Tour 2010
Back To The Roots... Oder so ähnlich könnte man den Auftritt von The Wombats heute im Hamburger Molotow wohl bezeichnen. Kaum eine andere Band hat insgesamt so oft hier gespielt wie die sympathischen Herren aus Liverpool. Und obwohl sie eigentlich schon für ausverkaufte Häuser in größeren Clubs gesorgt haben, lassen es sich die Jungs nicht nehmen, dem kleinen Kellerclub anlässlich des 20-jährigen Jubiläums einen weiteren Besuch abzustatten. Da wundert es dann auch kaum, dass der Club bereits seit Wochen ausverkauft ist. Verzweifelt versuchen Fans noch sowohl über Internetplattformen als auch vor der Tür des Molotows ein Ticket zu ergattern.
Bereits zwei Stunden vor Konzertbeginn ist Einlass, und früh kommen lohnt sich allemal. Obwohl das Molotow alle Register gezogen hat, so viel Platz wie möglich zu schaffen, ist es schnell brechend voll. Zur Einstimmung beschallen Ralf Best und DJ Sebi die Besucher mit wundervollen Indieklängen und sorgen schon mal dafür, dass sich eine durchweg ausgelassene Stimmung breit macht und hier und da fleißig das Tanzbein geschwungen wird, während man sehnsüchtig dem Auftritt der Wombats entgegen fiebert.
Als die charmanten Briten schließlich die Bühne betreten, gibt es im Publikum kein Halten mehr. Spätestens jetzt weiß man, wofür das Gitter vor der Bühne dient, welches man hier üblicherweise bei Konzerten nicht vorfindet. Sowohl auf der Bühne als auch in der Menge herrscht sofort ein Bewegungsdrang, dem man sich nicht entziehen kann und der einem regelrecht den Schweiß auf die Stirn treibt. Gleich beim ersten Song "Kill The Director" fliegen die Arme in die Höhe, es wird eifrig mitgesprungen und selbstverständlich erweisen sich die Fans als äußerst textsicher. Nicht nur die Songs der heißgeliebten ersten Platte werden gebührend abgefeiert, auch die neuen Songs werden vom Publikum enthusiastisch bejubelt und steigern ganz eindeutig die Vorfreude auf das neue Album. Wie sich das für eine Geburtstagfeier gehört, darf natürlich das Ständchen nicht fehlen. Und so fordert das Trio zu einem "Happy Birthday" auf, dem natürlich ausnahmslos gefolgt wird.
Aber auch sonst haben die jungen Briten leichtes Spiel mit den Zuschauer, können diese spielend leicht zum Mitsingen und Klatschen animieren und finden dafür immer wieder ein paar dankende Worte. Als Zugabe gibt es, wie sollte es auch anders sein, den All-Time-Favourite "Let’s Dance To Joy Division" auf die Ohren, bei der auch die Wombats noch einmal ordentlich aufdrehen. Nach dem Song wird das Publikum zum kollektiven Mitsingen des Refrains "Everything Is Going Wrong But We're So Happy" animiert, und während es aus der Menge immer wieder "We Are so Happy" schallt, lassen sich zunächst Sänger und Gitarrist Matthew Murphy sowie Bassist Tord Øverland-Knudsen von den Fans auf Händen tragen. Dem kann sich dann aber auch Schlagzeuger Dan Haggis nicht mehr entziehen und so spielt schließlich der Roadie das Schlagzeug weiter, während die Drei die Nähe zu den Fans suchen und über dessen Köpfe hinwegschweben.
Komplett durchgeschwitzt, aber sichtlich glücklich verlassen sie dann um ca. 22 Uhr die Bühne, machen sich aber lediglich nur frisch, denn direkt im Anschluss wird bei der Motorbooty Party weiter gefeiert, bei der Ralf Best und DJ Sebi ebenfalls von den Wombats im DJ Set unterstützt werden und damit wohl auch weiterhin dafür sorgen, dass hier kein Auge trocken, kein Tanzbein ungeschwungen bleibt. "We Are so Happy"... Das kann wohl jeder nach diesem grandiosen Auftritt von sich behaupten. Und dem kann man eigentlich auch nicht mehr hinzufügen, als ein fettes Danke für den wundervollen Abend und an der Stelle selbstverständlich auch noch einmal: Happy Birthday liebes Molotow, auf die nächsten 20 Jahre!
Setlist:
Kill The Director
Party In A Forest
Tokyo
Patricia The Stripper
Techno Fan
Schuhmacher The Champagne
Here Comes The Anxiety
Backfire At The Disco
Jump Into Fog
Anti D
Moving To New York
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Let’s Dance To Joy Division