Wombats-Discostunde vorkommenden Geburtstagsveranstaltung sind vor allem natürlich die beiden Tracks „Moving To New York“ und „Let’s Dance To Joy Division“. Solide und für eine junge Band schon sehr gekonnt haben die Wombats die ganze Halle im Griff. Nach kleiner Verschnaufpause wird die Bühne noch mal betreten und passend zum Tanzevent wird beim letzten Track „Backfire At The Disco“ auch die bunte Discobeleuchtung rausgeholt. Ein verzerrter improvisierter Schluss und nach etwas mehr als einer Stunde war es das auch schon wieder mit den Wombats. Mehr konnte man auch nicht erwarten. Schließlich haben die Wombats erst ein Album auf dem Markt. Und unter diesen Umständen bereiteten sie in Köln eine wunderbare Party für Teens und junge Twens.

Setlist:

Tales Of Girls, Boys & Marsupials (abgebrochen)
Kill The Director
Lost In The Post
How To Pack Your Bags And Leave
Party In A Forest (Where’s Laura?)
Here Comes The Anxiety
Moving To New York
Patricia The Stripper
Little Miss Pipedream
My Circuitboard City
Let’s Dance To Joy Division
---------------
My First Wedding
Backfire At The Disco

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